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Auf dem Weg nach EUROPA - Zoll und Grenze im Wandel der Zeit
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Die Organisation des Zolls an der holländischen Grenze
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HAUPTZOLLAMT LEER:
Mit dem Beitritt Hannovers zum Deutschen Zollverein und der Umorganisation der Zolldirektion Hannover wurden auch die mittleren und unteren Behörden und Dienststellen einheitlich eingerichtet. Das spiegelt sich in den Chroniken der Hauptzollämter Leer, Emden und Nordhorn wieder. Die Aufgaben wurden vielfältiger, oft auch brisanter, was wiederum aus den Aufzeichnungen der Zollämter und Zollkommissariate hervorgeht. Leider sind Chroniken und Aufzeichnungen nicht immer vollständig, sie wurden auch nicht immer ordentlich und chronologisch geführt. Aus den wenigen, oft vergilbten Blättern, aus Zeitungsausschnitten, aus mündlichen Überlieferungen lässt sich jedoch ein farbenfrohes Bild mit viel Abwechslung und Aktion der fast 200 Jahre alten Zollgeschichte an der Westgrenze zu den Niederlanden malen.
Kaum hatten die Franzosen fluchtartig Ostfriesland und das Emsland verlassen, als auch die deutschen - preußischen und hannoverschen - Zollstellen eröffnet wurden. Preußen erließ 1818 ein Zollgesetz, in Hannover wurde 1823 das Königliche Reglement über die künftige Verwaltung der Zölle erlassen. Aber schon vorher, am 26. Januar 1820 werden die im Königreich Hannover angeordneten sämtlichen Haupt-, Grenz- und sonstigen Spezial-Steuer-Recepturen bekanntgegeben. Unter dem Direktionsbezirk Aurich-Leer sind folgende Recepturen aufgeführt: Leer, Detern, Weener, Papenburg, Jemgum, Ditzum, Bunde, Großsander, Potshausen, Halte, Papenburgersyhl, Neermoor, Ihrhove, Hesel, Backemoor und Hatzum. Am 09. September 1825 wurde eine Neuordnung des Zollwesens unter gleichzeitiger Aufhebung der Kommunal- und Privatzölle im Königreich Hannover angeordnet. Jetzt wurden alle Zölle und sonstigen Steuern ausschließlich für das Königreich Hannover erhoben, bis Hannover dem deutschen Zollverein beitrat.
Die Geburtsstunde des Hauptzollamtes Leer fällt mit der Vereinigung Hannovers mit dem übrigen Zollverein zusammen. Der Wirkungskreis war zunächst klein gehalten. Es gab nur vier Nebenzollämter I., und zwar in Bunderneuland, Papenburg, Halte und Weener. Nebenzollämter II. waren in Jemgum, Ditzum und auf dem Emswachschiff. Dieses war zugleich Ansageposten für die ZÄ I in Leer, Weener, Halte und Papenburg. Gleichzeitig wurden auch die Zollstraßen bestimmt und die Zollbinnenlinie festgelegt. Zollstraßen für das NZA I Bunderneuland war die Straße von Neuschanz über die Hauptbrücke des Wymeerster Sieltiefs. Holz für die Sägemühle im Süder-Christian-Eberhard-Polder konnte über die Wasserstraße der Westerwoldchen AA eingeführt werden. Für das NZA I Papenburg mit dem Creditlager für Schiffsbaumaterialien aller Art war die Ems bis Drostensiel und von dort der Sielkanal Zollstraße. Das NZA I Halte war befugt, Begleitscheine mit dem HZA Nordhorn auszutauschen. Die Zollstraße war der Weg am Emsufer und von dort der Weg zur Zollstelle. Für Papenburg und Halte waren die Ansageposten „Emswachschiff“ oder Hatzum zuständig. Die Zollbinnenlinie umschloss Papenburg bis zum Eisenbahndamm beim Bahnhof, verlief dann längs der Eisenbahngleise bis Heerenborg, dort über die Leda und weiter entlang des Eisenbahndams bis zur Petkumer Klappbrücke, wo sie auf die Zollbinnenlinie des HZA Emden stieß. Am 24. April 1854 wurden die Kontrollen in Beziehung auf Caffee auch im Binnenland durchgeführt (Schmuggelgefahr). Diese Bestimmung wurde am 15.April 1863 wieder aufgehoben. Am 01. Juli 1866 wurde das ZA I Halte geschlossen. Damit war die Benutzung des Emsufers und des Weges zur bisherigen Zollstelle nicht mehr gestattet.
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Seit dem 22. Februar 1853 mussten an den Grenzen gegen die Niederlande, Bremen, Hamburg, Mecklenburg, See-Küste, an beiden Seiten der Ems bis Halte innerhalb einer Meile von der Grenze transportierte Waren durch Passierscheine, Steuerquittungen oder Ursprungsscheine legimitiert sein. Folgende Waren werden besonders aufgeführt: Caffee, Tabak, Tabakfabrikate, Tee, Zucker und Sirupje 5 Zollpfund; Wein, Branntwein jeder Art je vier Quartier; gewebte Waren aus Baumwolle oder unter Zusatz dieser Stoffe gemischt, Seide und Seide-gemischt. Neben den zuständigen Steuerämtern konnten auch stationäre Steueraufseher für Mengen bis 25 Pfund Passierscheine ausstellen. In den neuen Grenzbezirken wurden Erleichterungen erlassen, so für das HZA Leer insgesamt 27 Positionen, die ohne Beschränkung verbracht werden konnten.
Das Hauptzollamtsgebäude in Leer fand zwischen den beiden größten und wichtigsten Verkehrsträgern der damaligen Zeit einen idealen Platz. Zum einen war es die Eisenbahnstrecke Rheine-Emden und zum anderen der Leeraner Hafen, der bis an den Bahnhof reichte. Hier lagen die stolzen Segelschiffe, die Waren aus Skandinavien oder Übersee brachten, bis sie von den Dampfern verdrängt wurden. So manche Tonne an Tee oder Kaffee, Tabak und Gewürze, englische Manchester oder chinesische Seide wechselte hier den Besitzer. Im Zollager konnte die Ware zunächst gestapelt werden, bis sie zum Verbrauch oder Weiterverarbeitung abgeholt und dann verzollt wurde.
Das Hafenbecken, zuerst „Zoll-Bassin“, später „Zoll-Dock“ genannt, wurde in den Jahren 1927 bis 1934 mit Müll zugeschüttet. Über die Zollniederlage wird an anderer Stelle noch zu berichten sein.
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Ein kleinwenig wird durch die Geschichte des HZA auch die Entwicklung der Stadt Leer beleuchtet. Man kann in den Abgabelisten sogar das Auf und Ab der eingesessenen Firmen ablesen. Mehr noch ist wissenswert, dass das HZA-Gebäude am 01. Mai 1862 an die Gasversorgung der Stadt angeschlossen wurde. Gleichzeitig erhielt der Vorsteher eine Wohnung in dem Gebäude. 1895 erhielt das Haus einen Anschluss an die gerade fertig gewordene zentrale Wasserleitung, 1903 wird das Gebäude an die Entwässerungskanalisation angeschlossen. Bis zum Jahr 1922 erhellten Petroleumlichter und Gaslaternen die Büroräume. Im Juli dieses Jahres wurde das elektrische Licht zum ersten Mal eingeschaltet.
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Es ward Licht - und das nutzte ein Beamter des HZA Leer aus und bastelte eine Lampe mit Motiven aus dem Grenzdienst. Die Lampe hing im Flur des HZA
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Mit Inkrafttreten des Vereinszollgesetzes erfuhr das Hauptzollamt Leer auch eine Bezirkserweiterung. Im Amtsblatt von Hannover wird berichtet: „Betreffend der Erweiterung des Bezirks des Königlichen Haupt-Zoll-Amts zu Leer: Mit dem 01. Juli d.J. tritt höherer Anordnung zufolge eine Abänderung der gegenwärtige Bezirke der Königlichen Haupt-Zoll-Aemter zu Leer und zu Nordhorn dahin ein, daß ersterem vom gedachten Tage ab der größere Theil der bisher zu letzterem gehörigen Bezirke der Verwaltungsaemter Aschendorf und Sögel zugelegt, und die Grenze zwischen beiden Haupt-Zoll-Amts-Bezirken durch die nachstehend bezeicnete Linie gebildet wird.
Diselbe beginnt an der holländischen Grenze gegenüber Terapel, verfolgt von hier ab die zwischen den Verwaltungsämtern Meppen und Aschendorf bestehende Grenzlinie bis zur Ems bei Landegger Fähre und sodann das linke Emsufer bis Lathen, überschreitet hier den Strom und erhält ihre Fortsetzung durch die von Lathen nach Wahn, Sögel, Waldhöfe und Werlte bis zur Oldenburgische Grenze bei Auen führende Straße. Alle von dieser Linie und von den angegebenen Orten nördlich gelegenen Ortschaften gehen in den Bezirk des Haupt-Zoll-Amtes Leer über, ohne daß jedoch hierdurch Veränderungen irgendwelcher Art weder in der Gestaltung des Grenzbezirks noch der Steuerbezirke oder in den Beziehungen der Gewerbetreibenden zu den Hebestellen und Beamten eintreten.
Hannover, den 01.Juni 1869 Der Provinzial-Steuer-Direktor SABARTH
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Bis zum ersten Weltkrieg waren die Aufgaben des Hauptzollamtes und der Nebenzollämter vornehmlich auf die Ein- und Ausfuhren gerichtet. Das HZA-Gebiet lag zwar an der Deutsch-Niederländischen Grenze, aber das übersichtliche Grenzgebiet im Rheiderland und die natürliche Grenzstruktur des Bourtanger Moores machte eine Grenzüberwachung fast unnötig - Stichproben genügten, weil eine Schmuggeltätigkeit kaum bekannt war. Das wurde anders, als zwischen den beiden Weltkriegen sich die wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland rapide verschlechterten. Vor allem die Arbeitslosen, aber auch die wenig verdienenden Grenzbewohner verschafften sich durch den Schleichhandel mit Holland ein zusätzliches Einkommen. Aus dieser Zeit bis zum Jahre 1945 fehlen jedoch alle Unterlagen. Akten und Aufzeichnungen wurden von den „Eroberern“, den Alliierten, verbrannt.
Erst 1946 wurde der Dienst im Hauptzollamt Leer sowie den Zollämtern und Grenzkommissariaten wieder aufgenommen. Für das HZA Leer sind folgende Zollämter aufgezählt: Bunderneuland, Papenburg, Rütenbrock, Schöningsdorf, Bunde, Neurhede, Rhede, Meppen, Rühlertwist und Dünebroek (dessen Gebäude war im Krieg abgebrannt). 1950 kam noch das Zollamt Weener dazu. In der Grenzaufsicht gab es 1946 sechs Zollgrenzkommissariate, und zwar Bunde, Leer, Rhede, Walchum, Rütenbrock und Schöningsdorf. Rhede wurde bald wieder aufgehoben. Die Landgrenze betrug zu der Zeit 81,4 km. Hinzu kamen 9,7 km Küstenzollgrenze und 35,2 km besonders zu überwachende Flussstrecken.
Am 14. März 1946 erging eine Anweisung an der Grenzschutz, die auch die vier südlichen ZGKom im HZA-Bezirk Leer betraf. Danach war die Grenzaufsicht an der deutsch-holländischen Grenze von den alliierten Besatzungstruppen den ZGKom Rühlertwist, Rütenbrock, Walchum und Rhede übertragen worden. Der Grenzschutz hatte noch keine Befugnisse an den Grenzübergangsstellen, die noch von den Besatzern besetzt blieben. Die Streifendienste hatten lediglich an der grünen Grenze zu patrollieren und Personen am Grenzübergang zu hindern. Rühlertwist wurde von den Alliierten bald auch übergeben. Rütenbrock dagegen noch von polnischen Besatzungstruppen gehalten. In diesem Zusammenhang wird noch von „Frontabschnitt“ gesprochen.
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Die Grenzsperrzone durften die Zollgrenzbeamten betreten oder auch darin wohnen. Sie durften auch Waffen, einen Holzknüppel und ein Gewehr, tragen. Die Grenzer hatten die Verordnungen im Grenzgebiet durchzusetzen und wurden dabei von alliierten Truppen sowie der Polizei unterstützt. Sie trugen Uniform mit Armbinde oder Zivil mit Armbinde. Außer Dienst und in Zivil waren Waffen verboten.
Ende März wurden alle Grenzübergänge ganz vom Zoll übernommen. Nördlich von Rhede bis zur Küste waren die Posten schon früher vom Zollgrenzdienst besetzt. Insgesamt wurden 130 Mann gestellt. Sie mussten Dienstpapiere haben und einen Grenzkontrollausweis (Form Nr. M.G./P.S./FC/1) besitzen. Am 23. März 1946 um 12 Uhr stellten die Alliierten ihren Patrolliendienst ein - alle Stellen wurden vom Zollgrenzdienst übernommen.
Einige Vorfälle aus dieser Zeit: Ein Zollsekretär grüßt einen britischen Offizier nicht. Er wird gemaßregelt und erhält eine empfindliche Strafe. In der Zurechtweisung heißt es: „Die uniformierten Beamten und Angestellten des Grenzaufsichtsdienstes und der Grenzabfertigung haben im Verkehr mit Offizieren der Besatzungsmacht militärisches Verhalten zu zeigen.“ Eine andere Sache: Ein Zollgrenzdienstbeamter erscheint vor Gericht in unordentlicher Uniform und wird deswegen vom Richter getadelt. Seine Entschuldigung: Die Uniform habe ich schon viele Jahre, jetzt sind doch keine Klamotten zu bekommen. - O.K.
Noch was: Beim HZA Leer waren der Geschäftsplan und auch andere Schriftstücke auf grauem, schlechtem, dickem Papier geschrieben. Zum Teil waren es Vordrucke aus der NS-Zeit „Niederschrift zur Verteidigung“, wobei das Hakenkreuz unter dem Adler dick durchgestrichen war.
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Am 06. Juli 1946 gab es im HZA-Bezirk Leer folgende Grenzaufsichtsstellen, kurz GASten: Zkom Leer mit Oldersum, Ditzum, Jemgum, Leer (mot = motorisiert) Leer (G= Grenze). Zkom Bunde mit Landschaftspolder, Bunderneuland, Bunde (mot), Bunde (G), Wymeer, Dünebroek, Charlottenpolder, Kanalpolder. ZKOM Rhede mit Rhederfeld, Rhede (mot), Rhede (G), Aschendorf, Neuengland, Brual. Zkom Walchum mit Neurhede, Heede, Neudersum, Nintemannweg, Hasselberg, Erdhütte, Walchum (mot), Sustrum-Moor, Oberlangen; Zkom Rütenbrock mit Hahnentange, Schleuse 68, Rütenbrock (mot), Lindloh, Haren, Fehndorf, Rütenbrock; Zkom Rühlertwist mit Hebelermeer, Rühlertwist (mot) und (G), Meppen, Neuringe, Adorf und Schöninghsdorf. Das ZKom Rhede wurde wieder aufgelöst, die GASten den Nachbar-ZKoms zugeordnet.
Im Einzelnen hatte das Zkom Leer 3,2 km Landgrenze, 9,7 km Küstenzollgrenzeund 35,2 km Flußgrenze mit 35 Beamten, davon in Ditzum sechs, zu bewachen. Auf Zkom Bunde entfielen 17,2 km Landgrenze mit 54 Beamten, auf Zkom Walchum 20,o km mit 65 Beamten, auf Zkom Rütenbrock 21 km mit 56 Beamten und auf Rühlertwist 20,o km mit 53 Beamten - mehr als 260 Zöllner waren somit an den Grenzen des HZA Leer eingesetzt.
Die Technisierung und Motorisierung hielt auch beim Grenzschutzdienst nicht halt. Sogenannte GroßraumGASten wurden mit Krafträdern/Beiwagen ausgestattet und sollten in Schichtdienst arbeiten. Die Moorkultivierung war jedoch noch nicht soweit, es fehlten Straßen vom Binnenland zur Grenze. So wurde der Schichtdienstgedanke fallengelassen. Die mot-GASten hatten nun die Aufgabe, GASt übergreifend zu wirken und Lücken auszufüllen.
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Das Hauptzollamt Leer wurde am 01. April 1948 aufgelöst und in ein Zollamt I umgewandelt. Der Bezirk in den Kreisen Meppen und Aschendorf-Hümmling kam zum HZA Nordhorn, der Kreis Leer zum HZA Emden. Dieser Zustand wurde jedoch schon am 01. Oktober 1950 revidiert, wahrscheinlich auch deshalb, weil sich die Schmuggeltätigkeit intensivierte. Außerdem wurden schon in dieser Zeit viele Beamte für den Dienst an der Demarkationslinie zur SBZ abgeordnet oder versetzt. Dem HZA Leer standen bei der Neueröffnung noch 263 Beamte im Außendienst zur Verfügung, diese z.T. mit einem Zollhund. Die Abordnung an die Zonengrenze erforderte nach dem Mauerbau in Berlin (13.08.1961) und der verstärkten Absicherung der Grenze zwischen Deutschland und Deutschland noch einmal eine Reduzierung des Planstellenbestandes. 30 Grenzdienstler wurden im August 1961 versetzt. Danach gab es noch einmal Abordnungen für drei bis vier Monate für 50 Beamte und im zweiten Schub Anfang 1962 noch 30 Be
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Die Schrumpfung des Personalbestandes lässt sich auch an den folgenden Zahlen ablesen: Nach der Neugliederung des Zollgrenzdienstes hatte das HZA Leer nur noch ein Zkom in Bunde mit vier Beamten (1 ZOI = Zolloberinspektor als Kommissar, ein ZI = Zollinspektor als Gehilfe, 1 ZHS =Zollhauptsekretär als BzbV = Beamter zur besonderen Verfügung und ein ZS = Zollsekretär als Schreibkraft). An der Grenze gab es die GASt - mot Walchum mit Pkw mit fünf Beamten, GASt - mot Rhede mit sechs, GASt-mot Bunde mit elf und die GASt-mot Leer mit fünf Beamten. Nur in Wymeer war noch eine „Fuß/Fahrrad-GASt“ mit drei Beamten, die gleichzeitig die Zollzweigstelle Dünebroek zu den Öffenungszeiten besetzt hielten. Daneben war noch ein Zollhundelehrwart für den gesamten HZA-Bezirk eingesetzt.
Die sich schrittweise vollziehende Einigung EUROPAs brachte vor allem in den 60er Jahren eine Bewegung in die Zollverwaltung. Zudem war durch die zunehmende Technisierung und Motorisierung ein Abbau des Personals und eine Verlagerung der Aufgaben auf nur wenige Dienststellen möglich. Zuerst waren, wie oben beschrieben, nur die unteren Behörden von der Reduzierung betroffen. Doch am 31. März 1967 kam auch das „AUS“ für das Hauptzollamt Leer (Stade war schon vorher aufgelöst). Die Zollaufgaben des HZA wurden dem Zkom (Steuer) in Leer und den ZÄ Leer, Weener und Papenburg sowie dem Grenzzollamt Bunderneuland übertragen. Für die einheimische Wirtschaft gab es durch diese Maßnahmen keine Änderung - ihre Anliegen wurden von den verbliebenen Zollstellen wie bisher bearbeitet.
Mit einer gewissen Wehmut betrachtete Finanzpräsident Dr. Wiegmink den Tag, an dem er die Dieststelle des HZA Leer für aufgehoben erklärte. Da sein Vater früher (1927 bis 1931, er starb im Internierungslager der Kanadier in Esterwegen) Amtsvorsteher in Leer gewesen war, er selbst im gleichen Haus als Junge mit dem Zoll in Berührung kam und auf dem Gymnasium in Leer sein Abitur baute, band ihn ebensoviel an das bisherige HZA wie die jetzt scheidenden Beamten. Die Gründe zur Auflösung lagen einmal im Zwang zur Sparsamkeit durch Rationalisierung, dann der Personalmangel in der Zollverwaltung und schließlich in der Entwicklung der EWG. Dr. Wiegmink führte aus, dass zwar 1968 die letzten Binnenzölle fallen sollten, aber in der Zollrechtsharmonisierung in der EWG käme es über bescheidene Ansätze nicht hinaus. Vor allem, so meinte Wiegmink weiter, würden immer noch Zollkontrollen an den Grenzen nötig sein. Der Arbeitsanfall des Zolls stehe immer im Verhältnis zum Außenhandelsvolumen. So hatten die Ein- und Ausfuhren 1951 einen Wert von 29 Millionen DM; 1966 waren es 150 Millionen DM. Die Anzahl der Verzollungen steigerte sich von 2,5 Millionen in 1951 auf 24 Millionen im Jahre 1966. Die Personenabfertigungen stiegen in diesen Jahren von 40 auf 250 Millionen. Zollrat Peters, der zuletzt die Amtsgeschäfte im HZA Leer kommissarisch verwaltete, hatte nach der Feierstunde, an der viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie die ehemaligen Mitarbeiter(innen) teilnahmen, die 'ehrenvolle' Aufgabe, das HZA-Schild am Eingang des Gebäudes, das 113 Jahre dem Zoll gedient hatte, zu entfernen
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amte. Neueinstellungen gab es im HZA Leer seit 1952 überhaupt nicht mehr. Die „Neuen“ wurden immer gleich zur Ostgrenze geschickt und von dort, wenn sie Glück hatten - nach vier oder mehr Jahren an die Westgrenze versetzt. |
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Die Zollschule Bad Gandersheim konnte mit einer vollständigen Liste der HZA-Vorsteher seit Gründung im Jahre 1854 aufwarten, als da waren:
1854 bis 1876 OZI Frank, ab 1874 Steuerrath
1877 bis 1880 OZI Graßhoff
1880 bis 1881 Reg.-Ass. Lingner, OZI
1882 bis 1883 OZI Schraeder
1881 bis 1888 OZI Langhoff
1989 bis 1890 Reg.-Ass. Richter, OZI
1891 bis 1893 Reg.-Ass. Moeller, OZI
1884 bis 1896 OZI Fillie
1897 bis 1899 OZI Walther
1900 Reg.-Ass. Üeberschaer, ZOI
1901 bis 1905 OZI Werner
1906 Reg.-Ass. Kapp, OZI
1907 bis 1912 OZI Müller, war 1912 Zollrat
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1913 OZI Wolff
1914 bis 1915 Reg.-Ass. Dr. Hildebrandt
1915 bis 1918 RR = Regierungsrat Fromm
1918 bis 1922 ZR = Zollrat Bulle
1922 bis 1924 ZR Schleiffer
1924 bis 1927 ZR Ducker
1927 bis 1931 ZR Wiegmink
1931 bis 1935 ZR Weirich
1935 bis 1937 ZR Berghaus
1937 bis 1939 ZR Reichert
1939 bis 1942 ZR König
1943 bis 1944 ZR Südbeck
1944 bis 1947 RR König
1948 bis 1950 Zollamt I
1950 bis 1952 RR v. Goertzke
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1952 bis 1955 RR Grebe
1955 bis 1961 RR Corbach
1961 bis 1964 RR Hofmann
1964 bis 1966 ZR Albes
1966 bis zum Schluß kommissarisch Zollrat Peters. Oft waren es also nur 1 bis 3 Jahre, dann wechselte die Führung. Auch waren die Vorsteher bis 1913 in der Regel Oberinspektoren. Nur der erste Vorsteher, der das Amt sogar 22 Jahre innehatte, wurde nach 20 Jahren zum Steuerrath befördert. Viele der Vorsteher wurden später befördert und machten Karriere. Reg.-Ass. OZI Kapp war dreißig Jahre später Finanzpräsident bei der OFD Hannover. Der Sohn von ZR Reichert war 1955 Regierungsdirektor bei der OFD Düsseldorf. Schon angesprochen wurde der Sohn von ZR Wiegmink, der als Finanzpräsident das HZA auflösen mußte. In den 113 Jahren der Geschichte des HZA Leer gab es insgesamt 32 Vorsteher, davon ZR König zweimal (er war 1944 RR).
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HAUPTZOLLAMT NORDHORN:
Nordhorn, ein kleines Städtchen an der Vechte, mehr als 600 Jahre alt, nur drei Kilometer von der Grenze zu den Niederlanden gelegen, sah sich schon im Mittelalter mit der Grenzsituation konfrontiert. Als nach dem Abzug der Franzosen das Königreich Hannover (England) eine eigene Zollorganisation aufbaute, wurde auch Nordhorn in die Planung einbegriffen. 1820 gab Hannover sämtliche Haupt-, Grenz- und sonstigen Spezial-Steuer-Receptionen bekannt. Im Steuer-Direktions-Bezirk Osnabrück wurden im Kreis Meppen folgende Stationen eingerichtet: in Meppen und Haselünne je eine Haupt-Receptur, eine Salzsteuer-Receptur, eine Niederlage-Expedition und eine Stempel-Distribution; in Aschendorf eine Haupt.Receptur und eine Niederlage-Expedition; in Herzlake eine Haupt-Receptur und eine Niederlage-Expedition; in Werlte eine Haupt-Receptur und eine Grenzreceptur gegen Oldenburg an der Straße nach Cloppenburg-Friesoythe-Oldenburg; in Haren eine Haupt-Receptur; in Hesepe, Wesuwe und Rütenbrock je eine Binnenreceptur; in Neurhede eine Grenz-Receptur gegen Holland auf der Straße nach Bourtange-Winschoten-Groningen; in Holte eien Grenz-Receptur gegen Oldenburg auf der Straße Löningen-Cloppenburg-Bremen und in Westrum eine Grenz-Receptur gegen Oldenburg. Im Jahre 1821 wurden die Binnenrecepturen Wesuwe und Rütenbrock der Haupt-Receptur Haren angeschlossen. Insgesamt ist zu erkennen, daß sich die Zollgrenze weniger gegen Holland , sondern vielmehr gegen Oldenburg richtete.
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Nordhorn liegt im Landkreis der Grafschaft Bentheim. Auch dort wurden die Zoll- und Steuer-Recepturen auf die einzelnen Ortschaften verteilt. Nordhorn erhielt eine Haupt- und eine Grenz-Receptur gegen Holland auf der Straße nach Amelo-Zwolle. Diese Stelle wäre gleichzusetzen mit einem Grenzsteueramt I, die am 01. Januar 1854 in ein Hauptzollamt umgewandelt wurde. Diesem HZA waren 11 Nebenzollämter 1. und 2. Klasse sowie Obersteuerkontrollen für die Grenze, fünf Steuerämter und -recepturen sowie Obersteuerkontrollen im Innern und ein Zolllager in Nordhorn nachgeordnet. Der Bezirk des HZA Nordhorn umfasste die Kreise Grafschaft Bentheim, Niedergrafschaft Lingen und Herzogtum Arensberg-Meppen und reichte somit vom preußischen Westfalen bis Ostfriesland (Kreis Leer und Weener).
Eine Zollbinnenlinie trennte den Zollgrenzbezirk vom Binnenland. Sie begann an der preußischen Grenze, wo der Vechte-Fluß in die Grafschaft Bentheim eintritt, folgte diesen bis Engden, von dort in gerader Linie durch die Engdener Wüste über Balsede bis Hohenkörben. Weiter ging es über Düshof, Wietmarschen und Mühlengraben an die Ems bis Wachendorf. Die Ortschaften wurden dabei in den Zollgrenzbezirk eingeschlossen. Von Wachendorf bis Rühle bildete das linke Emsufer die Zollbinnenlinie. Bei Klein- und Großfüllen bis Versen ging es über die Fahrbahn und dann wieder an dem linken Emsufer entlang bis Herbrum, hier über die Ems (damals gab es hier noch keine Schleuse) bis Aschendorf und der Chaussee entlang bis Papenburg, wo sie auf die Zollbinnenlinie des HZA Leer traf. Die Ortschaften mit allen Gebäuden, Flüssen und Bächen, Straßen und Wegen, über die die Zollbinnenlinie verlief, gehörten zum Zollgrenzbezirk. Dafür gab es nach dem Hannoverschen Zollgesetz von 1853 und der Zollordnung besondere Bedingungen und Erleichterungen. Am 01. November 1859 wurde das ZA II Rhede als Grenzzollamt mit der Straße nach Bellingwolde-Winschoten eröffnet
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Die Aufgaben in Nordhorn wurden mit der Zeit immer größer, so dass in den laufenden Jahren zahlreiche Erweiterungsbauten erfolgten, bis 1955 an ein neues Gebäude gedacht wurde. Wegen der hohen Kosten konnte ein Neubau jedoch vorläufig nicht realisiert werden. Erst in den siebziger Jahren - nach der Gebietsreform in Niedersachsen - konnte neu geplant werden. Als Standort wurde der Stadtring ausgewählt. 1978 war die Grundsteinlegung und am 08. Juli 1980 wurde die modern konzipierte, lichtvolle und zweckgerechte Arbeitsstätte des Zolls in Nordhorn im Rahmen einer Feierstunde offiziell eingeweiht.
Durch das Vereinszollgesetz von 1869 - Hannover war jetzt preussisch - wurden die HZA-Bezirke Leer und Nordhorn, wie unter LEER berichtet, neu festgelegt. Die Geschichte des HZA Nordhorn lässt sich wieder gut an Zahlen verdeutlichen: Zunächst wohnten im HZA-Gebäude „Vor dem Thore“ nur der Amtsvorsteher und ein Hauptamtsdiener. Um 1900 erledigten schon 10 Beamte die Amtsgeschäfte, 1919 war auf 20 aufgestockt und 1938 arbeiteten hier 27 Bedienstete.
Vor dem Krieg wurde auch der Grenzausichtsdienst verstärkt. Die GASten waren wie folgt besetzt: Rütenbrock mit 1 Zolleinnehmer und 10 Grenzbeamte, Hahnentange mit drei, Fehndorf mit drei, , Hebelermeer mit vier, Schöninghsdorf mit vier bis zeitweise sechszehn, Wesuwe zwei, Groß-Füllen drei, Groß-Hesepe zwei und Lindloh drei sowie ein Zollangestellter. Die Zahlen im südlichen Bezirk sind nicht bekannt. Die GASten bewachten die erste Grenzbewachungslinie. Die zweite verlief in Höhe der Gemeinde Haren, wo gleichzeitig der Sitz des Inspektors war.
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Die Grenzer hatten dazumal nicht einmal einheitliche Uniformen. Einige trugen ihre alte Soldatenkleidung, andere Zivil. Nur die Kopfbedeckung war gleich. Die Ausrüstung bestand aus einem Ausweis, Gewehr und Pistole. Erst 1933 erhielten die Zöllner einheitliche grüne Uniformen mit Stiefeln.
1930 umfasste der HZA-Bezirk Nordhorn 1.460 qkm mit 77.000 Einwohnern und einer Grenzlänge von 107 km. 1934 kamen der Kreis Lingen und ein Teil des Kreises Aschendorf-Hümmling wieder dazu, so dass die Fläche auf 2.673 qkm und die Bevölkerung auf 132.00 anwuchs. Die Bediensteten im gesamten HZA-Bezirk zählten insgesamt 275 Beamte, Angestellte und Arbeiter. Das Steueraufkommen war auf 8.500.000,-- Reichsmark angestiegen.
Im Krieg gingen die Einnahmen zwangsläufig zurück. Der Grenzaufsichtsdienst verschob sich seit Mai 1940 immer weiter auf niederländisches Gebiet nach Westen. Die Linie wurde mit dem Rückzug der deutschen Truppen in den letzten Kriegsmonaten wieder zurückgenommen. Am 29. März 1945 kam das vorläufige „AUS“ für das HZA-Gebäude „Vor dem Thore“. Die Akten konnten in letzter Minute nach Oldenburg gebracht werden und wurden dadurch gerettet. Das Gebäude musste den Besatzern eingeräumt werden. Nach einer Plünderung, die nicht verhindert werden konnte, zog das britische Militärgericht ein. Unter Mitwirkung des noch amtierenden HZA-Vorstehes Becker, der auch im Krieg die Geschäfte geführt hatte, zog danach das Landratsamt der Grafschaft Bentheim in das Gebäude. Das HZA musste im Gebäude des Bezirkskommissariats unterkommen. . Erst nach der Währungsreform durfte das Zollhaus wieder vom Zoll genutzt werden. Das Gebiet des HZA hatte sich inzwischen noch einmal vergrößert, weil das HZA Leer aufgelöst war. Nun gehörte der ganze Kreis Aschendorf-Hümmling zum HZA Nordhorn.
Für Inhaber von Grenzübergangspässen für den Berufsverkehr in den Grenzbezirken standen acht Übergänge zur Verfügung: Neuenhaus - Ootmarschen, Getelo- Tübbergen, Ülsen -Hardenberg, Emlichheim - Coeverden, Twist - Oude Schoonebeck, Meppen - Niew Amsterdam, Dörpen - Bourtange und Rhede - Winschoten. Für den Grenzaufsichtsdienst galten die Vorschriften wie unter LEER beschrieben.
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1950 wurde das HZA Leer wieder eingerichtet. Das nördliche HZA-Gebiet Nordhorns ging damit wieder verloren. Doch der Aufschwung der Wirtschaft erforderte andere Aufgaben für Nordhorn. Einfuhren und Ausfuhren nahmen rapide zu. Schon 1949 wurde ein Steueraufkommen von 12 Millionen DM gebucht, ab 1950 gab es nur noch zunehmende Zahlen. Der Personalbestand ging dagegen immer mehr zurück.
Die Grenzer wurden mit Pkw an ihren Einsatzort gebracht und hatten damit einen weit größeren Radius. Sie wurden mit Funkgeräten sowohl in den Fahrzeugen als auch mit tragbaren Geräten ausgerüstet. Sie konnten somit zu jeder Zeit von einer Stelle zur anderen beordert werden. Das brachte mit sich, dass die Grenzaufsicht insgesamt flexibler wurde. Im HZA-Bezirk blieben schließlich nur noch zwei Zollkommissariate mit acht GASten übrig, davon sieben motorisiert. Hinzu kam noch ein Kfz.-Durchsuchungstrupp, die sogenante „Schwarze Gang“, die beim Zkom Nordhorn untergebracht war. Außerdem sorgte ein Zollhundelehrwart für die Aus- und Fortbildung der noch wenigen Zollhunde an der Grenze. Immer mehr Beamte und Hunde wurden für die Bekämpfung von Rauschgiftschmuggel ausgebildet. Im Zuge der Rationalisierung erhielt das HZA Nordhorn die Zuständigkeit des HZA Osnabrück für die Ermittlung von Steuerstrafsachen und für die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten übertragen. Noch einmal gab es 1973 eine Verschiebung der Gebietsgrenzen. Auf der Fläche von 2260 qkm lebten jetzt 275.000 Einwohner.
Mit der Einigung EUROPAs wuchsen auch die Dienststellen diesseits und jenseits der Grenze zusammen. So waren alle Grenzzollämter Gemeinschaftsdienststellen des deutschen und des niederländischen Zolls. Die Gebäude lagen bis auf Getelo auf deutschem Gebiet. Der Dienst wurde in den meisten Fällen gemeinschaftlich vorgenommen. Zur Unterstützung im ständig zunehmenden Reiseverkehr standen an einigen ZÄ, besonders in Frensdorferhaar und Bad Bentheim als Eisenbahn-Zollamt Beamte des Bundesgrenzschutzes im Personalverbund mit den Zöllnern an der Grenze.
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Viele große Betiebe hatten sich inzwischen in Nordhorn und Umgebung angesiedelt. Es dominieren der Maschinen- und Motorenbau, Erdöl und Erdgasindustrie, Holz- und Kunststoffverarbeitung, Textil- und Bekleidungswerke, Branntwein- und Spirituosenherstellung. Außerdem gibt es noch die Torfindustrie, Großschlachtereien, Beton- und Steinwerke, Unternehmen der Energiewirtschaft und vieles mehr. Über die Grenzen bekannt ist die Erprobungsstelle 91 der Bundeswehr in Meppen (Krupps Schießplatz) und die Schifferstadt Haren/Ems mit einem kleinen Hafen und eigenem Werftbetrieb. Über 200 Binnen-, Küsten- und Seeschiffe sind hier beheimatet. Und alle führen ein, führen aus - wollen und müssen vom Zoll überwacht und betreut werden.
Da wäre ein Blick in das Zahlenmaterial von 1981 sehr interessant:
Bei 610.000 Abfertigungen wurden mehr als 1,2 Milliarden Deutsche Mark eingenommen. Einen Großteil davon „steuerten“ - im wahrsten Sinne des Wortes - die Branntweinhersteller bei, gefolgt von der Erdölindustrie. An grenzüberschreitenden Reisenden wurden 19,3 Millionen gezählt, Kraftfahrzeuge waren es 6,9 Millionen und an Eisenbahnwaggons 1o8.000 - eine Folge auch der guten Verkehrsverbindungen in West-Ost und Ost-West-Richtung. Von den Kraftfahrzeugen waren 856.000 Lastkraftwagen in beiden Richtungen. Es wurde auch geschmuggelt, dazu in einem anderen Kapitel. 3.800 Personen wurden zurückgewiesen, 490 gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen, 257 Anzeigen erstattet und 118 Personen festgenommen. Da das HZA auch Vollstreckungsorgan des Bundes ist, erledigten die Zöllner 1933 Vollstreckungsaufträge und 28o Amtshilfeersuchen.
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Die Aufgaben haben sich in den letzten Jahren nicht mehr viel verändert, die Zahlen jedoch stiegen von Jahr zu Jahr - bis 1993 die Zollgrenzen und 1995 auch die Grenzkontrollen entfielen. Das Steueraufkommen allerdings, das durch die Zollverwaltung eingefahren wird, macht auch im Zeitalter der EUROPÄischen Vereinigung das Hauptzollamt Nordhorn unentbehrlich - pustekuchen. Ab 01.01.2000 wird die Zuständigkeit an das HZA Osnabrück abgegeben.
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Dem Hauptzollamt Nordhorn werden übertragen die Zuständigkeiten 1. des Hauptzollamts Osnabrück für die Ermittlung von Steuerstraftaten und die Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten;
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HAUPTZOLLAMT EMDEN
Eigentlich findet man in der Chronik des Hauptzollamtes Emden nur wenig über die Zeit und den Zoll vor dem Beitritt Hannovers zum Deutschen Zollverein. Dabei hatte die Seehafenstadt an der Emsmündung eine wechselvolle und bedeutende Geschichte um den Handel und prägte damit auch die Geschichte des Zolls in seiner Eigenart, die Emden schon im Mittelalter gegenüber seinen Nachbarn an den Tag legte.
Erinnern wir uns doch an die wichtigsten Ereignisse der Vergangenheit: um 800 nach Christi Handelsniederlassung der fränkischen Ostexpansion; Prägung von Silberdenaren im 11. Jahrhundert; Pelz- und Fellhandel mit Rußland im 11. und 12. Jahrhundert; 1224 erste Zollstelle ind Emden; im gleichen Jahr Emder Schiffe im Londoner Hafen; 1397 Hisko Abdenas „Stedyken“ (Städtchen) genannt; 1397 Aufnahme der Seeräuber um Störtebeker, was zur Verfeindung mit Hamburg und Lübeck führte - aber 1400 Hinrichtung durch „Kopf ab“ von 25 Seeräubern; ab 1412 Kontrolle der Emsschiffahrt durch die Emder. Vorbeifahrende Schiffe werden zu einem Warenstapel gezwungen; 1495 verleiht Kaiser Maximilian I. der Stadt Emden das Stapelrecht; im selben Jahr erhält Emden vom Kaiser das Wappenrecht mit dem Wappen „Engelke up de Mür“; 1453/64 ist Emden Haupt- und Residenzstadt Ostfrieslands mit den Grafen des Cirksena; Mitte des 15. Jahrhunderts entfaltet sich Emden zu einem Großhafen von nordeuropäischer Bedeutung; Blockade der niederländischen Häfen, Aufnahme von Glaubensflüchtlingen aus den Niederlanden, Getreideimporte aus Westfalen, Getreide- und Salzhandel mit Danzig, Frankreich, Portugal, Spanien und Italien; 1470 sind in Emden mehr Schiffe als in Hamburg und Bremen oder England; 1509 Durchbruch der neuen Ems ca. 3Km vom derzeitigen Hafen, was zur Verschlickung der Hafenzufahrt führte; 1574 - 1576 Bau des Renaissance-Rathauses von Laurenz Steenwinkel nach dem Vorbild des Antwerpener Rathauses und Bau eines hohen Turms als Seezeichen auf Borkum; 1595 Emder Aufstand; 1611 Osterhusischer Accord als Anerkennung der Selbstvertretung der Stadt; 1744 Einsetzen der preußischen Verwaltung; Bau des Hafentores am Delft als Teil der früheren Emsmauer; Begünstigung Emdens durch die preußische Regierung zum Wiederaufbau der Schiffahrt und der Gründung von Handelskompagnien und Monopolstellung im Heringsfang; von 1795 bis 1815 Niedergang der Emder Vorherrschaft auf der Ems und Rückgang der Seeschiffahrt bis zur völligen Stagnation; 1815 bis 1866 gehört auch Emden zum Königreich Hannover.
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Mit dem Aufbau der Zollverwaltung in Hannover beginnt in Emden wieder das pulsierende Leben. Für 1826 wird eine Hauptzoll-Receptur genannt, der sicherlich auch Nebenzoll- und Nebensteuer-Recepturen unterstanden, wie es auch in anderen Landesteilen üblich war. Im Jahre 1841 ist sie dann zum Hauptsteueramt aufgestiegen. Als seewärtsgehende Waren sind Bohnen, Buchweizen, Roggen, Samen, Dachziegel, Gerste, Hafer, Heringe, Käse, Rüböl, Leinkuchen, Mauersteine, Torf und Weizen aufgelistet.
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Durch den geringen Tiefgang von der neuen Ems bis zum Delft war der Hafenbetrieb eher lähmend. So entschloß sich die Stadt 1846, einen 3 km langen Stichkanal zu bauen. Die Bauzeit betrug fast drei Jahre. Damit war die Voraussetzung für den weiteren Seehandel geschaffen. Die größeren Schiffe und die einsetzende Dampfschiffahrt erwarteten bessere Lade- und Löschmöglichkeiten. Auf der Nesseinsel entstanden mehrere Hafenbecken. Bald fand wieder ein reger Umschlag von Massengütern statt. Zudem war die Verkehrsverbindung zu Lande durch die Eröffnung der hannoverschen Westbahn im Jahre 1856 wesentlich verbessert.
Endlich entschloss sich Hannover dem Deutschen Zollverein beizutreten. Emden hatte den Vorteil, auf bestehende Behörden aufgebauen zu können, und dass bereits Personal bei den Dienststellen vorhanden war. Es war nun jedoch eine bessere Organisation möglich. Auch floss mehr Geld in die Landeskasse.
Die Hauptreceptur wurde jetzt das Hauptzollamt Emden. Ihr Dienstbereich erstreckte sich auf die Steuerämter Aurich und Wittmund und auf die Nebenzollämter Bensersiel, Carolinensiel, Esens, Friedrichsschleuse, Greetsiel, Leywachtschiff, Nesserland, Nessmersiel, Westeraccumersiel. Im Jahre 1908 kamen die ZÄ Aurich, Emden-Nesserland, Emden-Ratsdelft, Esens, Norden, Norderney, Wilhelmshaven und Wittmund dazu.
Der zunehmende Verkehr im Hafen musste neu geregelt werden. Dazu erließ das Königreich Hannover eine Gesetzes-Sammlung, die auch Emden betraf:
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Weitere ausführliche Bestimmungen über den Schiffs- und Hafenverkehr in den Häfen Emden und Carolinensiel finden sich in der Beilage des Amtsblattes von Hannover vom 02. August 1872 - ähnlich auch für Leer, Weener und Papenburg, davon ein Auszug unter „500 Jahre Emsüberwachung“
Das erste Hauptzollamtsgebäude wurde 1856 bis 1859 an der Friedrich-Naumann-Straße erbaut, zusammen mit der Zollniederlage - das waren riesige, mehrstöckige Lagerhallen an der Bahn. Auch in Norden wurde eine Zollniederlage errichtet.
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Eine bekannte Persönlichkeit war Zollinspektor Georg Breusing. Er wurde als erster Vorsteher des Hauptzollamtes Emden berufen. Georg Breusing stammte aus einer Seefahrer-Familie und hatte wohl da erfahren, wie schicksalshaft die Seefahrt sein kann und wie schmerzlich es ist, einen Menschen auf See zu verlieren. Als ein Aufruf zur Errichtung von Rettungsstationen auf den deutschen Inseln der Nordsee im Bremer Handelsblatt erschien, ist Breusing mit dem Redakteur Dr, Arwed Emminghaus sofort bereit, in Ostfriesland etwas für die rettung Schiffsbrüchiger zu tun. Unter seiner Führung wurde am 02. März 1861 der „Verein zur Rettung Schiffsbrüchiger“ ins Leben gerufen. Erste Rettungsstationen entstanden auf Juist und Langeroog; später auch auf den anderen Inseln. Damit war die DGzRS - Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffsbrüchiger - gegründet. Nach dem zweiten Weltkrieg erhielt ein Rettungskreuzer, stationiert auf Borkum, den Namen „GEORG BREUSING“. Das Schiff wurde von der ALFRIED KRUPP (Unglück am 01. Januar 1995 in der Nordsee) abgelöst und liegt jetzt im Rathausdelft zur Besichtigung frei.
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War inzwischen der Emder Hafen einigermaßen ausgebaut und durch die Nesserlandschleuse wieder mit dem Fahrwasser der Ems verbunden, war Emden auch mit dem Hinterland (Aurich, Wilhelmshaven) durch den 73 km langen Ems-Jade-Kanal verbunden, so wollte doch der gewohnte und erhoffte Hafenbetrieb nicht so recht anlaufen. Erst als auch der 270 km lange Dortmund-Ems-Kanal eine Verbindung mit dem Industriegebiet und dem Kohlenrevier im Ruhrpott herstellte (1899), entwickelte sich ein schwungvoller Anstieg des Hafenbetriebes. Erz kam aus den skandinavischen Ländern, wurde auf Kähnen umgeladen und emsaufwärts transportiert. Emsabwärts kamen die Kähne mit Kohlen für das Ausland. Um den Schleppzügen eine sichere Einfahrt in den Emder Hafen zu gewährleisten, wurde gleichzeitig (1898 - 1900) der Ems-Seiten-Kanal von Oldersum über Borssum nach Emden angelegt. Dafür waren eine Seeschleuse in Oldersum und eine Einfahrtschleuse bei Borssum nötig. Die Umschlagstelle für diese Güter war der Außenhafenkai.
Damit erhöhten sich die Aufgaben des HZA erheblich. 1890 waren schon 31 Beamte beschäftigt. An Zölle wurden 507.596,15 Mark, an Fahrgebühren 11.269,25 Mark unnd an Lastengeld 2.874,27 Mark eingenommen. Eingeführt wurden Firnisse, 474.373 kg Roggen, 165.836 l Wein, 435.499 kg Frischfisch, 281.512 kg Reis, 692.572 kg Seesalz, 130.225 kg Tee, 1.102.329 kg Petroleum, 1.123.441 kg behauene Granitsteine, 2.404.412 kg Steinkohle, 598.527 kg Mauersteine. Zahlen über den Hafenumschlag und die Zolleinnahmen bis Ende des 2. Weltkrieges und der Besatzungszeit liegen kaum vor.
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Auch das ist Emden: v.l.n.r.: Große Kirche, Hafentor, Pelzerhäuser, Otto Waalkes.
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Danach erhöhte sich der Umschlag im Hafen noch einmal rapide. 1960 waren es mehr als zehn Millionen Tonnen, 1970 15,2 Millionen und 1974 15,8 Millionen Tonnen. Erz und Kohle waren daran mit rund zehn Millionen und Erdöl sowie Drivaten mit rd. vier Millionen Tonnen beteiligt. Die Zolleinnahmen betrugen 1981 = eine Milliarde Deutsche Mark und 1982 1.120.913.000,- DM. Der Massengutumschlag ging ab 1980 schlagartig zurück, dafür entwickelten sich auf anderen Gebieten neue Einnahmequellen und damit Arbeitsaufgaben für die Zollbeamten.
Wahrscheinlich gingen viele Akten, Belege und Urkunden des Hauptzollamtes Emden in den letzten Kriegsjahren verloren. Emden erlebte einige schwere Luftangriffe, wobei auch das Zollgebäude nicht verschont blieb. Nach einem Bombenhagel brannte das Haus 1942 völlig aus. Das Obergeschoß musste abgetragen werden. Die übrigen Räumlichkeiten wurden notdürftig repariert. 1944 wurde das Zollamt am Delft zerstört. Das Amt konnte im HZA-Gebäude unterkommen. Der Plan eines Neubaus kam 1950 auf und wurde vier Jahre später verwirklicht. Am 15. Juni 1954 zog das Hauptzollamt in das Dienstgebäude an der Ringstraße ein.
Während an den Landesgrenzen der Zollgrenzdienst mit den deutschen Truppen in besetzte Gebiete wie in Holland vorrückte, blieb für den Grenzaufsichtsdienst des HZA Emden im letzten Krieg nur die Wasserstraße und die Küste zu überwachen. Da keine Waren ein- oder ausgeführt wurden, konzentrierte sich die Überwachung an der Nordsee und in der Emsmündung auf die Beobachtung von Personenbewegungen. Dabei sollte vor allem die Einschleusung von Spionen und Saboteuren von See her verhindert werden. Das westliche BZKom = Bezirkszollkommissariat wurde am 01. Oktober 1943 von Groningen nach Winsum am Dollart (niederländische Seite) verlegt und dem HZA Emden unterstellt. Beide Stellen unterstanden taktisch einer höheren Marinedienststelle in Emden.
Wie auch an der übrigen Westgrenze hatten nach dem Krieg zunächst die Alliierten das Sagen. 1946 lockerte sich die Lage. Die Zollverwaltung wurde Ländersache und der Zollgrenzschutz dem britischen „Frontier-Control-Service“ unterstellt. Die taktische Leitstelle für Emden war die „Chefinspektion des Zollgrenzschutzes - britische Zone“ mit Sitz in Cuxhaven. Für Emden war die Inspektion des Zollgrenzschutzes „Hannover-Küste“ in Aurich mit den Zkom Emden, Norden und Aurich zuständig. Von 1948 bis 1950 war der gesamte Regierungsbezirk Aurich gleichdeckend mit dem HZA-Bezirk Emden. Die Aufgaben erstreckten sich vor allem auf die Zölle und die Verbrauchssteuern, auf den Zollgrenzdienst - wobei der Wasserzoll im Vordergrund stand - und einigen übertragenen Aufgaben.
Wie schon anderweitig ausführlich beschrieben, blieb das Zollgesetz von 1939 nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland bis 1950 in Kraft. Damit konnte das HZA Emden seine Aufgaben wie vor dem Krieg fortsetzen.Die Landgrenze wurde wieder an das HZA Leer abgegeben, die Zollbeamten wurden wieder Bundesbeamte, und Zollrat Dierksen wurde wieder Vorsteher. Nach der Währungsreform - bis dahin waren nur Überlebenskünste durch Schwarzhandel, Tauschgeschäfte und Hamstern an der Tagesordnung - besannen sich die Emder und bauten auf. Aus den Trümmern entstand im Laufe der Jahre wieder eine blühende Stadt. Die Industrieansiedlung, der Ausbau des Hafens, der zunehmende Schiffsverkehr und der Umschlagbetrieb trugen dazu bei, dass schon nach wenigen Jahren kaum noch Kriegsschäden zu finden waren. An der Ringstraße wurden die prächtigen Bauten der Behörden errichtet, darunter wie gesagt auch das neue HZA-Gebäude.
Die Zollniederlage Emden war 1943 ausgebombt worden und wurde ab 1950 anderweitig untergrbracht. Der Freihafen wurde eingerichtet und mit einem hohen Zaun umgeben. So konnte der sonst hohe Personalaufwand , der aufgrund des enorm angeschwollenen Transitverkehrs und des regen Schiffverkehrs - täglich 20 bis 30 Schiffe - angefallen wäre, weitgehend gedrosselt werden. Nur an den Freihafen-Toren wurden Passierstellen = Kontrollstellen eingerichtet.
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Die nahe Nordsee brachte es mit sich, dass sich in Emden schon sehr früh auch Reedereien niederließen. Ostasien-Fahrten, Walfang, Heringsfischerei, Kaiserliche Marine, Borkumfähren etc.! Damit verbunden waren sowohl einige tollkühne Unternehmen als auch Schiffsverluste.
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Der leichte Kreuzer “EMDEN” operierte weit weg von der Heimat 1930
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Die Fregatte EMDEN 210 im Einsatz der Bundesmarine
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Gebaut wurden 1960/63 die Klappbrücke über die Nesserland-Schleuse; 1962 die Tankreinigungsanlage; 1964/66 der Jarßumer Hafen; 1961 die Verlägerung des Südkais; 1965 die Verlängerung des Nordkais, 1930 bis 1960 der Geisesteert (Abgrenzung des Dollarts vom Emsfahrwasser). Für die Zollüberwachung waren besonders wichtig der Bau der Erdölwerke FRISIA und des Zweigwerks der Wolfsburger Volkswagenwerkes (alle 45 Sekunden läuft in Emden ein Passat vom Band).
1966/67 trat eine weitere Veränderung im Hauptzollamt ein. Noch vor Einbruch des Winters, am 01. Dezember 1966, wurde das Emswachschiff eingezogen. Zitat von OZR = Oberzollrat Ernst Reinema, der die Chronik des HZA Emden vervollständigte: „der Wasserzoll hat diesen Verlust nie verschmerzt“ (darüber mehr in '500 Jahre Emsüberwachung') Am 31. März 1967 wurde dann auch das HZA Leer aufgelöst. Das Gebiet des HZA Emden reichte plötzlich bis an die Meppener Grenze.
Im Zuge der EUROPÄischen Vereinigung wurden die Ämter wesentlich verkleinert. Nicht vorauszusehen war allerdings, daß mit dem Waffen- und Rauschgiftschmuggel sowohl als auch durch den zunehmenden Terrorismus die Augaben des Zollgrenzdienstes nicht aufgehoben waren. Emden hatte jetzt neben dem großen Küstenabschnitt und der 5 km Freihafengrenze auch wieder eine Landgrenze bekommen. Dazu gehörten die ZÄ Neurhede, Rhede, Bunderneuland mit Dünenbroek, HafenZÄ Leer und Papenburg und die Zkom Bunde und Leer. Am 01.Oktober 1971 kam auch das Zollamt Aurich dazu. An der deutsch-niederländischen Grenze begann die Abfertigung der Grenzabfertigung in gemeinsamen Diensträumen, und zwar am 27.Juni 1973 Neurhede - Bourtange auf niederländischem Gebiet, am 14. Juni 1974 Wymeer - Bellingwolde auf deutschem Gebiet (ZA Dünebroek).
Über einige weitere Umorganisationen wird noch bei den nachgeordneten Dienststellen berichtet. Hier jedoch noch einige Schlagzeilen aus dieser Zeit: „Rauschgift und Waffenschmuggel nimmt zu“, „Fandung nach Terroristen eingeleitet“, „Butterfahrten werden eingeschränkt“, „Verstärkter Grenzaufsichtsdienst an der Grünen Grenze“.
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1976 erhielt das HZA Emden noch zwei neue Sachgebite hinzu, und zwar die Zollabfertigung und die Außenprüfung. Im selben Jahr wurden die Steuerkommissariate in Emden und Leer aufgelöst. Die Dienststellen firmierten sich anders, so heißt es jetzt „HZA Emden - ZA Neurhede“ oder „HZA Emden - Zkom Norden“. Im Jahre 1977 gab es ein neues Arbeitsfeld. Norwegisches Erdgas aus dem EKOFISK-Feld in der Nordsee kommt über eine 350 km lange Pipeline und wird bei der Verdichtungsstation Risumer-Nacken nach Emden eingeführt. Das Werk ist seitdem der größte Steuerzahler für das HZA Emden. 1978 ging eine der größten Firmen Emdens, „Schulte & Bruns“ in Konkurs. Die rückständige Mineralölsteuer in Höhe von 500.000 DM wurden jedoch noch bezahlt. Am 31. März 1979 wurden die Aufgaben des ZA Weener auf die ZÄ Bunderneuland und Leer verteilt. Am 30. Juni 1980 schließlich wurde die Zollabfertigung Industriehafen des ZA Nesserland eingestellt.
Im Jahre 2002 ging dann eine weitere Ära des Zolls in Emden zu Ende. Das HZA wurde aufgelöst, die Zuständigkeiten dem Hauptzollamt Oldenburg übertragen, das nun für den ganzen niedersächsischen Küstenbereich von der Ems bis zur Elbe verantwortlich ist. Die Verbindung der Firmen mit den Zollämtern durch Telefon, FAX und Computer ist eine logische Folge der Konzentration weiterer Zolldienststellen.
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Die Liste der HZA-Vorsteher ist nicht ganz vollständig. Einige Namen wurden ausradiert oder verwischt. Über den ersten Vorsteher ZOI Breusing wurde schon berichtet. Er war bis 1867 im Amt. Ihm folgten:
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1867 bis 1887 OZI Goth
1878 bis 1897 RR Müller
1897 bis 189? ?? Josef Goth
1897 bis 1923 ?? Albert Schulte
1923 bis 1926 RR Perl
1926 bis 1929 Dr. Willemsen
1929 bis 1932 RR von Brenzon
1932 bis ??? ZOS Steinhagen ???
1932 bis 1934 ZR Stölken
1934 bis 1936 ZR Adler
1936 bis 1938 ZR Nase, später OZR; Vertreter OZI Reiche
1938 bis 1940 ZR Seebach, Vertreter ZAmt Renk
1941 bis ??? ZR Obert, Vertreter ZAmt Renk
von 1939 bis 1947 sind die Namen ausradiert oder verwischt.
1949 bis 1953 ZR Hermann Dirksen(kam bei einem Autounfall am 27.11.53 ums Leben)
1953 bis 1957 ZR Menzel
1957 bis 1960 ZR Harken
1960 bis 1964 ZR Nissen
1964 bis 1975 RR Wilck (genannt: 'Papa Wilck')
1975 bis 1976 OZR Grüßing
1976 bis 1984 ORR Diedrich Grüßing
1984 bis 1992 ORR Dieter Mantz
ab 1992 ORR Gerd Schlamelcher
bis 1999 ZOAR Vörckel
Auffallend ist, dass in der Zeit des 19. Jahrhunderts die Vorsteher sehr lange im Amt waren, dieser Trend nach dem Krieg auch wieder zunimmt, in der NS-Zeit aber nur kurze Amtsperioden zu verzeichnen waren.
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Nach der Auflösung des HZA Emden wurden die Geschäfte vom HZA Oldenburg geführt. Vorsteher war Joachim Wilken bis 2009.
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Nun noch einige ergänzende Anmerkungen, übermittelt von Holger Ebkes, HZA Oldenburg, KR 1, KE 13, Dienstsitz Baltrum ( ehm. GASt Baltrum .Die Bezeichnugnen der Dienststellen habe sich seit ca. zwei Jahren erheblich geändert)
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Herr Wilken ist seit dem Jahr 2009 nicht mehr Vorsteher des HZA Oldenburg. Er hat sich an das HZA Bremen versetzen lassen. Frau Astrid Gessler ist seitdem die neue Vorsteherin des HZA Oldenburg. Sie verfügt über sehr gute Personalkenntnisse und war vorher auch bei der BFD Mitte / Hannover ( ehem. OFD Hannover ) tätig und war in den 90er Jahren auch bei uns im Bezirk des damaligen Zkom Norden als RRin z.A, tätig.Die Strukturen haben sich inzwischen stark verändert. Der ehemalige Grenzdienst nennt sich jetzt Sachgebiet "C " - Kontrollen. Es gibt in Emden den Kontrollraum 1 ( Leiter ZAR martin Albers ). Norden ist dem Kontrollraum 1 unterstellt und ist jetzt die Kontrolleinheit 13. Deren Leiter ist ZAM Hermann Cornelius. BZbV , Vzkom und natürlich Zkom gibt es nicht mehr
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Wer noch mehr Nachträge hat, sollte sich melden. Die Homepage wird selbstverständlich laufend fortgeführt. jb
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ENDLICH! Es ist geschafft.
Diese Homepage ist nun auch als Buch mit dem Titel
ZOLL UND GRENZE IM WANDEL DER ZEIT
erschienen. Es hat die ISBN Nr. 9783 8370 9550 0, hat 424 Seiten, davon 45 farbig
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