Vorgeschobene Posten

Auf dem Weg nach EUROPA - Zoll und Grenze im Wandel der Zeit

Zollämter, GASten  etc.

 

Im Laufe der Zeit gab es viele nachgeordnete Dienststellen bei den HZÄ Nordhorn, Leer und Emden, die z.T. mehrfach ihre vorgesetzte Dienststelle wechseln mussten, die zum größten Teil immer wieder umorganisiert und modernisiert wurden. Es gibt jetzt nur noch wenige davon. In Kurzform sollen hier die einzelnen „Vorposten“, die Zollämter und Zollkommissariate, vorgestellt werden:

BORKUM:  Die Insel Borkum, die westlichste der ostfriesischen, hat in den vergangenen  Jahrhunderten ein vielfältiges Bild geboten. 150 Menschen lebten hier im Mittelalter, bis die Walfänger im 18. Jahrhundert den Reichtum brachten. Nach den englisch-französisch-niederländischen Kriegen und der Napoleonzeit trat wieder höchste Armut ein. Erst mit dem Aufkommen des Tourismus blühte die Insel auf.

Zoll hat man früher wahrscheinlich nie gekannt - wer sollte auch kontrollieren oder einnehmen. Gut geordnet war das Strandrecht. Doch durch das Strandjen wurden auch keine goldenen Nasen gewonnen. Erst mit dem Anschluss Hannovers an den Deutschen Zollverein erlebten die Borkumer eine erste Zollbehörde. Am Rektor-Meyer-Pad wurde vor 1861 ein Zollhaus gebaut, das lange von Zollbeamten bewohnt war. 1877 wurde dort das Zollamt mit Dienstwohnung für die Vorsteher etabliert. Nach dem Krieg war am Kleinbahn- und Schutzhafen eine Baracke eingerichtet als „Zollabfertigungsstelle - Borkum-Reede“. 1963 erhielt das Amt im Schutzhafenterrain ein stabiles Häuschen, in dem sowohl die Zollabfertigung als auch der Zollgrenzdienst zu Hause sind. 1977 wurde auch das ZA Borkum dorthin verlegt und Anfang der 90er Jahren gänzlich aufgelöst. Zwei Beamten versehen noch den Zollgrenzdienst, der allerdings wegen der Drittland-Grenze wichtig genug ist.

Der Geschäftsbereich des ZA erstreckt sich auf die ca. 36 qkm große Insel. Früher gab es fast nur die Aufgabe für die Sicherung der Zollbelange bei Strandgut zu sorgen. Es gibt auch heute noch Strandjers, die jeden Morgen den Strand nach wertvollen Gütern absuchen. Dass dabei auch mal ein Ballen Kaffee oder ein Fässchen Rum nach Hause geschafft wird, bevor die Zöllner kommen,  ist oft Thema beim Klönschnack. Das Strandjen in der ursprünglichen Form hat aber längst seine Bedeutung verloren.

Jetzt ist es wichtig, den grenzüberschreitenden Waren- und Reiseverkehr aus Drittländern zu überwachen.  Besonders nach dem Schengener Übereinkommen wird versucht, von See her in Deutschland einzureisen. Ferner ist der Schiffsverkehr abzufertigen und die zollrechtliche Überwachung des Luftverkehrs mit Privatflugzeugen zu gewährleisten. Als Einfuhrgüter sind Baumaterialien, Pflanzen, Fisch und „Touristen“ zu verzeichnen. Das Zollamt war mit einem ZOI, 1 ZBI = Zollbetriebsinspektor und 2 ZS besetzt. In der neunziger Jahren wurde das ZA aufgelöst.  Die Grenzaufsicht wird von zwei Beamten durchgeführt.

NORDERNEY: Die Nachbarinsel Borkums, das Norder Auge, ist vom Festland schneller zu erreichen. Das führte auch schon sehr früh zu einem regen Badetourismus (erstes anerkanntes Nordsee-Heilbad). Vor allem kamen hochgestellte Persönlichkeiten gern und oft auf die Insel, so Fürst von Blücher, Otto von Bismarck und auch das Königshaus aus Hannover.

Dafür war aber auch der Zoll nachweislich schon sehr früh zur Stelle. Von 1823 bis 1853 gab es ein Zollhaus mit einem Zolleinnehmer in der Luisenstraße. Von 1853 bis 1874 war das Zollamt in der Langestraße 96.

Der Badeverkehr nahm zu, immer mehr Menschen wollten ihren Urlaub an der See vebringen. Das Dorf Norderney wurde  immer größer. Hatten noch 1810 607 Menschen in 106 Häusern zwischen Dünen, Watt und Nordsee gelebt, so vervielfachten sich diese Zahlen bis Ende des 19. Jahrhunderts rapide. 1874 musste ein stabiles Zollhaus im Hafen, Marienstraße 2, eingerichtet werden. In einem Anbau befand sich die Niederlage für holländisches Gemüse und hochwertiges Strandgut.

Bald war das Schmuggeln von See her eine günstige Nebeneinnahme. Das konnte der Zolleinnehmer natürlich nicht alleine übersehen. Es wurde eine Grenzaufsichsstelle  mit zwei Dienstwohnungen in der Marienstraße 23 gebaut. Die Grenzzöllner hatten die Aufsicht am Strand und im Hafen und unterstützten zudem das ZA. Die Oberaufsicht hatte der Obergrenzkontrolleur von Norden. Im Letzten Krieg musste die GASt in eine Baracke am Hafen umziehen, das ZA war von 1941 bis 1945 geschlossen. 1952 konnte das ehemalige Offiziersheim Gorch-Fock-Straße 22 bezogen werden, wo genug Platz für das Zollamt, für Dienstwohnungen und dem Dienstraum der GASt vorhanden war. Doch das war nur eine Zwischenlösung - das ZA befindet sich jetzt am Hafen und die GASt am Windjammer Nr.1

Sechsmal änderte die Zollstelle Norderney ihren Namen: von 1823 bis 1841  war sie eine Nebenzollreceptur. Sie unterstand der Hauptreceptur in Emden als „Emszollkontor“, die wiederum noch bis 1826 der Landdrostei unterstand. 1841 wurde Norderney ein Grenzsteueramt, 1854 ein Nebenzollamt, 1908 ein ZA III, 1937 ein ZA II und ist ab 1956 wieder ZA III. Die jährlichen Einnahmen stiegen laufend (außer im Krieg und kurz danach): 1933 = 3.675,- RM, 1946 = 2.493,- RM und 1958 = 114.611,- DM. Als Bedienstete gibt es einen Beamten in der Abfertigung und drei im Zollgrenzdienst. Bis auf weiteres wird Norderney auch Grenzgebiet gegen AußerEUROPA (Seegrenze) bleiben und daher auch Zollgrenzbeamte brauchen.

NORDEN:  Zollamt, Zollniederlage und Zollbezirkskommissariat waren wohl über Jahre hinaus aus der nördlichsten ostfriesischen Stadt nicht wegzudenken. Mit der Zeit wurde wie überall kräftig abgespeckt, so dass heute nur noch drei Beamte vor Ort  sind, und zwar zwei Sekretäre, die ständig im Branntweineigenlager beschäftigt sind und ein ZOI, auf dem die andere Arbeit lastet. Der Geschäftsbereich des ZA Norden erstreckt sich auf die Stadt Norden, den Gemeinden Hage und Dornum, den Samtgemeinden Broekmerland, Esens, Holtriem, Großheide, der Stadt Wittmund und den Inseln Juist. Baltrum, Langeoog und Spiekeroog. Wegen der EG-Außengrenze und des neuen „Grenznahen Raumes“ ist an der Küste auch weiterhin der Zoll inclusiv Grenzaufsicht gefordert.

NESSERLAND: Es war dringend erforderlich, dass neben dem ZA Ratsdelft -es brannte 1944 aus - mit dem Ausbau des Emder Hafens auch ein Zollamt in Hafennähe sein musste. Es gab schon sehr früh Pläne des Magistrats, das Hafengelände als Freihafen zu gestalten. Eine öffentliche Niederlage wurde schon mal 1854 eingerichtet. Der Beschluß zur Einrichtung eines Freibezirks kam erst 1901 zustande. Zuständig für die zöllnerischen Belange war das ZA I Nesserland, dessen Gebäude an der Schleuse errichtet wurde. Anlässlich des Besuchs des Deutschen  Kaisers am 08. August 1901 wurde der Freibezirk am Hafen feierlich eröffnet. Der Freibezirk wurde schon 1904 in einen Zollausschluss umgewandelt, der mit der Erweiterung des Binnenhafens noch ausgedehnt wurde.
Zollausschlüsse sind deutsche Gebiete, die aus dem Zollgebiet ausgeschlossen sind. Dabei unterscheidet das Zollrecht, ob diese einem fremden Zollgebiet angeschlossen sind oder nicht. Im ersteren ist die deutsche Zollhoheit überhaupt nicht wirksam. Im Anderen gilt zwar die deutsche Zollhoheit, doch wird in ihnen der Teil des Einfuhrzollrechts nicht wirksam, weil dieser eine Überschreitung der Zollgrenze voraussetzt. Innerhalb eines solchen Zollausschlusses können Waren gelagert, umgewandelt, veredelt oder verbracht werden, ohne dass der Zoll eingreifen muss. Das ist vorteilhaft in großen Seehäfen - die Schiffe und ihre Ladung, der Proviant und alles andere, was an Bord ist, müsste sonst bei Ankunft einfuhrzollrechtlich und bei der Abfahrt ausfuhrzollrechtlich behandelt werden. Die Staatshoheit bleibt allerdings auch in Zollausschlüssen uneingeschränkt bestehen.
Nach dem Zollgesetz von 1939 sind die Zollfreibezirke/Zollausschlüsse in den Häfen in „Freihäfen“ umbenannt worden. Das gilt auch für Emden. Der Freihafen wurde mit einem Hohen Zaun umgeben und nur an den Toren Nesserland und Borssum gibt es Übergangs- bzw. Abfertigungsstellen. Die Freihafengrenze wurde allerdings im Laufe der Zeit mehrfach geändert. 1937 die Angliederung des Bahnhofs Emden-Außenhafen, 1963 die Eingliederung des Jarßumer Hafens, 1965 die Ausgliederung der VW-Verladestelle, 1967 die Verlegung der Grenze von der West auf die Ostseite des Außenhafens. Die Freihafengrenze wird durch den Grenzaufsichstdienst überwacht.
 

Das Zollamt NESSERLAND war über 100 Jahre eines der wichtigsten Zollämter in Emden. Nach dem “aus” des Zolls suchte man für das denkmalgeschützte Gebäude einen Käufer. Doch davon wurde nichts. Im Jahre 2008 musste es abgerissen werden, weil es den Deichbaumaßnahmen im Weg stand.

Zum Zollamt Nesserland gehörten die Zollzweigstellen „Alter Außenhafen“, „Nesserländer Schleuse und Drehbrücke“ und „Dukegatt“. Hinzu kamen einige Zollboote, wie die „Schwalbe“, die „Fletum“, die „Dollart“ und später die „Breslau“ und die „Kolberg“. Auch das Emswachschiff vor Pogum war dem ZA Nesserland unterstellt.

Es gab immer viel zu tun beim ZA Nesserland. Zu überwachen waren zwei Schiffsbedarfslager, ein Zolleigenlager, ein Zollvormerklager und eine Werft. In den Jahren 1960 bis 1964 war in der Erdölraffenerie „FRISIA“ eigens eine Zollzweigstelle mit vier Beamten eingerichtet. Seit 1964 sind das VW-Werk und der Jarßumer Hafen, seit 1977 die Erdgas-Verdichtungsstation am Rysumer-Nacken zu überwachen,  um nur die größten Steuerzahler zu nennen.

Ende der neuziger Jahre kam das “aus” des Zollamtes Nesserland. Auch das war ein Schritt auf dem Weg nach EUROPA!

Ein großes Arbeitsfeld für die Zöllner waren die Butterfahrten, früher „Stichfahrten in See“ genannt. Diese wurden zuerst von der Reederei AG Ems per Schiff von Emden nach Delfzijl unternommen (dort war auch eine ZZ des ZA Nesserland eingerichtet). An Bord konnten die Reisenden die großen Freimengen einkaufen. Mit dem Bus reisten sie über Bunderneuland wieder ein. Damit wurden aber die für den Schiffsverkehr geltenden Beschränkungen der Reisefreimengen unterlaufen.  Der Butterfahrt-Boom rief viele Schiffe auf den Plan, sogar aus der Flensburger Förde. Insgesamt waren zeitweise acht Schiffe mit einer Kapazität von über 3.000 Fahrgästen mehrmals täglich auf der Route Emden-Delfzijl oder umgekehrt unterwegs.

Das niederländische Butterschiff DOLPHIJN II erhielt ab 1999 andere Aufgaben

Am 01. Juli 1976 wurde die Allgemeinde Zollordnung geändert. Dadurch konnte der krasse Mißbrauch eingeschränkt werden. Die Waren durften auf der Ems nicht mehr verkauft werden. Mit dem Erliegen der „Kleinen Butterfahrt“ wurde die „Große Butterfahrt“ für viele Busunternehmen in Deutschland zur Attraktion. Sie karrten die Menschen aus allen Richtungen nach Emden. Es gab ja neben dem günstigen Einkauf auch noch eine „lustige Seefahrt“ zu erleben. Die Schiffe fuhren von Emden zum Eemshafen, von dort in Hohe See und zurück nach Emden; oder Eemshafen-HoheSee-Borkum-Eemshafen.  Die Abfertigung des eingebrachten und zugebunkerten Proviants wurde im gemeinschaftlichen Versandverfahren erledigt. Die Versorgung der Butterschiffe erfolgte jeweils in Emden.

Am 01. Januar 1983 wurde die Allgemeine Zollordnung noch einmal dahingehend geändert,, daß die Butterschiffe sich nur noch mit Waren aus dem zollrechtlich freien Verkehr ausrüsten dürfen.  Der Verkauf der Waren war allerdings schon ab Verlassen des Eemshafens erlaubt. Durch diese hohen Auflagen, auch weil es sich fast nicht mehr „lohnte“, wurden die Butterfahrten stark minisiert. Bis 1999 fuhren nur noch  die „HARLE-EXPRESS“ von Emden und die „DOLPHIJN“ von Eemshaven.

Die vielfältigen Aufgaben des ZA Nesserland erforderten selbstverständlich auch einen hohen Personalbedarf. Die Vorsteher waren um 1936 Zollamtmann, 1960 Zollrat, bis 1976 Oberzollrat und schließlich Zolloberamtsrat. Wenn an vielen anderen Stellen ein Personalabbau erfolgen musste so konnte trotz Modernisierung durch Motorisierung und Technisierung, trotz Telekom und Computer beim ZA Nesserland nicht auf den Mensch Zöllner verzichtet werden - bis 1999, da war auch dieses Zollamt überflüssig.

LEER: Zwei Komponente waren für den Bau des Hauptzollamtes und noch mehr der Zollniederlage in Leer ausschlaggebend: 1.) das Hafenbecken, das fast an die Mühlenstraße reichte, und

2.) der Bau der Königlich-Hannoverschen-Westbahn mit dem Bahnhof nicht weit vom Hafenbecken. Genau dazwischen siedelte sich der Zoll an.

Vorher vollzogen sich Handel und Markt hauptsächlich auf dem Waageplatz. Es war der Umsatzplatz, weil damals noch alle Waren gewogen werden mussten,  nicht nur für die Händler aus Leer, sondern auch für solche aus Teilen des Amtes Aurich und des Rheiderlandes. Umgesetzt wurden Butter und Käse, das nach Bremen und Hamburg, Hafer und Käse, das nach Westfalen ausgeführt wurde. Von Westfalen wurden Rocken (Spinnmaterial, auch Spinngeräte) , Eisenwaren, Eichenholz, Leinwand bezogen. Der Handelsweg nach Westfalen war weniger über die Ems als mehr noch über Leda und Soeste.

Es waren wohl mehr die verbesserten Verkehrsverbindungen, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts zum vermehrten Handel und damit wirtschaftlichen Aufschwung in Leer führten. Nur innerhalb von zehn Jahren  - von 1840 bis 1850 - verdoppelte sich die Zahl der einlaufenden Schiffe und der Umschlag der Waren. Das wurde noch vermehrt, als die hinderlichen Grenzen zum Rheinland und zu Westfalen wegfielen.

Es gab eine ganze Reihe von GASten entlang der Grenze und der Ems. Sie wurden zum größten Teil nach Auflösung des HAZ Leer Von der GAST Wymeer ist unter ZZ Kloster Dünebroek mehr berichtet. Von den anderen Dienststellen werde ich nan und nach etwas schreiben - ich bitte um Hinweise.

GAST Ditzum: Ende des 19. Jahrhunderst war hier ein Otto Ferdinand Louis Rector aus Hatzum Grenzaufseher. Nach dem letzten Krieg wohnte in Hatzum ein Zöllner namens Rector, der in Emden Dienst verrichtete.

GAST Jemgum: In dem Dreifamilienhaus wohnten bis zu Krieg NAZI-Zöllner. Danach waren di Wohnungen anderweitig vermietet.

GASt Stapelmoor: Die Beamteten machten hauptsächlich Dienst an der Ems mit Schwerpunkt Halte. Das Zollhaus wurde später Gemeindebüro.

Damit wurde der Zoll in Leer gefordert. Viele Handelsbetriebe führten zollpflichtige Waren ein, wollten diese jedoch nicht sofort mit der Zollsteuer belasten. So war neben dem Zollamt auch eine Zollniederlage erforderlich. Diese wurde am 31. März 1862 als „Freie Niederlage am Bahnhofsbassin“ dem ersten Vorsteher des HZA Leer, ZOI Frank, übergeben und am nächsten Tag in Betrieb genommen. Auf dem 3.600 qm großen Lagerraum konnten nun Tee, Kaffee, Tabak und andere Waren zunächst zollfrei gelagert werden, bis sie zum freien Verkehr von den Firmen abgeholt und verzollt wurden.  Genau 100 Jahre wurde diese Praxis gehandhabt. Mit dem ZG 1962 wurde die Zollniederlage aufgehoben und diente fortan als „Nur“-lagerstätte für verschiedene Firmen. Ein Teil wurde als Depot für Hilfsmittel des DRK eingerichtet. Das Gebäude wurde unter Denkmalsschutz gestellt und dient jetzt z.T. als „Zollhaus Leer“ kulturellen Veranstaltungen.

Der Leiter des Zollkommisariats Leer, OZI Erich Drescher, wurde 1933 sehr bald ein führender Parteigenosse der NSDAP und 1934 Bürgermeister der Stadt Leer. Mehr darüber hier klicken.

Das ZA Leer, das nicht nur die Niederlage zu verwalten hatte, sondern auch den Hafenbetrieb und einige größere Firmen in der Stadt überwachte, zog 1967 zunächst mit 10 Beamten in das „überflüssig gewordene“ HZA-Gebäude, das aber 1972 abgebrochen wurde. Die Zöllner nahmen wieder in der Niederlage Platz. Die Zollabfertigung ersteckt sich neben dem Hafenbetrieb auf die Ölmühle, ein Kraftfutterwerk in der Einfuhr und in der Ausfuhr auf das Milchwerk MZO. Das ZA ist besetzt mit drei Beamten des gehobenen und sieben Beamten des mittleren Dienstes.

PAPENBURG: Wenngleich in und um Papenburg schon mehrfach vom Zoll die Rede war, so handelte es sich vor allem um die Grenzen der Kleinstaaten wie Ostfriesland und das Fürstbistum Münster. Seit 1632/38 durchzogen immer mehr Kanäle das Moor. Der Drost des Emslandes Diedrich von Velen hatte eine gute Nase. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass die Fehnsiedlung sich ständig erweiterte. Seine Nachfolger haben aus dem „Moordorf“ eine blühende Stadt gezaubert. Es waren vor allem die Seefahrt und der Schiffbau, die den Reichtum brachten.

Diese Entwicklung sah auch das honnöversche Königshaus und vor allem das Ober-Zoll-Kollegium. Ob schon gleich Zolleinnehmer in Papenburg eingesetzt waren, ist nicht bekannt, aber anzunehmen. Schon damals befuhren die Papenburger Schiffe alle Weltmeere und brachten Waren aus Übersee in ihre Heimatstadt, die selbstverständlich zollrechtlich behandelt werden mussten. Bekannt ist, dass 1854 ein Nebenzollamt I. eingerichtet war. Daneben gab es ein Creditlager (Niederlage) für Schiffsbaumaterialien.

Das Zollamt war von 1908 bis 1963 in angemieteten Räumen der Firma Rieke und Meyer untergebracht. Der Neubau entstand am Deverweg, zentral gelegen sowohl für den Bahnverkehr als auch für den Hafen.  Hier gab es auch die meiste Arbeit, denn Massengüter kamen und kommen heute noch aus zahlreichen Ländern (1993 = 22 Nationalitäten) wie GUS (früher UdSSR), Skandinavien, Benelux, Asien, Afrika und Amerika. Umgeschlagen wird neben Holz auch Baumaterial, Dünge- und Futtermittel. Ausgeführt werden Holzhackschnitzel, Torfprodukte und Kartoffeln. Bei der einzig (von 24) verbliebenen Werft  Jos.L.Meyer werden große Luxus-Passagier-Liner gebaut und über die schmale Ems zur Auslieferung gebracht. Die letzten Schiffe, die auf der Sürkenwerft gebaut wurden, sind an eine Reederei in Dänemark abgeliefert worden.

Die alte Meyerwerft am Turmkanal

ZHS Garrelt Pruin wird verabschiedet

Seit 1992 ist das ZA eine Binnenzollstelle für Papenburg, Rhede, Dörpen, Lathen, Sögel, Werlte und Nordhümmling und eine Grenzzollstelle für den Seehafen Papenburg. Sechs Beamte sind sowohl für den grenzpolizeilichen Bereich im Seehafen als auch für die zollrechtliche Abwicklung in den großen Betrieben wie Meyerwerft, Papierfabrik Nordland in Dörpen, Anhänger- und Maschinenbau Krone in Werlte und den holzverarbeitenden Betrieben Brügmann, Ostermann und Scheiwe und Spanplattenwerk (ist 1997 abgerissen) in Papenburg zuständig. Nach Auflösung des ZA Herbrum ist der Aufsichtsbereich bis an die Schleuse Herbrum ausgeweitet. 1938 gab es in Papenburg eine Zollfahndungsstelle.

Der Schlepper “Papenburg”

Das letzte von der Sürken-Werft abgelieferte Schiff ging nach Dänemark.

Die ORIANA verläßt den Dockhafen

HERBRUM: Es ist unwahrscheinlich, dass im Mittelalter die Handelswege von Groningen nach Westfalen über die Ems bei Herbrum führten, wie in einigen Berichten über diese Zeit ausgesagt wird. Vielmehr ist anzunehmen, dass der Weg über die „Moorenge“ und den Sandrücken Bourtange bis nach Heede zur Ems verlief. Von dort aus konnte allerdings links der Ems auf den Friesenweg und rechts der Ems auf die Königsstraße ausgewichen werden, um eine günstige Furth durch die Ems zu finden.

Zollamtlich hatte Herbrum die jüngste und kürzeste Geschichte. Als 1966 das Emswachtschiff vor Pogum eingezogen war, wurde das ZA Herbrum in einem Gebäude auf dem Schleusengelände eingerichtet. Das Haus war 1894 erbaut und wurde für den Zoll modernisiert.

Die Aufgabe des ZA Herbrum, das zuerst nur von den Blauen“, den Wasserzöllnern besetzt war, bestand in der zollamtlichen und grenzpolizeilichen Abfertigung des grenzüberschreitenden Schiffsverkehrs. Als Massengüter aus den Niederlanden oder den skandinavischen Ländern kamen Mineralöle, Salz, Düngemittel, getreide, Zement, Stahl, Holz und vieles mehr über die Ems und fuhren bei der Schleuse Herbrum in das Zollinland ein. Im Sommer waren es viele Sportboote aus dem Ausland, die abgefertigt werden mußten.

Zur Unterstützung des Zollamtes stand ein Zollboot zur Verfügung. Nach dessen Einziehung im Jahre 1988 wurden die Wasserzöllner nach und nach von den „Grünen“ ersetzt.

Noch ein Hinweis: in der Dorfchronik von Herbrum ist aus dem Jahre 1497 eine Zoll- und Handelskontrakt und für 1846 ein Emszoll erwähnt.

Nur 29 Jahre existierte das Zollamt Herbrum. Es war nicht nur das jüngste, sondern damit auch die am kürzesten arbeitende Zollbehörde

WEENER: An der Straße von Neuschanz nach Leer war das Zollkontor in Weener die erste Anlaufstelle. Der Weg  über dem alten Dollartdeich von 1605 war natürlich noch nicht gepflastert oder sonstwie befestigt. So kann man sich leicht vorstellen, wie schwierig es war, Waren von und nach Holland zu transportieren. Die Einnahmen des Zolleinnehmers waren deshalb auch sehr gering - er musste sicherlich  noch einem anderen Beruf, wie zu der Zeit üblich, nachgehen.

Es heißt, dass Napoleon mit seinem Tross über Neuschanz nach Preußen einmarschierte (oder war es die Ausreise?). Jedenfalls übernahmen die Franzmänner in Weener auch die Zollstelle. Nach der Niederlage und beim Anrücken der Preußen und Kosaken verließen sie Weener fluchtartig, ließen aber ihr Firmenschild mit der Aufschrift „EMPIRE FRANSAIS - Bureau des Droits Ramis“ zurück, das jetzt im Heimatmuseum Weener aufbewahrt wird. Auch blieb die Geldkassette mit den nur wenigen Einnahmen in Weener.

Die Ober-Zoll-Direktion richtete 1825/26 eine Neben-Zoll-Receptur in Weener ein. Leider gibt es über diese erste Zeit keine Informationen. Im Jahre 1876 wurde ein Zollgebäude erbaut. Zu dieser Zeit war auch die Straße von Leer nach Neuschanz befestigt, und ... was für den Zoll noch wichtiger war: die Eisenbahnstrecke Leer-Ihrhove nach Holland verlief durch Weener, wodurch Ein- und Ausfuhrzölle anfielen. Der Vorsteher des Zollamtes war beritten, wahrscheinlich mussten die Zöllner auch Grenzdienst verrichten. Außerdem hatte der Berittene die aufblühenden Betriebe zu überwachen und den Schiffsverkehr im Hafen zu kontrollieren.

Aus den Personalanweisungen einen Ausschnitt:  Zass = Zollassistent Andreas Müller ist Dienstwohnungsinhaber, am 20.XI.1884 in Offleben geboren. Sein Vater war Weichensteller bei der Bahn. Er war verheiratet, hatte zwei Knaben und eine Tochter, kein Vermögen, keine Schulden, hat 2 Zivil- und 16 1/12 Militärdienstzeit, EK II. und andere Auszeichnungen, ist seit 16.11.1922 beim Zollamt Weener.  Bemerkungen: Radfahrer, hat eigenes Rad.

Am 13. November 1894 wandte sich der Magistrat der Stadt Weener an die Ober-Steuer-Inspektion Berlin mit der Bitte um Verlegung der Stelle des Oberzollkontrolleurs von Bunde nach Weener. Es sei jetzt eine geeignete Wohnung mit Stallungen vorhanden. - Antwort der Provinzial-Steuer-Direktion der Provinz Hannover vom 20. Januar 1895: „ ... es fehlt eine Veranlassung  dazu Stellung zu nehmen.“ Eine solche Stelle in der Stadt muss wohl sehr attraktiv, vielleicht sogar gewinnbringend gewesen sein,  zumindest für die Geschäftswelt,  denn drei Jahre später macht der Magistrat zu Weener einen weiteren Versuch, dieses Mal gleich an die Provinzial-Steuer-Direktion der Provinz Hannover mit der Anfrage, ob nun die Kontrollstelle von Bunde nach Weener verlegt werden kann. Dieses Mal ergeht der Bescheid, dass die Station des Obergrenzkontrolleurs Riemschneider nach Weener verlegt werde. Hannover, den 16. Mai 1897.

Die Vorsteher des Zollamtes Weener waren ab 1913 ZI Kliesch, bis mindestens 1915;  1925: OZI Vieth; 1926: ZI Ohde; 1927 bis 1929: OZI  Gericke;  1929 bis 1938 OZI  Stelzer;  ab 1938 OZI  Voß.  Die Namen im Krieg und danach sind mir nicht bekannt, vielleicht kann noch jemand helfen)

Dieses Schild ließen die Franzosen zurück

Der alte Seedeich, inzwischen Bundesstraße.

Im Juni 1972 wurde das alte Zollamtsgebäude in Weener abgebrochen. Das Zollamt zog in das Gebäude des alten Bahnhofs, wo ehemals Dienstwohnungen der Bundesbahnbeamten in Diensträume für den Zoll umgewandelt worden waren. Bei der Einweihung, an der auch der Vorsteher des HZA Emden, ORR Wilck, teilnahm, war man voller Hoffnung auf die Zukunft des Amtes. Konnte man ahnen, dass die wichtigsten Steuerzahler - die Puddingfabrik Polak und die Baumschulen Hesse - ihre Tore schließen mussten? 1988 wurde das ZA Weener ganz aufgelöst, die Aufgaben übernahm das Zollamt Bunde.

WYMEER/DÜNEBROEK: „Diese Landschaft, vom Dollart bis nach Meppen, von der Evenburg der Grafen von Wedel in Loga bis zum Jagdschloss Clemenswerth bei Sögel lässt sich schlecht in Worten beschreiben - sie will erlebt sein. Man kann sie nicht erfassen, wenn man nur flüchtig mit dem Auto durchrast. Am besten erschließt sich einem der Geist der Landschaft, wenn acht Stunden Grenzdienst zu Fuß oder mit dem Fahrrad vorgeschrieben sind.“  Worte eines Zöllners, der seine Erlebnisse an der grünen Grenze zwischen Deutschland und Holland, zwischen Wymeer/Kloster Dünebroek und Bellingwolde an seine Lieben zu Hause berichtete.

Schon in der hannöverschen Zeit war die Grenzaufsichtsstelle Dünebroek mit einem Massivbau (wahrscheinlich zwei Dienstwohnungen) an der jetzigen Mühlenstraße in Betrieb. 1869 wurde Grenzaufseher Peters von Dünebroek als Steuereinnehmer nach Steinbrück versetzt.

Als der Grenzverkehr und damit die Transporte von und nach den Niederlanden , und als dann auch noch die befestigten Straßen hüben und drüben gebaut wurden, und als dann eine Brücke über den Tydenskanal den Weg freigab, wurde zwischen dem Klostergut Dünebroek und der alten Festung (1795) Lethe ein neuer Grenzübergang in Betrieb genommen. An deutscher Seite war das zunächst eine Bretterbude (Zollbude) als Abfertigungsraum - vielleicht versuchsweise.1928 einigte man sich mit der königlichen Regierung der Niederlande, hier einen regelrechten Übergangsbetrieb zu erstellen. Die Zollverwaltung baute gleich ganz groß: ein massives Dienstgebäude mit einem Abfertigungsraum und zwei Dienstwohnungen und den nötigen Nebengebäuden. Die Niederländer waren vorsichtiger. Mit der Begründung, dass die Straßenverhältnisse vom Zollamt bis ins Hinterland über Wymeer nach Weener oder Papenburg für Schwertransporte nicht ausreichen würden, bauten sie nur eine kleine Baracke mit einem Schlagbaum. So blieb es denn bei dem kleinen Grenzverkehr.

Vor allem wurde Gemüse aus Holland eingeführt, außerdem Kümmel und Grassamen für das Klostergut Dünebroek. Ausgeführt wurden Kartoffeln und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse. Einen „Zwischenauslandsverkehr“ gab es am Tydens-Aa-Kanal, der direkt an der Grenze entlangfließt und als Zubringer zur Westerwoldschen AA dient. Bei Dünebroek gab es einen Umschlagplatz für Torf, Stroh und Dünger, der aus dem Emsland über Rütenbrock eingeführt wurde und hier zollrechtlich zwischenbehandelt werden musste.

 

Auf dem Tydens-Kanal: Ein Torfschiff kommt         hier gab es einen Umschlagplatz                              die Brücke über den Tydens-Kanal

Schlimme Zeiten kamen in der NAZI-Zeit.  Schon  vor dem  Krieg  wurden die HIGA's = Hilfsgrenzangestellte einberufen. Oft waren das Männer aus dem Dorf. Sie erhielten die vorgeschriebene Uniform und streiften, den Karabiner lässig geschultert, durchs Dorf und übers Moor. „Die waren viel härter als die richtigen Commiesen,“ erzählt ein Augenzeuge,  „die meinten nun wunder was sie sind.“

Der Kriegsausbruch am 10. Mai 1940 mit Holland brachte wieder Unruhe mit sich. Viele Wymeersters hatten Verwandte an der anderen Seite der Grenze. Zwar marschierten die deutschen Truppen nicht über Dünebroek in Holland ein, doch die Bevölkerung stand fragend und bangend, was wohl jetzt aus den Freunden und Verwandten drüben werde und ob wohl der Krieg  auch hier - vielleicht von der anderen Seite - überschwappe. Es ging alles gut, nur die Verbindung nach Holland war unterbrochen. Nicht lange nach dem Einmarsch kamen holländische Zwangsarbeiter, die auf den Feldern und Äckern bei Wymeer und den umliegenden Dörfern eingesetzt wurden.

Ein einzelner kanadischer Panzer rollte kettenrasselnd über den Grenzübergang, setzte seine „rasende“ Fahrt  ohne anzuhalten fort,  durchquerte das Klostergut und hielt erst auf der Straßenkreuzung beim Geschäft Müller an. Würde er jetzt alles in Brand schießen? -  Nein, es blieb mäuschenstill. Die Anwohner verharrten in ihren Verstecken. Sie befürchteten das Schlimmste. Plötzlich lief ein französischer Kriegsgefangener auf den Panzer zu, Hände und Arme hochstreckend! Ob er kanadisch sprechen konnte?  Er palaverte mit den Händen und machte Zeichen. Nach einer Viertelstunde kehrte er zurück und beruhigte seine „Arbeitgeber“:  „Alles gutt. Panzer nix tutt.“  Der Tank drehte und fuhr zurück. Es dauerte nicht lange, da dröhnten die Motoren und rasselten die Ketten vieler Panzer und Militärfahrzeuge der Kanadier über die Hauptstraße nach Wymeer.  

Niemand sah den „Grenzübertritt“ der anrückenden Alliierten. Niemand weiß, wo die Zöllner geblieben waren. Niemand weiß, wieso das Zollhaus einige Tage später in Schutt und Asche lag, völlig zerstört und abbruchreif - niemand hat etwas gesehen.

Für die Einwohner gab es nach dem Kriegsende immer noch kein Hin und her. Fragen nach den Verwandten und Bekannten an der anderen Seite konnten nicht beantwortet werden. Die Holländer hatten einen 50 m breiten Streifen an der Grenze annektiert.  Dort mussten sogar die Häuser abgebrochen werden. In dem Niemandsland, das etwa bis zur Höhe Heerenland reichte, mussten sich die Arbeiter durch einen besonderen Pass mit Bild ausweisen. Strenge Kontrollen überall. Am Brualer Schloot stand ein Schild: „Halt, Sperrgebiet. Es wird unmittelbar geschossen!“

Die ehemaligen Zöllner, z.T. SSler, aber entnazifiziert, arbeiteten als Landarbeiter auf dem Gutshof Kloster Dünebroek, während die GASt Wymeer, mitten im Dorf, im Juli 1946 wieder für den Grenzaufsichtsdienst zugelassen wurde. Die dortigen Beamten überwachten nach Abzug der Alliierten auch den Grenzübergang Dünebroek wieder.

Das Alte Zollhaus an der Mühlenstraße                                Mitten in Wymeer das schmucke Zollhaus          Bäume wachsen aus dem Schornstein

Es war jedoch noch kein geregelter Grenzverkehr möglich, weil die Zugbrücke über den Tydens-AA-Kanal zerstört war. Erst nach mehrfachen intensiven Eingaben sowohl von deutscher als auch von den niederländischen Nachbarn wurde die Brücke wieder hergestellt. Vorher mussten die Bürger den 4 km weiten Umweg über Bunderneuland in Kauf nehmen.

Mit der Wiederherstellung der Kanalbrücke wurde auch an deutscher Seite der Grenzübergang wieder voll geöffnet. Anstatt des großen Zollamtsgebäudes entstand allerdings „nur“ ein kleiner Massivbau im Bungalow-Stil mit Abfertigungs- und Durchsuchungsraum sowie sanitären Anlagen. Eine Schranke sperrte die Straße gegen unerlaubten Übergang ab. An der niederländischen Seite stand immer noch das Holzhäuchen, das jetzt ebenfalls wieder „in Betrieb“ genommen und zu den Öffnungszeiten von den niederländischen Douane-Beamten besetzt war.

Zunächst war der Übergang nur als Zollzweigstelle II. des Zollamtes Bunderneuland gedacht. Den Dienst verrichteten die Beamten der GASt Wymeer. Nach einer Übergangsphase - nur der kleine Grenzverkehr war erlaubt - durfte die ZZ auch den großen Reiseverkehr abfertigen. Seit 1973/74 benutzten auch die niederländischen Kollegen den kleinen Abfertigungsraum.  Ab 1977 schließlich wurde der Übergang als Grenzzollamt eingestuft.

Zum Schluss noch eine kleine Begebenheiten: Als Kinder wollten die Jungen aus dem Dorf oder aus Weener auch gerne einmal nach Holland. Doch die Grenzer blieben hart, wenn sie keinen Ausweis oder Pass vorzeigen konnten. Und wer hatte das von den Jungen schon?  Nur eines erlaubten die Zöllner: die Kinder durften wenigstens ein Bein über die „Göte“ = kleiner Graben stellen und waren damit immerhin in Holland gewesen. - - - -  

Übergang ZZ Dünebrook,         links deutsch,     rechts niederlande

Die Zollzweigstelle wurde vom GASt Wymeer betreut.

Unterrichtsgang der Klassen 3/4 der Volksschule Wymeer mit Lehrer Schuhseil

-  Die Landarbeiter des Klosterguts zogen sich im Sommer auch schon mal luftig an oder entledigten sich sogar der Oberkliedung. Mit ihrem Lichtbilderpaß durften sie ja in das Niemandsland, während die Zöllner draußen bleiben mußten. „Die werden wir schon kriegen,“ mag sich einer der Grünen gedacht haben und lauerte die Arbeitskolonne beim Nachhauselaufen ab. Paßkontrolle!  Zum Erstaunen des Zöllners zückten die Arbeiter ihre Mütze - hervor kam der zwar zerknitterte aber doch gültige Paß.  - - - - - Gleich nach dem Krieg hieß es, und das stand ja auch groß in der Zeitung, daß die Niederlande das ganze Rheiderland annektieren wolle. Das war für die Einwohner ein Schock und viele sahen sich nach einer anderen Umgebung jenseits der Ems um. Doch alles wollten die Wymeersters den Muffkoppen doch nicht überlassen, und weil Brennholz und Bauholz ohnehin knapp war, wurde die Eichenallee von Dünebroek bis ins Dorf ratzekahl abgeholzt. Im Nachhinein eine voreilige Natursünde, wie sich später herausstellte.  - - -  - Über den Schmuggel bei Wymeer und anderswo wird noch gesondert berichtet.

Noch etwas Erfreuliches: Zu Weihnachten erhielt die Besatzung des kleinen Grenzhauses jeweils ein Päckchen, immer persönlich überbracht von Bürgermeister Paul Bloem. Die Bevölkerung Wymeers hat die Auflösung der Dienststelle in Dünebroek sehr bedauert, bedeutete doch der Zoll mit den nächtlichen Streifen ein gewisser Schutz für das Dorf und die Wymeerster.

Im Rahmen der grenzdurchschnittenen Grundstücke hatte der Niederländer Vierboom auf dem Klostergelände einen großen, landwirtschaftlichen  Betrieb. Er baute hauptsächlich Tulpen an. Die Mitarbeiter waren aus Wymeer. Vierboom wohnte in Bellingwolde und wurde regelmäßig an der Grenze kontrolliert.

RHEDE: Den Zoll auf der Ems hatte Rhede im Mittelalter zur Genüge erlebt, doch ein Grenzzollamt? War das denn nötig bei den Straßenverhältnissen Mitte des 19.Jahrhunderts? Floss damals wirklich schon viel Verkehr von hüben nach drüben oder umgekehrt? Alle Fragen müssen wohl mit JA beantwortet werden, denn schon am 1. November 1859 wurde ein Nebenzollamt II weit ab vom Ort, aber doch nicht ganz an der Grenze, eröffnet. Wahrscheinlich half man sich dort zuerst mit einer „Zollbude“, von wo aus der Übergang kontrolliert werden konnte. Als Güter wurden dazumal Vieh, Pferde, Schafe und landwirtschaftliche Erzeugnisse gehandelt. Es war wegen des dürftig instandgehaltenen Sand- und Moorweges nur ein lokaler Verkehr möglich. Selten verirrte sich damals ein fremder Reisender oder Händler ins Rheder Moor.

Das wurde sicherlich bald anders, als die Niederländer von Bellingwolde aus den Zufahrtsweg befestigten und an deutscher Seite Hümmlinger Katzenköpfe herbeigeschafft wurden, um eine holprige Straße zu bauen. Wenn die Kutschen nicht gut genug gefedert waren, gab es oftmals ein Achsen- oder Radbruch. Den Reisenden wurde der Rücken ordentlich zusammengestuukt. Im Jahrbuch der preußischen Zollverwaltung von 1914 wird der Übergang bei Rhede als ZA II aufgeführt. Vorsteher war Oberzollkontrolleur Zollinspektor Tasche.

Die Türklinke an der alten Rheder Kirche           Steine markierten die Grenze        Lange einsame Wege führten einst durch das Rheder Moor

1959 wurde Rhede nach einer Übergangszeit während und nach dem Krieg Rhede wieder ein ZA II und 1969 ein ZA I. Wie sehr sich der Verkehr über das ZA Rhede entwickelte, zeigen folgende statistische Zahlen: Ein- und Ausreise: 1961 = 244.000 Personen und 69.410 Fahrzeuge. 1969 = 468.823 Personen und 191.139 Fahrzeuge. Die Zahlen waren stets steigend.

Besetzt war die Stelle mit einem Beamten des gehobenen und sieben Beamten des mittleren Dienstes. In Stoßzeiten wurden die Zollamtsbeamten von den Streifen der Grenzaufsicht unterstützt..1973 verlegte die niederländische Douane ihre Diensträume in das Zollamtsgebäude Rhede, es wurde jetzt gemeinschaftlich abgefertigt. Immer mehr mußte der Rauschgift- und Waffenschmuggel bekämpft werden. Dazu wurde 1987 eigens eine Durchsuchungsgarage gebaut. Deswegen war auch der Grenzaufsichtsdienst wesentlich verstärkt worden - Durchsuchungstrupps machten hier so manches Schnäppchen.

Am 31. Dezember 1992 schlug die letzte Stunde. Am 01. Januar 1993 waren die Zöllner weg, die Fahrt in beiden Richtungen frei. Vertreter der Gemeinden Rhede und Bellingwolde kamen an diesem Morgen auf der Grenze zu einem kleinen Festakt zusammen und pflanzten an beiden Seiten der Straße je eine EUROPA-Eiche. Über die Beziehung Rhedes zu Bellingwolde wird im Kapitel „grenzenlos“ noch eingehend Stellung genommen.

Die Zusammenarbeit zwischen Rhede und den niederländischen Nachbarn ist hervorragend

Einst ein stolzer “TOLLHUIS”, nach 1992 geschlossen

Eichen erinnern an den Tag des Zusammenwachsens - 01.01.1993

NEURHEDE:  Erinnern wir uns noch? Auf der engen Sanddüne mitten im Bourtanger Moor, auf der sich nicht einmal zwei Pderdekarren begegnen konnten, wurde im 15. Jahrhundert zunächst eine Blockhütte gebaut, um unerlaubten Übergang zu verhindern. Später entstand die Festung Bourtange. Viel Kriegsgemetzel fand an dieser Stelle statt und oft wurde die Bevölkerung der Umgebung von den Kriegsknechten aus der Feste belästigt. Ja, diese unternahmen auch Raubzüge bis an die Ems nach Heede und Walchum.

Ende des 18. Jahrhunderts, genau im Jahre 1788, entstand das Dorf Neurhede. Damals war die Grenze noch nicht exakt gezogen und so kam es, dass mit Inkrafttreten des Meppener Grenztraktates 1824 viele Grundstücke von der Linial-Grenze durchschnitten wurden. Der Übergang über den Sandrücken, auch Hondsrüg genannt, von und nach Bourtange blieb davon unberührt. Erst 1854 bauten die Hannoveraner eine Zollbude als Nebenzollamt II. 1898 entstand das große Zollhaus mit Dienstwohnungen, Abfertigungsräumen, Rampe und Stallungen.

Ursprünglich sollte in Neurhede nur der örtliche Reiseverkehr abgewickelt werden. Der Übergang war nur zeitweise geöffnet. Erst nach dem Krieg erging eine entsprechende Einigung mit den niederländischen Behörden, dass die Schranken von 8 bis 18 Uhr geöffnet würden. Der Reiseverkehr nahm sehr schnell zu, die gezählten Personen verzehnfachten sich von 1961 bis 1969 und es kam in derselben Zeit zu einer verdreifachten Fahrzeugüberfahrt. Die Besetzung wurde von zwei auf drei Beamten aufgestockt. In einem Pressebericht lesen wir, dass Ende September 1967 der bisherige Amtsvorsteher OZS Wilhelm Lorenz in Ruhestand ging und von seinem Kollegen OZS Kurt Adler abgelöst wurde.

ZHS Lorenz.  ZOS Adler und  ZS  Vollrath im Dienst. Hochbetrieb beim Zollamt.

Das Gebäude wurde Anfang der Sechziger noch umgebaut, so dass die Beamten den von den Niedrelanden anrollenden Verkehr frühzeitig sehen konnten.

Mit der Zusammenlegung des deutschen und niederländischen Zollamtes, dieses Mal in dem gerade erbauten Zollamtsgebäude auf niederländischem Gebiet, konnte die Öffnungszeit auf 22 Uhr ausgedehnt werden.  Jetzt war nur noch ein deutscher ZA- Beamter  nötig. In der übrigen Zeit wurden die deutschen Belange von Grenzaufsichtsbeamten wahrgenommen. Kurz nach Auflösung der Zollämter Neurhede/Bourtange (1993) bot sich ein trostloses Bild bei dem Gebäude. Der holländische Bau war von Vandalen teilweise zerstört.  Zwei Jahre später: das ehemalige Zollamtsgebäude war als Wohnhaus umfunktioniert und bot dem Aus- und Einreisenden ein „typisch holländisch“ sauberes Bild.

Das niederländische Zollamt wurde von Vandalen heimgesucht.

Niederländische Commiesen auf Streifenfahrt

BUNDERNEULAND/BUNDE/NEUSCHANZ: Der nördlichste Grenzübergang zu den Niederlanden hat sich in den letzten 200 Jahren vom französischen Stützpunkt bis zu einem der modernsten Grenzzollämter der Bundesrepublik Deutschland entwickelt. Auf dem „Langen Acker“ vor Bunde errichtete Graf Ernst Casimir von Nassau-Dietz 1628 im Auftrage der Groninger Stände eine Schanze. Damals schlugen die Wellen des Dollarts noch an die Festungswälle. Es folgte eine wechselvolle Geschichte, bis am 27. März 1795 die Franzosen in Nieuwe Schanz einrückten. Das Dorf stand bis 1811 unter militärischer Verwaltung und erhielt danach eine zivile Obrigkeit,  den Maire = Bürgermeister. Neuschanz gehörte bis 1813 zum Kanton Weener. Als die Kosaken anrückten, soll Napoleon über Neuschanz geflüchtet sein.

Ein Übergang im Wandel: links um 1900, rechts 100 Jahre später

Nach dem Wiener Kongress machte sich das Königreich Hannover in Personalunion mit dem Königreich Großbritanien nach preußischem Vorbild ebenfalls Gedanken um die Grenzsicherung und schuf 1823 die Ober-Zoll-Direktion Hannover, die nach der Einführung des Grenzzollsystems  1825 in „Königlich Großbritanisch-Hannoversche Ober-Zoll-Direktion“ umbenannt wurde. Ihr unterstanden  vier Zoll-Direktionen mit 47 Kreis-, haupt- und Neben-Zoll-Recepturen. Eine davon war Bunderneuland an der Grenze zu Holland.

Plattdeutsche Verse von Gerd Constapel

Dort, wo vormals der Grenzpfahl am Deich - an der östlichsten Spitze der Festung - und später nach dem Meppener Grenztraktat der hohe Grenzstein Nr. 194 I stand, wurde wahrscheinlich schon vor 1820 die erste Zollbude, ein kleines Wachhäuschen, gebaut. Damit waren aber endlich klare Verhältnisse in der Grenzfrage geschaffen.

Bild:  Grenzstein 194 I

Die erste Holzbrücke über den Wymerster Sieltief auf dem Weg von Bunde nach Neuschanz

Nach dem Verzeichnis der Königlichen Ober-Steuer-Commission vom 02. Februar 1820 sollte auf der Straße nach Neuschanz Groningen an der Grenze eine „Haupt- und Grenz-Receptur“ eingerichtet werden. 1825  wurde an der hölzernen Brücke über dem Wymeerster Sieltief das erste feste Zollhaus gebaut. Es war ein massiver Steinbau mit einem Abfertigungsraum, einer Waage und einer Dienstwohnung.

Wie Grenzaufsicht bzw.  Reise- und Warenabfertigung damals vonstatten ging, ist nicht einwandfrei festzustellen oder gar zu belegen. Nun waren schon Zahlstellen aus den vorigen Jahrhunderten aus West- und Süddeutschland bekannt, so dass eigentlich nichts Neues auf ein solches Kontor zukam. Ob nun der Zolleinnehmer ausschließlich von seinem Gehalt leben konnte, ist fraglich. Sicher hat er sich mit den wichtigsten Lebensmitteln aus dem eigenen Garten versorgen müssen, wahrscheinlich graste auf der nahen Wiese auch eine Ziege, ein Schaf oder sogar ein Rind? Konnten die Reisenden an der Station auch ausruhen und einen „Imbiss“ nehmen, vielleicht Pferde tauschen?

Einen Einblick in die damaligen Verhältnisse gibt ein Bericht eines dänischen Reisenden, der mit der Postkutsche von Bremen in Richtung Groningen untewegs war. Es gab damals noch wenig Verkehr und vor allem kein Durchgangs- oder Reiseverkehr in Ostfriesland.

>>>> Von Bremen fuhr der Däne gen Westen. „Je näher man sich der Grenze nähert,“ schreibt er,  „je merklicher fallen die holländischen Sitten auf.  Die Bauart der Häuser und die Kleidung, die Reinlichkeit der Betten und der Stuben und die Zurichtung der Speisen geben davon Zeugnis. Man erkennt den Wohlstand und den Reichtum. Die Kamine sind niedlich mit Verzierungen aus Eisen und Messing. Die Wirtin erscheint mit einem blendendweißen Häubchen und kleinen, platten  Ohrringen. Ihr Akzent ist weder deutsch noch holländisch.“

Der Däne kommt nach Leerort. Die Ems ist zugefroren, aber sie ist übers Eis passierbar. Am anderen Ufer steht ein Wirtshaus. Es ist Sonntag. Viele junge Leute in feinen Tuchkleidern nach holländischem Schnitt begegnen ihn. Er sieht noch Reste der englischen und französischen Batterien und viele Kugeln. Im Wirtshaus trinkt er Wachholderbranntwein wie Wasser. Hier sieht er Betten nach Schiffsart in den Wänden, die von außen wie Schränke zu verschließen sind.

Heute am Sonntag gibt es normalerweise keine Postpferde, doch er bekommt fünf Stück für 36 holländische Gulden. Der Weg nach Weener führt durch „Morast“. Das Land ist vortrefflich ausgebaut. Gräben und Kanäle durchschneiden die Felder, die alle mit Rasen angelegt sind und nicht wie die Heiden im übrigen Niedersachsen. Der beschwerliche Weg nach Weener hat 6 ½ Stunden gedauert, doch schließlich kommt er gut an.  In Weener werden die Fenster und Türen aufgerissen und der Gasthof wird umringt, denn Fremde sind angekommen - mit fünf Pferden! .... und auch wilde Tiere und ein Löwe?.

In Weener bewundert er den niedlichen kleinen Garten, der auf chinesische Art angelegt ist. Im Gasthaus findet er deutsche und holländische Zeitungen und einen Schrank mit japanischem Porzellan.

Es geht weiter nach Neuschanz. Unser Däne bekommt vier Pferde für 23 Gulden für die Fahrt von nur einer Meile  (hat sich wohl verschätzt). Hinter Weener sieht er noch breitere Gräben und Kanäle. Der Fahrweg ist wieder wie dicker schwarzer Morast. Er fährt an Häuser vorbei, die wie Theaterhäuser aussehen, davor Gehsteige mit gelbem Sand bestreut. Er kommt in das flache Land. Er ist einsam in der Wüste. Die Fußgänger wandern über die gefrorenen Kanäle. Als es finster wird, ist unser Däne in Neuschanz gelandet.<<<<

Der Reise- und Warenverkehr über die kleine Nebenzollreception stieg mit den Jahren mächtig an, so dass Hannover sich 1852 entschloss, ein größeres massives Zollhaus an der Grenze Bunderneuland-Neuschanz zu bauen. In den kommenden Jahren wurde auch die Straße nach Leer befestigt.  Links und rechts der Straße bearbeiteten die Polderbauern ihre fruchtbaren Äcker. Im Sommer blühten und grünten darauf Bohnen, Kartoffeln, Raps und viele andere Pflanzen. Im Winter allerdings war auch hier einsame Öde.

Viel Verkehr am alten Zollamt

Kontrolle am alten Zollamt

Kinder gehen über die “Grenze”

Wenig Änderung kehrte ein, als Bunderneuland in ein ZA I umgewandelt wurde. Immer noch holperten die schweren Holzwagen, ihre Räder waren mit Eisen beringt, über die Katzenköpfe. Meistens waren es vierspännige Gefährte, die Waren hin oder her beförderten, oder es waren Nobel- und Reisekutschen, die Reisende ins Ausland schaukelten.  Bis 1925 hat dieses Zollhaus seinen Dienst getan. Es musste wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Schräg gegenüber war inzwischen das neue Zollamtsgebäude entstanden: etwas größer als das Erste, mit mehr „Komfort“ nach damaliger Auffassung - aber an ungünstiger Stelle.  Nach einem Zkom-Bunde-Bericht beklagten die Grenzbeamten sich darüber, dass nunmehr die Sicht auf die Kreisstraße nach Charlottenpolder versperrt sei und damit der „flutende“ Verkehr dort nicht überwacht werden könne. Nun, vielleicht hätten die Grenzkommiesen mal mehr „ins Freie“ gehen sollen, anstatt sich am warmen Ofen im Zollamt festzuhalten. Das Zollamt war doch schließlich nicht für den Grenzaufsichtsdienst, sondern für die Abfertigung des Reise- und Warenverkehrs gebaut - was scherte da die Straße nach Charlottenpolder. Dieses Zollhaus wurde 1930 noch einmal umgebaut und damit den Bedürfnissen angepaßt. Nach 1939 zog dort eine Speditionsfirma ein. 1990 wurde es dann im Zuge des Autobahnbaus abgebrochen.

Passkontrolle spielte eine große Rolle.  Die Passbeamten in blauer Dienstkleidung. Die Zöllner schon in neuer grüner Uniform.

links: viele Ausländer, hier ein Schotte wechselten über die Grenze.

Für die Fuhrwerke stand eine große Dezimalwaage bereit. Wiegen war für die Zöllner Schwerstarbeit. Immerhin wogen die Gewichtsstücke bis zu 20 Kilogramm. Meistens wurde daher nur nach der Zollanmeldung eine Abgabenberechnung  durchgeführt. Das Zollgewicht wurde durch Stichproben festgesetzt.

So ungünstig muss das Zollamt 1925 wohl doch nicht gestanden haben, wie es in dem Zkom-Bunde-Bericht wiedergegeben wird. Schon 1930 war es zu klein geworden, um den Lastverkehr noch bewältigen zu können.  Die Niederlanden hatten inzwischen den 'Afsluitdyk' durch den Zuidersee gebaut, wodurch der Fernverkehr von Rotterdam/Amsterdam mehr auf die nördlichen Straßen geleitet wurde und den Grenzübergang Bunderneuland für die Weiterfahrt nach Bremen oder ins Niedersächsische (damals die Provinz Hannover des Deutschen Reiches) wählte. Nach Leer waren allerdings noch die „Pünten“ = Fähren über die Ems bei Leerort im Wege, so dass oft die Emsüberquerung bei Rhede erfolgte. Die EUROPAs größte Drehbrücke bei Leerort über die Ems kam für diesen Durchgangsverkehr zu spät.

Auch die rigorose Devisenbewirtschaftung von 1934 konnte die Aufwärtsentwicklung nicht aufhalten. Dazu kam, dass immer mehr Güter dank der ausgebauten Straßen und der modernen Lastkraftwagen von der Schiene auf die Straße verlagert wurden. Es musste also unbedingt in Sachen Zollamt etwas geschehen. Ein Grundstück von einem Niederländer? Das erschien damals unmöglich, aber es war sonst kaum Platz unmittelbar am Übergang. Also, es musste hart verhandelt werden - und es gelang Mijnheer Rittmeester Baron van Swinderen umzustimmen. 1936 war der Erwerb des Grundstückes perfekt. Im September 1937 legte das Reichs-Neubauamt in Emden den Entwurf des Zollamt-Neubaus vor. Unmittelbar danach wurde mit den Bauarbeiten begonnen, und am 22. Mai 1939 fand unter Beteiligung verschiedener Behördenvertreter die Einweihung statt.

Dabei ging es der Zeit entsprechend nach festem Protokoll zu. Der Dienstanzug der Zollbeamten sollte sein: hohe Stiefel, kurze Hose, Große Ordensschnalle, Feldbinde. Das Gebäude sollte in würdig gehaltenem Rahmen ausgeschmückt werden. Nach dem Rundgang sollte ein kleiner Imbiss im Gasthof Wolter, Bunde, gegeben werden. Das Menü wurde bestellt aus Suppe, Braten, Gemüse und Nachtisch. Dazu für fünf Männer je drei Flaschen Wein und zum Abschluss Kaffee, Zigarren und Zigarretten. Der Kostenpunkt pro Teilnehmer wurde auf 6,- bis 7,- RM festgesetzt. Tatsächlich kam ein Prokopfpreis von 8,45 RM, nämlich für die 26 Teilnehmer insgesamt 219,60 RM heraus.

Die Veranstaltung begann am 22. Mai 1939 um 13 ½ Uhr mit der Übergabe des ZA-Neubaus durch Regierungsbauinspektor Todt an den Oberfinanzpräsidenten. Es folgten einige Ansprachen und dann der Rundgang unter Führung von Herrn Todt. Anschließend die Feier in Bunde, an der der Landrat Dr. Conring aus Weener; der Vorsteher des FA Weener Steueramtmann Grimme; der Vorsteher des Hochbauamtes Leer Regierungsbaurat Garrels; der Leiter der GeStaPo in Wilhelmshaven; der Präsident der Handelskammer Emden; der Leiter des Reichsneubauamtes in Meppen Cromme; der Gauinspektor der NSDAP Schümann aus Leer (hier liegt ein Übertragungsfehler vor: Max Schürmann war Kreisleiter der NSDAP des Kreieses Leer, Gauinspektor war damals Erich Drescher, Bürgermeister von Leer und ehemaliger Zollkommissar in Leer); der Ortsgruppenleiter der NSDAP Beenen aus Bunde; Bürgermeister Jakob Janssen aus Bunderneuland; Bürgermeister W. de Wiljes aus Charlottenpolder (das Zollhaus stand in der Gemeinde Charlottenpolder); Bürgermeister Winsenborg aus Bunde; Vertreter der Tageszeitungen; von niederländischer Seite: der Inspekteur der Invoerrechten Accijnsen Herr Sissing aus Winschoten; der Vorsteher des Douane-Amtes Neuschanz und Bürgermeister Bismann von Neuschanz; vom Zoll waren neben dem Vorsteher des ZA Bunderneulands auch der Vorsteher des ZA Weener und die Bezirkszollkommissare der Nachbarbezirke Leer und Rhede geladen.

Das Zollamtsgebäude wurde als eines der architektonisch gelungensten Dienstbauten jener Zeit gepriesen. Dass hier schon ein Jahr später deutsche Panzer vorbeirasseln und damit nicht nur die Freundschaft mit Neuschanz und dem Groningerland beenden,  sondern  auch den Zollbetrieb für über fünf Jahre weitgehenst lahm legen würden, haben die Teilnehmer der Feier wohl kaum geahnt.

 Nicht vergessen werden sollte die „Passbude“ gegenüber dem Zollamt, bei der Reisende lediglich - wenn sie keine verzollbaren waren mitführten - die passrechtliche Abwicklung vornehmen lassen konnten. Und gerade diese „Passbude“ oder auch „Passhäuschen“ musste im Jahre 1954 weichen, weil wieder neu gebaut werden sollte. Nach dem Krieg entwickelte sich der Fernverkehr auf den Straßen und der Reiseverkehr derart rapide, dass das “alte“ erst 15 Jahre junge Zollamt den Ansturm nicht mehr gewachsen war. Oft bildeten sich lange Schlangen, die bis weit in Holland hinein reichten. Reisende warteten stundenlang, oder sie wurden ohne Abfertigung einfach durchgewinkt, um den Stau abzubauen. Diese Entwicklung wird durch ein paar Zahlen belegt:

Im Oktober 1953 reisten 12.583 Personen von Westen ein und 12.033 Personen nach Westen aus. Diese Zahlen hatten sich im Oktober 1954 verdoppelt. Im Güterverkehr war der Anstieg noch deutlicher: Im Oktober 1954 fuhren 5.555 Fahrzeuge von West nach Ost, darunter 51 Omnibusse, 3.512 Personen-Kraftwagen, 1.165 Lastkraftwagen  und 827 Motorräder. Dagegen im Oktober 1953 waren es nur 2.399 Kraftfahrzeuge insgesamt. In denselben Vergleichmonaten wechselten etwa gleichviele Kraftfahrzeuge die Grenze nach Holland.  Die Güterbewegung stellte sich ähnlich aufwärtsgehend dar: Oktober 1953  wurden 3.854 Tonnen ein- und 1.453 Tonnen ausgeführt. Ein Jahr später: 4.898 Tonnen im Wareneingang und 5.286 im Warenausgang.

Auch an niederländischer Seite staute sich oft der Verkehr.  Die Passbeamten (Marechaussee) und die Zöllner  (Douane) nahmen ihre Aufgaben immer sehr genau.

Es war also dringend notwendig, das Zollamt durch eine Abfertigungshalle zu entlasten. Es entstand das sogenannte „Insel-Zollamt“, das zuerst nur für den Reiseverkehr gedacht war. Reisende zeigten ihre Mitbringsel vor, die dann verzollt wurden. Das ging „Rucki-Zucki“ - schon konnten sie weiterfahren. 1968/69 musste noch einmal eine bauliche Veränderung vorgenommen werden: die EUROPÄische Einigung rückte immer näher, die EWG begann zu greifen und die Zollbehörden von West und Ost „krochen unter eine Decke“, das Gemeinschafts-Zollamt war geboren.

War schon in den fünfziger, noch mehr in den sechsziger Jahren ein ständiger Anstieg der Arbeitslast zu verzeichnen, so wirkte sich das in den folgenden Jahren noch deutlicher aus. Beängstigend war die Enge a) im Zollamt, weil alle Räume zu klein waren und b) auf dem Amtsplatz, der ewig überfüllt mit Fahrzeugen und Menschen war, und c) die einspurige Verkehrsführung in beiden Richtungen über die Wymeerster-Tief-Brücke, die den Verkehrsfluß immer wieder zum Ersticken brachte. Zehn Jahre, von 1974 bis 1984, dauerte die Planung und Durchfuhrung eines neuen, den Verkehrsansprüchen gerechtwerdenden  Zollamtes. Beim Bau wurde selbstverständlich berücksichtigt, dass an dieser Stelle einmal die Autobahn kommen würde. Es wurden Landaustausche mit den Niederlanden getätigt, und es wurde sehr großzügig mit Abfertigunsggebäuden links und rechts der Fahrbahn und einer breiten Fahrbahnüberdachung, unter der vier Kontrollboxen für den Reiseverkehr standen, gebaut. In den verschiedenen Räumen verrichteten die Beamten der Deutschen Zollverwaltung (11 gehobener, 37 mittlerer und 5 einfacher Dienst, ein Angestellter und zwei Arbeiter), die niederländische Douane, der Bundesgrenzschutz (im Verbund mit den Zöllnern) und die Bediensteten der Koninklijke Marechaussee ihren Dienst. Daneben gab es einen Zollboden, einen Arbeitsraum für Normen- und Qualitätskontrolleure, Arbeitsräume für das Pflanzeschutzamt und das Veterinäramt, eine überdachte Rampe für Lkw-Untersuchungen und eine Durchsuchungsgarage mit Grube, Hebebühne und vielen technischen Einrichtungen.

Zu dieser Zeit war der Arbeitsaufwand im Zollamt noch einmal gewaltig gestiegen. Es wurden 680.000 einreisende Pkw und 7.000 einreisende Busse gezählt. Die Einnahmen im Jahre 1983 = 75.000.000,- DM = Fünfundsiebzig Millionen. Wie froh mögen ZA-Vorsteher ZAR Flentge und sein Stellvertreter ZAM Müller-Seedorf gewesen sein, als sie am 18.September 1984 den geladenen Gästen von beiden Seiten der Grenze die Anlagen in einem Rundgang vorführten. In der Rede des Finanzpräsidenten kam die ganze Freude über das gelungene Werk, verbunden mit den herzlichen Glückwüschen aus Hannover, zum Ausdruck. Finanzpräsident Wedemeyer stellte sich in diesem Zusammenhang voll hinter seinen Beamten, die oft genug wegen ihre den Wirtschaftsablauf hemmenden Tätigkeit in den Medien angegriffen würden. Die wirtschaftsbezogene funktionelle Bedeutung im Warenverkehr habe nach wie vor einen hohen Stellenwert. Ob man zu dieser Zeit noch nicht wusste, dass schon sechs Jahre danach das Schengener Übereinkommen in Kraft treten sollte und dass acht Jahre nach der Einweihung das Zollamt Bunde (es wurde 1984 noch umbenannt)  als lebloses Ungetüm, als Baudenkmal oder Bauruine, an beiden Seiten des fließenden Verkehrs auf der Aurobahn stehen würde????

Busse, Radfahrer, Pkw, Mopeds, ja sogar Fußgänger - der Andrang wurde immer mehr, es war immer Hochbetrieb an der Grenze in Bunderneuland.

Schließlich kamen die Baufahrzeuge.  Die Zollhäuser wurden abgerissen, eine neue Straße gebaut. Die neue Autobahn B 31 geht am Grenzzollamt fließend in die E 22  über.

Für Fussgänger und Fahrradfahrer war der Weg nach Neuschanz (und zurück) leichter geworden.  Dafür wurde eigens eine Noabersbrügg  über das Wymeerster Tief gebaut. Im Bereich des Grenzübergangs wurde das Tief verlegt und ein neues Schöpfwerk gebaut.

Dieses Bild wird/wurde von Gastwirt Weinans in Altenberge aufbewahrt.  Es zeigt den Obergrenzkontrolleur Waldemar Harden - ganz rechts im Bild - mit seinen Beamten. Dienstsitz war damals Haren.

RÜTENBROCK:  Mitten im Moor liegt die Ortschaft Rütenbrock - in einem vor Jahrhunderten unpassierbaren und unüberwindlichen Gelände. Eine Grenze gab es nicht, darum gab es immer wieder Streit um Mein und Dein. In unmittelbarer Nähe auf dem Gebiet der Generalstaaten lag das Kloster Ter Apel, das große Landgebiete für sich beanspruchte. Erst in der letzten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde eine Grenzregulierung zwischen den Niederlanden und dem Erzbischof und Kurfürsten von Köln, gleichzeitig auch Bischof und Fürst zu Münster getroffen. Damit war endlich eine Möglichkeit zum Siedeln geschaffen, wozu vor allem der Sandrücken von Haren nach Ter Apel eine günstige Voraussetzung bot. 1788 wurde die Kolonie Rütenbrock (Name kommt von dem Flüßchen Ruiten-AA) mit 36 Siedlungsplätzen gegründet. Die damaligen Siedler kamen mit wenigen Ausnahmen aus Paderborn.

Nach dem Wiener Kongress wurde Rütenbrock vom Fürstbistum Münster getrennt und kam zum Königreich Hannover. Der neue Grenzvertrag von 1824 sicherte die Besitz-  und Grenzverhältnisse und damit auch die Aufwärtsentwicklung des Grenzortes. Im Jahre 1830 war das Haus Nr. 62 a an der Barthstraße in der Größe von 6 x 15 m ein Zollhaus, wo Zolleinnehmer Hoge die Grenzabfertigung vornahm. In einem anderen Zollhaus wohnte ein weiterer Zolleinnehmer. Nachweislich gab es 1866 zwei Zollbeamte in Rütenbrock. Die Zollstraße, ein Sandweg, verlief paralell zur heutigen Durchgangsstraße, war 250 m lang und 8 m breit. Als 1873 bis 1878 der Kanalbau von Haren nach Rütenbrock vollzogen wurde, gab es ein zweites Zollamt am Hafen neben der Gastwirtschaft Kocks. Jetzt wurde der bisherige Übergang geschlossen, die Durchgangsstraße wurde Zollstraße.

Für den Zoll bedeutete das zusätzliche Aufgaben. Die Schiffe, von den Familienangehörigen getreidelt, konnten nach Holland fahren und mussten dementsprechend bei Ein- und Ausfahrten zollrechtlich behandelt werden. Außerdem nahm der Straßenverkehr infolge des besseren Ausbaus ständig zu. Das war für die preußische Kasse (ab 1866) durchaus gewinnbringend, zumal 1887 die Zolltarife erhöht wurden. Dadurch wiederum erhöhte sich naturgemäß auch die Schmuggeltätigkeit, die von den Grenzern bekämpft werden musste.

Um 1900 wurde die Überwachung der Grenze und das Personal beim Zollamt verstärkt. Die Beamten kamen zunächst in Privatquartieren unter, bis die von der Regierung gebauten Zolldienstwohnungen fertig waren. Insgesamt machten 1906 elf Beamte, darunter zwei Praktikanten, in Rütenbrock Dienst. Das Gehalt der Beamten war mit 60 bis 90 Thaler sehr gering. Die meisten suchten deshalb einen kleinen Zugewinn im Betreiben einer Landwirtschaft (Vieh,Torf). Die Familienangehörigen, vor allem die Ehefrauen, mussten fleißig mit anpacken.

 Der Zollverkehr bestand in diesen Jahren aus Roggen, Hafer, Kartoffeln, die aus Holland eingeführt wurden. Da die Bürger nur wenig Geld hatten, wurde mit Schafen oder Rindern bezahlt. Nur die Zollgebühren mussten bar entrichtet werden.  Um 1900 kamen Schiffe (Harener Pünten, flachbodige Boote) aus Holland mit Steinen für den zunehmenden Häuserbau. Die Schiffe nahmen Kunstdünger und Stroh mit zurück. Auf der Zollstraße wurden mit Pferdefuhrwerken Mehl, Roggen, Butter, Käse, Reis, Kaffee und Tee von Holland und Schweine, Kälber,Hafer und „alte“ Pferde nach Holland verbracht. In der Kriegszeit wurden Seife, Fette, Kakao, Weizenmehl u.a. in großen Mengen von Holland eingeführt. Für 1959 wird der Einfuhrhandel mit Torf, Hafer, Bausteine, Betonpflastersteine, Dachziegel, Dränrohre, Bausand, Mergel, Raseneisenerz, Dextrin, Hartfaserplatten u.v.m. registriert, während Stroh, Torfmull, Zement und gebrauchte Kraftfahrzeuge ausgeführt werden.

Vor der Einstellung beim Zoll waren die Zöllner aktive Soldaten gewesen. Wenn sie dann an die Grenze kamen, hatten sie oft noch keine Zolldienstkleidung und liefen, weil Uniformzwang, in ihrer Militärkleidung an der Grenze. Auffallend war dabei ein Beamter, der in weisser Kürassieruniform Grenzdienst verrichtete (er hat Hose und Jacke sicherlich jeden Tag waschen müssen). Der Dienst wurde zu Fuß absolviert, nur der Oberzollkontrolleur und sein Begleiter waren beritten. Im ersten Weltkrieg wurden viele Grenzer eingezogen, und die Grenze von einer Art Bürgerwehr besetzt.

Waren vor dem Krieg Grenzüberschreitungen  zu jeder Zeit und an allen Stellen möglich, wenn keine Waren mitgeführt wurden, so mussten im Krieg alle Grenzgänger über die Übergangsstelle, die von Militär besetzt und kontrolliert wurde.  Mit Waren mussten die Bürger allerdings immer über das Zollamt. Sie durften vier Pfund Fleisch, Mehl und Zucker zollfrei einführen. Als Zollbude diente eine Holzhütte. Beim Grenzübergang  musste auch immer ein Grenzausweis mitgeführt werden, auch die Übergangszeiten wurden eingeschränkt. Neben der Zollbude stand ein sechs Meter hoher „Fliegerbeobachtungsturm“.

Die Holzhütte wurde 1922 abgerissen und durch eine 4 x 5 m große Baracke ersetzt. 1929 schließlich entstand ds neue, massive Zollamt. Das alte Zollamt bei Kocks wurde zu Dienstwohnungen umgebaut. Die wirtschaftliche Entwicklung nach dem 2. Weltkrieg führte zu einem weiteren zunehmenden Handel über die Grenze.  Am ZA wurde ein Seitenflügel angebaut und 1957 entstand eine eigens für den Reiseverkehr vorgesehene  Abfertigungshalle.

Eng verbunden mit dem Zollamt war der Grenzaufsichtsdienst, der zum größten Teil durch das mehr und mehr kultivierte Moor führte. 1922 waren in der Grenzaufsicht 10 Beamte tätig. Ihre Zahl stieg ständig. Dienstsitz des Inspektors (später ZGKom) war Haren. Dieser wurde 1927 mit dem Bau eines Zkom-Gebäudes nach Lindloh verlegt. 1956 bestand das ZKom Rütenbrock mit den GASten Rütenbrock-mot, Rühlertwist-mot, Landegge, Rühlertwist-G, Schöninghsdorf-Süd + -Nord, Hebelermeer, Fehndorf, Schwartenberg, Rütenbrock-G und Rütenbrock-Nord. 1966 wurde das Zkom aufgelöst, die Grenzaufsicht durch motorisierte Einheiten gesichert. Mit Inkrafttreten der EUROPÄischen Verträge und des Schengener Übereinkommens war 1993 bzw.1995 auch in Rütenbrock die Geschichte des Zolls zu Ende.

Ich bin nicht sicher, ob die obigen Bilder alle dem ZA Rütenbrock zuzuordnen sind. Wer könnte evt. helfen? Wer weiß, wo der Grenzstein mit den Buchstabden EPM  und RBF  gestanden hat?

SCHÖNINGHSDORF: Im Jahre 1868 kehrte der jüngste Sohn (von 13 Geschwistern) der Eheleute Dr. H. Jakob Schöningh und Josefine geb. Coppenrath, Hauptmann Eduard Schöningh, reichlich mit Orden und Ehrenzeichen der österreichischen Marine dekoriert, nach Meppen zurück. Voller Tatendrang kaufte er zusammen mit seinem Bruder von Fullener Bauern die Moorgerechtigkeit zwischen Hebelermeer und Twist in einer Tiefe von 2,5 km von der Grenze und einer Gesamtgröße von 1.500 Hektar. Das Land bestand aus lockerstem und sumpfigstem Morast des hier beginnenden (oder endenden) Bourtanger Moores. Kein Graben zur Entwässerung, kein Weg und Steg zur freien Bewegung, keine Sanddüne im Moor - einfach nur ödes, unwegsames, unbrauchbares Gelände. War Eduard Schöningh denn von allen guten Geistern verlassen?

Der junge Landbesitzer strotzte vor Unternehmungsgeist, immerhin war er in seiner Vaterstadt Meppen ein angesehener Bürger. Auf seinen langen Jagdstreifzügen hatte er dieses Moor kennengelernt, er liebte es. An der anderen Seite der Grenze, bei den Holländern, hatte er gesehen, wie ein solch' unfruchtbares Gelände, auf der höchstens Torfstich, Moorbrände, Buchweizenanbau und Heidschnuckenzucht möglich war, in Weiden und Wiesen umgewandelt worden war. Schöningh nahm also in Hebelermeer Quartier und leitete von dort die Kultivierungsarbeiten. Mit dem 14jährigen Sohn seines Quartiergebers und Ortsbürgermeisters Esders fuhr er morgen für morgen mit einem Ackerwagen auf sein Land. 1875 wurde dort schon die erste Moorkate errichtet. Als darin das erste Kind zur Welt kam, schrieb der Pastor von Hebelermeer in das Kirchenbuch „geboren in Schöningh sien Dörp“. Das war die Namensgebung der späteren Moorkolonie Schöninghsdorf.

Das kultivierte Land wurde in Plaatsen von je 40 bis 60 Morgen aufgeteilt. Bis zum Jahre 1900, dem Todesjahr des Begründers, waren 20 Kolonistenstellen entstanden, 350 ha Moorboden kultiviert. Das war nicht immer einfach gewesen, fehlten doch die wichtigsten Verkehrsverbindungen, um Dünger, Baumaterial u.a. heranzuschaffen.  Das wurde besser, als der Nord-Süd-Kanal ausgegraben war und mit dem Schöninghsdorf-Hoogeveen-Kanals auch eine Verbindung nach Holland bestand.  Außerdem ließ Schöningh auf seinem Land eine Straße, den 8 km langen Schöninghschen Weg über Neuversen bauen.

Ende der 80er Jahren wurde eine Lehrerwohnung und eine zweiklassige Schule gebaut, außerdem entstand eine katholische Kirche und ein Pastorat. Später mit dem Kanalbau nach Holland wird hier dann auch der Zoll gewesen sein. Mit dem großzügigen Ausbau der Verkehrsverbindungen durch den Emslandplan wuchs der Grenzübergang und damit das Zollamt zu einer beträchlichen Bedeutung heran.

Das Verkehrsaufkommen entwickelte sich zusehends. 1953 passierten die Grenzstelle 60.000 Personen, 450 Kraftfahrzeuge und 1.000 Schiffe. Die Einnahmen betrugen 3.000,- DM. 1958 waren es schon 185.000 Personen, 25.500 Fahrzeuge, 100 Busse und 1.000 Schiffe mit einer Zolleinnahme von 80.000,- DM Bis 1967 gehörte das ZA Schöninghsdorf zum HZA Leer, kam dann zu Nordhorn und wurde 1974 aufgelöst. Die Aufgaben übernahme das ZA Hebelermeer. 

HEBELERMEER: Die Hochmoorkolonie Hebelermeer gehörte zu den 14 Neugründungen des Jahres 1788. Der Boden dieses unwegsamen Gebietes war Teil des großen Bourtanger Moores und der Gemeinde Wesuwe, des Wesuwer Moores.  Dort gab es ein großes Moormeer, dessen Wasser durch den Mersbach floss. An diesem Bach betrieb ein Müller eine Wassermühle, er hieß „Hebel zu Hebel“. Nach ihm wurde dann die Siedlung Hebelermeer benannt.

Zunächst waren es 12 Plaatsen, die rund um das Meer angelegt wurden.  Die Arbeit war schwer und konzentrierte sich hauptsächlich auf Schaf- und Bienenzucht sowie den Buchweizenanbau. Die  „landwirtschaftlichen Erzeugnisse“ wurden auf dem Rücken in einem zwei- bis dreistündigem Fußmarsch zum Verkauf ins nächste Dorf gebracht. Als einzigstes Transportmittel stand höchstens noch eine Schubkarre zur Verfügung. Gebrauchsgegenstände wurden auf die gleiche Weise geholt. Ein Schulgebäude (vorher wurde im Schafkoven unterrichtet)  entstand im Jahre 1800, die erste Kirche 1865/66. Das Baumaterial schafften die Bürger in mehreren Jahren jeweils im Winter über die gefrorenen Moraste heran.                 Dem Ersten der Tod, dem Zweiten die Not, dem Dritten das Brot“.

Ein wahres Wort auch für die Begründer und späteren Bewohner von Hebelermeer. Ihr Dorf wuchs ständig an, von 143 Einwohnern in 1821 wurden über 355 in 1905 bis 577 in 1949. Ab dann gab es eine Abwanderung und schließlich Stagnation.

Die Aufwärtsentwicklung  konnte nicht aufgehalten werden. Schon beim Bau des Nord-Süd-Kanals mit den Erd-, Schleusen- und Brückenbauten verdienten die Menschen viel Geld. Ein wichtiges Transportmittel wurde jetzt das Schiff und das Boot.  Und mit der Kultivierung des Moores und dem Straßenbau kamen auch die Kraftfahrzeuge.

Für die Zollverwaltung wurde Hebelermeer ebenfalls interessant. Als das ZA Schöninghsdorf aufgehoben war, entstand hier 1974 eine neues Gemeinschaftszollamt, ursprünglich nur für den Reiseverkehr gedacht und zugelassen. Bald mussten die Verkehrszeiten von anfangs 6 bis 20 auf 0 bis 24 Uhr erweitert werden. Die sechs Abfertigungsbeamten erhielten zeitweise Verstärkung durch den Grenzaufsichtsdienst. In den letzten siebziger Jahren entstanden auf holländischer Seite große Gemüse- und Obstanbaubetriebe, die auch den Warenverkehr über Hebelermeer forderten.  Das wurde 1980 verwirklicht. Der Anstieg der Abfertigungen war unvorstellbar. 1984 fuhren schon 80.000 Lkw über die Grenze, 1990 waren es fast dreimal so viel. Kein Wunder, daß Erweiterungsbauten und größere Stauräume geschaffen werden mussten.

Wie überall war damit 1993 Schluss. Auch als Binnenzollamt konnte Hebelermeer nicht gehalten werden. Die Beamten erhielten andere Planstellen oder gingen vorzeitig in den Ruhestand. An niederländischer Seite hat sich das Abfertigungsaufkommen aus Drittländern günstiger entwickelt, so dass das Zollamtsgebäude  Hebelermeer als ZA Zwartemeer von der Douane weitergeführt wurde. Wie lange noch?

Mit dem KRAD durch Moor und Matsch

RÜHLERTWIST:  „Gar weit in Moor und Heide liegt, wo Hollands Grenze ist, ganz einsam, fern dem Weltenlärm, das kleine Dörflein Twist.“ Das schrieb im Jahre 1926 der Lehrer Johannes Dettmer, dazumal „Magister“ in der kleinen Dorfschule  Rühlertwist. Wer seine Reisebeschreibung „Meine Weltreise zum Twist“ liest, bekommt ein Bild davon, wie es noch in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts im südlichen Bourtanger Moor gewesen und zugegangen ist. Für die nicht einmal 20 Kilometer von Meppen gebrauchte er damals drei Tage, um zu Fuß, mit der Moorbahn und einem Ackerwagen endlich ans Ziel zugelangen. Ob es dazumal schon einen Grenzübergang gegeben hat, wird nicht berichtet - es ist aber anzunehmen, denn der Bekannten- und Verwandtenverkehr nach Holland wird wohl stattgefunden haben.

Nach dem 2. Weltkrieg ist das ZA II nicht mehr von Rühlertwist wegzudenken, wenngleich auch 1953 der Reiseverkehr recht minimal war. Ganze 10 Personen wechselten die Grenze täglich - besonders um die im „Kleinen Grenzverkehr“ zustehenden Vergünstigungen auszunutzen. Eingenommen wurden dabei täglich durchschnittlich 7,- DM. „Zolleinnehmer“ war damals ein Zollsekretär.

Rasch entwickelte sich der Verkehr auch über diesen Übergang. Mit der Moorkultivierung wurden feste Straßen gebaut. Der technische Fortschritt überraschte die einsame Moorkolonie. Motorräder, Autos und sogar Trecker begünstigten den Reiseverkehr, so dass 1958 schon 185.00 Personen, 50.000 Kraftfahrzeuge, 850 Busse gezählt und 140.000,- DM Zolleinnahmen verbucht wurden. Nach dem Umbau 1958 erhielt das Zollamt 1959 die Befugnis zur Abfertigung von Eisenerze, Sammelbehälter aus Stahl, Betonwaren, Mauerziegel und Klinker. Die Einnahmen stiegen von Jahr für Jahr und erreichten 1962 stolze 400.000,- DM

Kontrolle mit Goggo oder VW-Käfer

Es wurde Zeit, dass das ZA von Klasse II auf Klasse I angehoben wurde. Dafür setzte sich neben MdB Dr. Josef Stecker auch der Meppener Landrat und der Bürgermeister Osse aus Schoonebeck (Holland) ein.  Am 01. April 1962 war es soweit, Rühlertwist wurde ZA I. Der Vorsteher war jetzt ein Zollinspektor, die Planstellen wurden von zwei auf fünf erhöht.

Es war der politische Wille, den EUROPÄischen Binnenmarkt und damit den Wegfall der Grenzkontrollen mit allen sich daraus ergebenen Folgen und Risiken zum 01. Januar 1993 zu verwirklichen. Das war auch das „AUS“ für das ZA Rühlertwist wie auch für die ZÄ Frensdorferhaar, Getelo, Wielen-Vennebrügge, Emlichheim, Rütenbrock und der Abfertigungsstelle Achterberg-Springbiel des ZA Bad Bentheim-Autobahn. Die ehemaligen Grenzzollämter Bad Bentheim-Autobahn, Bad Bentheim und  Aschebrügge sind seit dem in Binnenzollämter umgewandelt worden.

BAD BENTHEIM:  Das Eisenbahnzollamt Bad Bentheim, gelegen an der im Jahre 1862 gebauten Eisenbahnlinie Salz-Bergen - Amelo (NL),  gehörte in den sechsziger Jahren neben den Zollämtern bei Flensburg und Kaldenkirchen zu den bedeutensten Grenzübergängen im Schienenverkehr der Bundesrepublik. Diese Eisenbahnstrecke wurde bis 1914 von einer niederländischen Gesellschaft betrieben. Nach der Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn begann für das Zollamt ein ungeahnter Aufschwung. 1929 wurden schon 64.000 beladene Güterwagen abgefertigt. 1943 wird eine Zahl von 85.000 angegeben, wobei damals wohl mehr militärisches Kriegsgut an die Fronten im Westen befördert wurde.  Der eigentliche Vorkriegsstand wurde 1960 erreicht. Zusätzlich zum Güterverkehr kamen 4.300  Reisezüge des internationalen Verkehrs.  Die Konkurrenz schlief natürlich nicht. Mehr und mehr verlagerte sich der Güterverkehr auf die Straße. Nur die Abfertigung im Reiseverkehr hatte, vor allem wegen des aufkommenden Rauschgift und Waffenschmuggels, ihre Bedeutung nicht verloren.  Außerdem nahm das Eisenbahnzollamt Bad Bentheim vielfältige Aufgaben als Binnenzollamt wahr.

Die römischen Verträge und die Verwirklichung der Zollunion 1957/58 hätten schon damals die Zöllner an der Grenze überflüssig gemacht,  wenn da nicht noch die unterschiedlichen Verbrauchs- und Umsatzsteuersätze gewesen wären und die Zöllner nicht auch die grenzpolizeilichen Aufgaben im Personenverkehr und den übertragenen Aufgaben zum Schutz der menschlichen Gesundheit, der Tier- und Pflanzenwelt und der öffentlichen Ordnung an der Grenzübergangsstellen übernommen hätten. Die Kontrolle der Freimengen  erübrigte sich, weil diese allmählich aufgehoben wurden, und sich nicht einmal mehr eine Verdachtsnachschau lohnte. Bei vielen Zollämtern wurde zusätzlich der Bundesgrenzschutz eingesetzt. Im „Personalverbund“ erfüllten die Grenzer ihre Aufgaben.

Immer dichter schob sich der Autobahn-Neubau von Schüttorf an die Grenze bei Bad Bentheim. Die Zollverwaltung war gezwungen, für ein modernes Zollamt mit allen möglichen Kontrollstellen zu sorgen. Der Baubeginn war im August 1983, das Richtfest im Mai 1984 und am 13. Juni 1985  die Freigabe des Autobahnteilstückes BAB 30/E8 von Schüttorf über den Grenzübergang Bad Bentheim-Autobahn  / Oldenzaal - Autoweg nach de Lutte mit gleichzeitiger Einweihung des Autobahn Zollamtes Bad Bentheim. Dabei wirkte auch die Zollkapelle Berlin mit. Am 23. November 1988 fand beim AZA ein Festakt anläßlich der Präsentation der neuen „EUROPA-Schilder“ statt.  EUROPA rückte nun immer näher, immer mehr Dienststellen nahmen nur noch  vereinfachte Kontrollen und Abfertigungen vor, immer mehr Beamte wurden eingespart - entweder versetzt in den Vorruhestand und vor allem keine Neueinstellungen.  Am 01. Januar 1993 wurde die Abfertigungsstelle des ZA Bad Bentheim Autobahn neben den anderen Grenzzollämtern aufgehoben und am 31, Dezember 1994 hebt das Bundesfinanzministerium als Folge des Binnenmarktes das ZA Bad Bentheim-Autobahn ganz auf.

Es sei hier eine Kritik an die politischen Macher erlaubt. In den achtziger Jahren wurden neue, aufs  modernste eingerichtete  Grenzzollämter für einige Milliarden Deutsche Steuergelder gebaut. „Sä harrn kien Middelskött in't Nöse,“ würden die Ostfriesen sagen - sie hätten wissen müssen, dass nicht einmal nach zehn Jahren alle diese Bauten überflüssig waren und damit zu Baudenkmälern und Bauruinen würden. „Auf dem Weg nach EUROPA“ hätte man wissen müssen, und dafür war doch in Bonn sowohl als auch im anderen EUROPA der Zeitplan abgesteckt, dass die Grenzen innerhalb EUROPAs verschwinden und die Grenzzollämter nicht mehr gebraucht würden.

Bilder von der Grenze

:http://www.grenzen.150m.com

Bild:

ZA Bad Bentheim

oder EUROPA-Schild

GEMEINSAM BESSER,  SCHNELLER, BILLIGER:

„Overeenkomst tussen de Bondsrepubliek Duitsland en het Koninkrijk der Nederlanden nopens des samenvoeging van de grenscontrole en de instelling van gemenschappelijke spoorwegstations of van grensaflosstations aan de Duits-Nederlandse grens“. Von dem Wunsch geleitet, den Übergang über die gemeinsame Grenze mit der Eisenbahn, auf der Straße und auf den Schiffahrtswegen zu beschleunigen, sind der Präsident der Bundesrepublik Deutschland und Ihre Majestät die Königin der Niederlande übereingekommen, ein Abkommen zu schließen und haben hierfür zu ihren Bevollmächtigten den Botschafter zu Den Haag, seine Exellenz Dr. H. Mühlenfeld für die Bundesrepublik und den Minister des Auswärtigen, seine Exellent Dr. J.M.A.H. Luns für die Niederlande ernannt.

Das 26 Artikel umfassende Abkommen wurde am 30. Mai 1958 von den beiden Bevollmächtigten unterzeichnet und am 25. August 1960 durch ein Gesetz, dem auch der Bundesrat zustimmte, ratifiziert. Das Abkommen sieht vor, daß in jedem der beiden Staaten nationale Grenzabfertigungsstellen beider Staaten zusammengelegt werden, Grenzabfertigungen beider Staaten in den Zügen oder auf Schiffen während der Fahrt auf bestimmten Strecken und Gemeinschafts- oder Betriebswechselbahnhöfe eingerichtet werden.

Auch die niederländischen Beamten verschwanden von der Grenze

Unter großer Anteilnahme der Öffentlickeit wurde im April 1963 beim Zollamt Emlichheim die Zusammenlegung der Grenzabfertigung gefeiert. Deutsche und niederländische Zollbeamte saßen in einem Raum bzw.  fertigten gemeinsam ab. Die Reisenden brauchten nur einmal an der Grenze anzuhalten. Damit war das erste Gemeinschaftszollamt an der deutsch/niederländischen Grenze in Betrieb genommen worden.  Es war ein Durchbruch, der Schule machte und bald überall an der Grenze praktiziert wurde. Dabei wurden die bestehenden Gebäude, mal an dieser, mal an der anderen Seite der Grenze  gemeinsam benutzt. Einige wurden auch extra dafür neu gebaut.

Ebenso zügig war auch der gemeinsame Abfertigungsdienst in den Zügen - vor allem im Reiseverkehr. Wieder war das ZA Bad Bentheim Vorreiter. Auf der Fahrt wurden die Reisenden von den niederländischen Beamten des Marechaussee und von deutschen Zollbeamten kontrolliert. Das Gleiche geschah auf der Fahrt von Neuschanz nach Leer. Auch der Eisenbahngüterverkehr wurde gemeinsam abgefertigt. Eine schnelle Weiterfahrt war damit gewährleistet   -  so wie es die Initiatoren 1958 gewollt hatten.

GRENZDIENST nur noch bei akuten Anlässen.

Mit 300 bis 400 Beamten im Grenzaufsichtsdienst war die Grenze zwischen Holland und Deutschland auf einer Länge von 100 km fast lückenlos besetzt. Nach dem Motto „Viel sehen und nicht gesehen werden“ streiften die Fußzöllner, manchmal zu zweit, oft genug alleine, vielleicht hier und da mit Zollhund als treuen Begleiter durch Wiesen und Felder, durch Wald und Moor - immer solche stellend aufsuchend, wo ein Überqueren der Grenze durch Schmuggler oder illegaler Einwanderer möglich war.

Wie schon um die Jahrhundertwende mussten die Streifen sich am Dienstkasten der GAST treffen und den Dienstantritt im Dienstbuch quittieren, bzw. nach dem Dienst wieder abmelden. Im Dienstbuch waren kurz vor Dienstbeginn vom Postenführer der Streifenweg nach Geländepunkten, z.b  von 4 a  über 6b nach 3f und die Postierungspunkte und Zeiten, z.B. 8s 14,15 bis 15,45 eingetragen. Dienstzeit, Streifenweg und Postierungspunkte waren streng geheim und durften nicht einmal Familienangehörigen preisgegeben werden. Es gab auch „Dienst nach Ermessen,“ d.h. die Streife konnte ihren Weg selber aussuchen und eintragen. Kontrollen unterwegs gab es bei größeren GASten durch den Postenführer, immer aber durch den GZKommissar oder seinen Gehilfen und den BzbV. Hundeführer mussten zudem mit einer „Überraschung“ durch den Zollhundelehrwart rechnen, der „wirklichkeitsnahe Übungen“ im Gelände vortäuschte.

Am Tage schlenderten die Zöllner meist alleine durch die Gegend. Es war zwischen den Postierungspunkten immer genug Zeit, um auch einmal vom Wege abzuweichen - vielleicht um in aller Ruhe das Frühstücksbrot zu genießen, ein kleines Nickerchen zu machen  oder auch nur, um ein dringendes Geschäft zu erledigen (da fällt mir ein: ein Zöllner mußte eben auch mal aus der Hose, beim Sechsstundendienst nichts Ungewöhnliches. Er ist sehr erleichtert, als er sich aus der Hocke aufrichtet. Wie das so ist, will er nachschauen, wie schön er gek.... hat. Doch er traut seinen Augen nicht. Nichts ist da! Als er sich wieder dienstvorschriftsmäßig angezogen hat, hört er ein Gelächter hinter den Büschen. Er nix wie hin, entsicherte Pistole in Anschlag. Er entdeckt die beiden Übertäter, zwei Waldarbeiter. Sie hatten, während er in der Hocke saß, eine Schaufel unter seinen Hintern geschoben; sein Produkt aufgefangen und schnell beseitigt.Da war wohl eine Flasche Bier fällig).

Der Nachtdienst war hart. Vier, fünf oder gar sechs Stunden - vor dem Krieg sogar noch länger - durch die einsame Öde zu strolchen, das war gegen die Natur. Die Beine wurden da oft wackelig und an den Postierungen fielen schon mal die Augen zu.  Zu zweit war's nicht schlimm, da konnten sie sich abwechseln. Noch besser war ein Zollhund, der die Kontrolle schon von weitem ausmachte oder den „Illegalen“ früh genug schnupperte. Durch Knurren oder mit der kalten Schnauze ermahnte er seinen müden Herrn zum Dienst. In der hellhörigen Nacht war das Nähern des Krad mit Beiwagen, mit dem der BzbV oder der Hundelehrer kamen, gut zu hören. Später war es das Goggomobil, das schon bei der Abfahrt in Bunde oder Walchum oder Lindloh zu hören war. Nur der VW-Käfer des Kommissars näherte sich verhältnismäßig leise. Oft ist eine Streife wirklich im Schlaf überrascht worden und mußte mit einem Disziplinarverfahren rechnen.

ADE! ZOLLGRENZDIENST!

Verschiedentlich wurde auf den Dienst an der grünen Grenze hingewiesen. Das war im Dollargebiet und in den Marschen um Bunde genau so aufregend wie in dem südlich anschließenden Moor. Einsamkeit umhüllte die Grenzer, wenn sie durch unwegsames Gelände stiefelten, wenn sie in einer selbstgebauten Hütte aus Torfplaggen postierten, wenn sie im Sommer wie im Winter, bei Schnee und Regen, bei Sturm und Sonnenschein durch die Heide streifen. Abwechslung gab es nur dann und wann bei der Verfolgung oder dem Auflauern eines Schmugglers, beim Zusammentreffen mit einer anderen Streife oder einer  Kontrolle des „Kontrolleurs“.  So mancher Zöllner versank, paßte er des Nachts nicht auf den Weg auf, in eine Moorkuhle - wäre nicht der Streifenkamerad gewesen ... nicht auszudenken!

Hart wie das Eis im Dollart - geschnappt, abführen

Im Bezirk des HZA Nordhorn gab es 1930 die Bezirkskommissariate Grenze in Gildehaus, Nordhorn, Uelsen, Emlichheim, Rühlertwist und Haren (Haren wurde später nach Rütenbrock verlegt). Diese sechs Kommissariate gab es 1957 auch noch. Sie kontrollierten eine Vielzahl von Grenzaufsichtsstellen mit einem Personalbestand von 263 Mann. Die Grenze war 134 km lang. Als 1967 das HZA Leer aufgelöst wurde, reichte der Grenzabschnitt vom Grenzstein Nr. 1 Dreiländereck bis zum Grenzstein Nr. 173 bei Rütenbrock. Dafür wurden die Zollkommisariate wesentlich verkleinert, zusammengelegt, aufgelöst. Die Streifen wurden mehr und mehr motorisiert. Sie hatten über die Funkleitstelle in Nordhorn ständig Kontakt untereinander und mit der Einsatzleitung.

Der Rauschgift- und Waffenschmuggel sowie die Terrorismus-Bekämpfung führte Ende der siebziger Jahre noch einmal zu einem „Aufbäumen“ des Grenzschutzes. Es war wie bei einem sterbenden Tier, das danach in sich zusammensinkt und nicht mehr ist. 1990 gab es in dem gesamten Grenzabschnitt nur noch 85 Beamte, von 19 GASten waren neun übriggeblieben. Vom 01.Januar 1993 bis 26. März 1995 nahmen noch 21 Beamte die grenzpolizeiliche Aufgabe an der Grenze wahr - danach kam wie überall das AUS. Damit ging eine fast 200 Jahre alte Ära der Grenzaufsicht zwischen Holland und Deutschland zu Ende.

Die Uraufgabe des Zollgrenzdienstes, die Bekämpfung des illegalen Schleichhandels und des Schmuggelns geht indes weiter, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. Auch die Gegenseite hat  Technisierung und Motorisierung für ihr Handeln eingesetzt. Die Zollfahndungsstellen Oldenburg und Nordhorn haben sich dem angepaßt und versuchen, das Illegalgeschäft über die Grenze zu unterbinden. Außerdem sind noch zwei Observationstrupps eingesetzt. Sie haben allerdings vom Gesetz her nur beschränkte Möglichkeiten, den Neuzeitschmugglern auf die Schliche zu kommen oder gar eingreifen zu dürfen.

In diese Zeit, genau am 05. September 1977, kam eine neue Variante im Grenzdienst, die Terroristenbekämpfung. An diesem Tag war der Arbeitgeberpräsident Schleyer verschleppt worden. Die Vermutung lag nahe, dass die Terroristen den Mann nach Holland entführen wollten. In einer Eilaktion wurde die Westgrenze vollkommen abgesperrt. Die Verstärkung des Zkom Bunde kam aus Bremen, Hamburg, Cuxhaven (endlich sahen diese Zöllner auch mal eine „Grüne Grenze“), Lüneburg und Ülzen (das waren Zonengrenzer). Zehn Schwachpunkte wurden rund um die Uhr jeweils von einer Doppelstreife bewacht. An vielen Stellen errichtete man Grenzsperren durch Schranken und Sandhaufen. Zeitweilig waren 100 Zöllner zu einer Zeit im Einsatz. Die hinzugezogenen Beamten wurden in Gaststätten in Bunde und den anderen Orten untergebracht. Ähnliche Aktionen verliefen an der gesamten Westgrenze. Schleyer wurde ein paar Tage später ermordet  aufgefunden.

Nach der Entspannung blieb die Anspannung.  Alles konnte jeden Tag aufs Neue passieren. Die Soll- und Iststärke des Zkom Bunde betrug 1982  80 Beamte, 1987 wurde auch die GASt Neurhede wieder eingerichtet, so dass zu der Zeit neun GASten mit insgesamt 13 Kraftfahrzeugen den Grenzdienst verrichteten. Sie wurden unterstützt von Streifen des Bundesgrenzschutzes.

Und dann war am 31. Dezember 1992  wieder alles vorbei.  Am Neujahrstag 1993 patrollierte kein Zöllner mehr zwischen Deutschland und Holland, weder an deutscher noch an niederländischer Seite.  Das vereinte EUROPA machte es möglich! AUF DEM WEG NACH EUROPA fielen die Zollgrenzen. Nur ein kleiner Posten blieb beim ZA Bunde - bis zum 26. März 1995, als das Schengener Übereinkommen in Kraft trat. Es gab „Freie Fahrt“ von Dänemark bis Spanien, quer durch ein geeintes EUROPA. Keine Zollschranken mehr, keine lästigen Zollabfertigungen, keine Kontrollen. Das, was Napoleon wollte und was sich viele Staaten nach dem Wiener Kongreß 1815 wünschten, ging 180 Jahre später - mit einigen Ausnahmen - in Erfüllung.

Der Schmuggel aber blieb. Nicht mehr so sehr Tabak, Tee und Kaffee über die Grüne Grenze,  sondern vielmehr Drogen, Waffen und sogar Menschen über die ehemaligen Grenzübergänge.                             . Dazu lesen Sie mehr bei ERFOLGE

AUS DER PERSONAL-CHRONIK

                                         der Königlichen Provinzial-Steuer-Direktion Hannover.

Im Jahre 1869 wurden versetzt, entlassen oder befördert:

HZA EMDEN:

Grenzaufseher Sander von Wybelsum nach Langen versetzt

Chausseegeld - Einnehmer Lüers zu Harsweg ausgeschieden

Ober-Grenz-Kontrolleur Erlenbach zu Greetsiel als Ober-Steuer-Kontrolleur nach Trebbin (Potsdam) versetzt

Ober-Grenz-Kontroller Kuhlmey in gleicher Eigenschaft von Lenzen/Elbe nach Greetsiel versetzt

Grenzaufseher Helmold von Wybelsum nach Norddeich

Steueraufseher Heuer von Strackholt nach Hittfeld

Zollamts-Assistent Volger von Norden nach Oestr.Oderberg (Schlesien)

Steuer-Aufseher Formezin von Breslau als Zollamts-Assistent nach Norden

ZS Günther Reich 1961 versetzt zum ZA Emmerich. Befördert: 1961 zum ZS, 1967 zum ZOS und 1971 zum ZHS. Versetzt 1973 nach Böblingen, gestorben 1975 im Alter von 52 Jahren.

Günther Reich war anfangs in Vienenberg am Harz, ab 1954 in Neudersum, dann auf dem Hasselberg eingesetzt. Sein Sohn Werner wurde Polizist und ist jetzt  PHK.

HZA LEER:

Grenz-Aufseher Peters von Dünebroek als Steuer-Aufseher nach der Rübenzuckerfabrik zu Steinbrück

Ober-Grenz-Kontrolleur Pacius in Leer als Ober-Steuer-Kontroller nach Kyritz (Potsdam)

Hauptamts-Assistent  ???? in Neustadt E/W (Potsdam) zum Ober-Grenz-Controlleur in Leer

HZA NORDHORN:

Grenz-Aufseher Günther von Nordhorn zum Steueramts-Assistenten in Uelsen

Grenzaufseher Brill von Nordhorn nach Harburg versetzt

Zolleinnehmer Lahmann von Rütenbrock als Grenzaufseher nach Nordhorn

Obersteuer-Controlleur Graff in Meppen pensioniert

Ober-Grenz-Controlleur Schneider in Uelsen als Ober-Steuer-Controlleur nach Meppen

Hauptamts-Assistent von Kaysenberg in Anklam (Pommern) zum Ober-Grenzcontrolleur in Uelsen

Grenz-Aufseher Jeep in Vennebrügge nach Ludgierzowitz (Schlesien)

Grenz-Aufseher Krüger in Bentheim als Revisions-Aufseher nach Hamburg

Grenzaufseher Schumacher von Holt nach Scherta (Schlesien)

Grenzaufseher Steingräber von Thomsdorf (Potsdam) nach Holt

Zoll-Einnehmer Dähnel in Bentheim als Hauptamts-Assistent nach Hamburg

Im Jahre 1872 gab es folgende Versetzungen,  Beförderungen oder Entlassungen

HZA EMDEN:

Grenzaufseher Vogeler von Carolinensiel nach Hemelingen (Bremen)

Grenzaufseher Heutmann von Wilhelmshaven nach Ditzum

Zoll-Einnehmer II. Klasse Kaut zu Neuharrlinger-Siel und Grenzaufseher Thiele zu Carolinensiel pensioniert.

Berittener Grenzaufseher Pacht zu Greetsiel als Zolleinnehmer II. Klasse nach Neuharrlingersiel.

Sergeant Adomeit vom Hannoverschen Füsilier-Regiment Nr. 73 zum Grenzaufseher nach Carolinensiel

HZA LEER: 

Pensioniert wurde der Hauptamts-Rendant Rechnungsrath Steiniche zu Leer unter Verleihung des rothen Adlerordens 4. Klasse

Pensioniert wurde auch Grenzauseher Thiele zu Ditzum

Grenzaufseher Bode in Neurhede versetzt nach Arbergen

Steuer-Supernummerar Brodkorb zum commissarischen Grenzaufseher in Leer befördert

HZA NORDHORN:

Carl Heinrich Friedrich Salje, geboren 1835 in Badbergen als Sohn eines Steuereinnehmers in Essen, heiratete 1863 in Nordhorn und war danach Grenz- oder Zollvorsteher in Sustrum

Grenzaufseher Neuhoff von Bathorn nach Vennebrügge versetzt

Hauptamts-Controlleur Zöllmer von Nordhorn zum Hauptamts-Rendanten befördert und nach Emden versetzt

Ober-Steuer-Controlleur Schneider zu Meppen zum Hauptamts-Controlleur befördert und nach Nordhorn versetzt

Zollamtsdiener Breling zu Bentheim zum Grenzaufseher in Rönnebeck

Grenadier Mallon vom 3. Garderegiment zu Fuß zum Zollamtsdiener in Bentheim

Sergeant Hagemeister vom Magdeburger Kürassier-Regiment Nr. 7 zum Grenzaufseher in Bentheim

Die  EMS-ZEITUNG in Papenburg berichtet 1907 und 1908 über Versetzungen:

Obergrenzkontrolleur Wagner von Papenburg nach Ostpreußen

Obergrenzkontrolleur Preuß von Cassel nach Papenburg

Berittener Grenzaufseher Thiele von Papenburg nach Nauen

Berittener Grenzaufseher Kruse von Dünebroek nach Papenburg

Oberzolleinnehmer Schleuter von Leer nach Papenburg

Obersteuereinnehmer Gerike von Papenburg nach Hameln

Oberzollkontrolleur ZI Wallenteit von Papenburg nach Berlin

Oberzollkontrolleur ZI Tasche von Bielefeld nach Papenburg

Zollaufseher Klinkenborg in Norden zum Zollassistenten befördert und nach Papenburg versetzt

Diese Aufzählung könnte unendlich fortgesetzt werden, denn alle Personal-Änderungen wurden im Amtsblatt für Hannover veröffentlicht und örtlich auch in vielen Tageszeitungen. Oft geben sie Aufschluß darüber, in welcher Zeit wo Zollstellen ect. bestanden, wie z.B. schon 1869 in Dünebroek oder in Wybelsum. Auch ersieht man, daß viele Zollbeamte vorher Soldat waren und aus verschiedenen Regimentern von der Zollverwaltung übernommen wurden. Versetzungen gab es nicht nur im Bezirk, sondern auch von der Westgrenze nach Ostpreußen oder Schlesien und  von Potsdam oder Pommern nach Ostfriesland/Emsland.  Nicht immer war man sich offenbar über die Schreibweise der Titel einig.

Es gab meines Wissens drei Selbstmordfälle im HZA-Bezirk Leer:

In Walchum am Wald erschoss sich

In Neurhede erschoss sich

In Bunde erschoss sich ZHS Baukamp, ehemals BzbV im ZKom Bunde.

Über die Tragödie in Neurhede schreibt Werner Reich, damals 9 Jahre als:

Ich war in Geldern, ein 80jähriger Mann schaute mich an, ich fragte: “Kann ich weiter helfen?” Er: “Nein, aber ich war auch mal Beamter.”  Ich: “Beamte gibt es viele. Bei welcher Behörde?” Er: “Ich war Zollbeamter”. Ich: “Zollbeamter war mein Vater auch. Wo waren Sie Zollbeamter?” ER: “Ich weiß nicht, ob Sie den Ort kennen, ich war im Vienenberg am Harz beim Zoll.” Ich: “Mein Vater war auch in Vienenberg beim Zoll, wir sich 1954 nach Neudersum gezogen.” ER: “Mein Zwillingsbruder war auch beim Zoll, im Emsland in Neurhede ... er hat sich erschossen” Ich: “Darf ich Ihnen Ihren Name sagen? - Sie heißen Mumme.”  Der alte Herr war sichtlich bewegt und erstaunt.

Damit soll's aber genug sein. Wenden wir uns noch einigen Spezialthemen zu. Wasserzoll

Weitere Links: Tergast   Insel   Presse   Briefmarken  Kochbuch   Meine Bücher   Handys, DSL etc.   Uwe

ENDLICH!     Es ist geschafft.

Diese Homepage ist nun auch als Buch mit dem Titel

ZOLL UND GRENZE IM WANDEL DER ZEIT  

erschienen. Es hat die ISBN Nr. 9783 8370 9550 0, hat 424 Seiten, davon 45 farbig

und kostet 32,80 €.

Zeitungen/Redaktionen bestellen ein kostenloses Exemplar bei www.bod.de/rezensionsexemplar

Sie können es in jeder deutschen Buchhandlung, auch im Internet, oder bei mir bestellen. 04924/9559800 FAX: 04924/95559801           E-Mail: jbtergast@t-online.de Sie erhalten das Buch dann innerhalb 2 - 3 Tagen vom Verlag und bezahlen die Rechnung bei mir.

Buchhandlungen bestellen bei www.libri.de oder bei www.bod.de mit Remissionsrecht

[Europas Zoll und Grenze] [Zum Geleit] [Inhalt/Quellen] [Von der Antike bis Napoleon] [Unruhen zwischen Ostfriesland und Münsterland] [Die Grenze nach Westen] [Der 30jährige Krieg] [Kleine Grenzgeschichten] [Die friesischen Schanzen] [Zollstationen im Mittelalter] [Handel und Wandel im Mittelalter] [14 neue Siedlungen] [Aufschwung und Niedergang] [Commiesen und Douanen] [von Accise bis Zoll] [Zwischen den Zeiten] [Landgewinnung und Grenzziehung] ["teutsche Palen"] [Auf eisernen Wegen] [Schlagbäume rücken zur Seite] [Hier die Not - dort das Brot] [Die Goldenen Jahre] [Das zweite deutsche Reich] [Zollgesetze, Zollvereordnungen, Tarife] [Vom Reichszoll über Bundeszoll bis EU-Zoll] [Zollorganisation] [Vorgeschobene Posten] [Med een Been unner Arms] [500 Jahre Emsüberwachung] [Waren die Zöllner alle Nazis?] [Das Moor erwacht] [Blutende Grenzen] [Zonengrenze] [Kavaliersdelikt] [Die treuen vierbeinigen Zöllner] [Die Polizei des Bundes - BSG] [Zoll und Grenzaufsicht - heute] [OPEN DE GRENS .... grenzenlos] [EUROPA in greifbarer Nähe] [Nachträge]

Diese Homepage wird gestaltet und verwaltet von Johann Beerens,  am Ehrenmal 1   26802 TERGAST,       Tel.: 04924/9559800  FAX: 04924/9559801  und E-Mail:  jbtergast@t-online.de                                           die letzte Änderung war am 31. Januar  2011

Die Texte, Bilder und Grafiken dieser Website sind urheberrechtlich geschützt. Jede anderweitige Nutzung bedarf der vorherigen Genehmigung des Autors, in den meisten Fällen  Johann Beerens, am Ehrenmal 1,   26802 Tergast. Veröffentlichungen in Print- oder Funk-Medien nur gegen das entsprechende Honorar. Widerrechtliche Nutzung, auch auszugsweise, wird zivil- und strafrechtlich verfolgt. Hinweise darauf werden belohnt.

Sollte jemand urheberrechtliche Ansprüche auf Texte, Bilder oder Grafiken dieser Homepage haben, bitte ich um Anruf, damit die Angelegenheit geklärt wird: 04924/9559800, FAX: 04924/9559801  oder  jbtergast@t-online.de

Gewährleistungsausschluss! Die Informationen, die ich auf meinen Websites oder bei Ebay zur Verfügung stelle, unterliegen einer ständigen Kontrolle und werden laufend aktualisiert. Es ist jedoch  möglich, dass sich Daten trotz sorgfältigster Überprüfung inzwischen verändert haben. Aus diesem Grund übernehme ich keine Haftung oder Garantie hinsichtlich der Genauigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der auf diesen Seiten gegebenen Informationen. Dies gilt ebenfalls für alle Websites, auf die in diesem Auftritt per Hyperlink verwiesen wird. Ich hafte nicht für den Inhalt derartiger Seiten.