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Auf dem Weg nach EUROPA - Zoll und Grenze im Wandel der Zeit
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Eine Grenze hat Tyrannenmacht ....
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- ....welch ein Wort, das Friedrich Schiller in seinem „Wilhelm Tell“ ausspricht. Zweideutig zunächst, nimmt man die Aussage aus dem Zusammenhang. Legt man Gewicht auf 'Grenze', so endet irgendwo die Macht des Tyrannen. Andererseits kann es bedeuten, dass an der Grenze oder durch eine Grenze Tyrannenmacht vorherrscht, z.B. durch den Abgabenzwang, durch Personenkontrolle, oder durch die einfache Abriegelung eines ganzen Volkes von der übrigen Welt - siehe die 'Chinesische Mauer', oder was näher lag: die 'Zonengrenze'.
Die einfachste Bedeutung des Wortes Grenze: es ist die Linie, die zwei Bereiche voneinander scheidet. Das beginnt im kleinsten Bereich: Kinder ziehen einen Strich im Sandkasten - das ist mein, das ist dein. Vermessen werden Grenzen bei den Grundstücken. Bei Gemeinden, Ländern oder auch Kirchen einigt man sich auf die Einzugsgebiete, die dann durch Grenzen festgelegt werden. Oft werden Grenzen, besonders Hoheits- und Staatsgrenzen, durch Kriegshandlungen erzwungen. All' diese Linien sind kartographisch festgehalten und dürfen sich nicht um Zentimeter verschieben..
Die meisten Grenzen sind in ihrem Ursprung auf natürliche Art und Weise entstanden - Wasserläufe, Gebirge, Sümpfe, Steppen, Wälder bilden noch immer natürliche Grenzen, durch die dann - kartographisch gesehen - Linien gezogen werden. So bildete z.B. das große Bourtanger Moor die Grenze zwischen Deutschland und Holland - oder die Ems zwischen dem Rheiderland, das früher weit nach Holland hineinreichte, und dem übrigen Ostfriesland.
Oft sind die naturgegebenen Grenzen auch die Trennlinien zwischen Kultur und Sprache, zwischen Tradition und Brauchtum, zwischen Religion und Politik. Völker, Volksstämme, Sippen, Familien sind durch solche Grenzen entstanden. Die Natur verbot es - anders als in unserer technisierten Zeit - über die Grenzen hinwegzukommen. Selbst den Nomaden waren durch die Natur Grenzen gesetzt. Allerdings, bedeutende Städte umgaben sich schon in der vorchristlichen Zeit mit Grenzen - besser: mit Mauern, die die Stadt eingrenzten. Der Prophet Jesaja sagt „Ich will deine Grenzen machen von auserwählten Steinen“.
Grenzen sind immer die Unterscheidung von Mein und Dein. Sie waren daher auch oft Ausgangspunkt von Streit und Zank und Krieg, wie die Geschichte es uns vielfach lehrt. Besonders im Mittelalter umgaben sich die kleinsten Landesherren, Fürsten oder Bischöfe mit einer von der Macht bestimmten Grenze, befestigt mit Burgen, gesichert durch eine Streitmacht. Grenzfehden gab es schon zwischen kleinen Dörfern, wie die weiteren Ausführungen zeigen werden.
Deutschland war im Mittelalter von einer Vielzahl von 'Herrlichkeiten' übersät, die alle ihre Grenzen sicherten. Erst nach der napoleonischen Zeit gab es Vereinigungen, Zusammenlegungen und Grenzberichtigungen. Ein Anfang war der 'Deutsche Bund', der auf dem Wiener Kongreß am 8. Mai 1815 geschlossen wurde. Es war ein loser Verein von 35 Staaten und 4 freien Städten. Danach entstanden Zollvereine, auf die später noch eingegangen wird. Was damals innerhalb Deutschlands geschah, findet eineinhalb Jahrhunderte - nach den beiden schrecklichen Weltkriegen - in ganz EUROPA statt. Bedeutende Staatsmänner versuchen seit den fünfziger Jahren eine Einigung: die EWG, die EG, die Brüsseler und Maastrichter Verträge sind bedeutende Fortschritte. Außereuropäisch sind auch die GATT-Abkommen wichtige Schritte, um Grenzen abzubauen.
Das allerschönste Ereignis aber war die Grenzöffnung und damit der Wegfall der Grenze mitten durch Deutschland Ende 1989. Damit war der 'Eiserne Vorhang' beseitigt. Seit dem gibt es nicht nur im Westen die Versuche einer europäischen Einigung, sondern die Ausweitung reicht bis in den früheren Ostblock, auch wenn dort vorläufig mehr Grenzen aufgebaut als abgebaut werden. Irgendwann, und das wird kein Jahrhundert dauern, wird man auch in den östlichen Ländern erkennen, daß Grenzen Tyrannenmacht sind oder haben.
Wer Grenze sagt, muss auch ZOLL sagen. Grenze und Zoll sind eng miteinander verbunden. Das Zollwesen hat seinen Ursprung im Altertum. Das Wort 'ZOLL' ist abzuleiten von dem griechischen 'To telos', was Ende oder Grenze bedeutet. Aus 'totelos' entwickelte sich in der lateinischen Sprache 'teloneum' und später 'tollonea', woraus im Mittelalter 'tolna' oder 'toll' und das deutsche Lehnwort 'Zoll' wurde.
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Man muss schon weit in der Geschichte der vorchristlichen Völker graben, um die ersten bekannten Zoll- und Steuerabgaben zu entdecken. Etwa vor 7000 Jahren ( 5ooo vor Christi) bildeten in Mesopotanien Ackerbauer und Viehzüchter feste Siedlungen. Dabei wurden auch die ersten Zahl- und Wortzeichen erfunden. Sie wurden in Tontafeln eingeritzt. Aus den ursprünglich freiwilligen Opfergeschenken und Naturalabgaben wurde bald ein festes Abgabensystem - zum ersten Mal wurde der 'Zehnt' erhoben. Im Zollmuseum in Hamburg ist eine Tontafel, etwa 4000 Jahre alt, aus dem Königreich UR, heute Irak, aufbewahrt, auf der Abgabentarife für Tiere, die dem Herrscher König Su-Suen zustanden, eingeritzt sind
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Das ägyptische Volk unter den Pharaonen hatte eine ausgeprägte, gut organisierte staatliche Schatz-, Steuer- und Abgabenverwaltung. Vielfältige Steuern wurden als Naturalien eingetrieben. Daneben gab es die Fronpflicht - eine Art Arbeitsdienst für die göttlichen Herrscher. Maßstab für die Höhe der Abgaben waren die jährlichen Nilüberschwemmungen. Normal musste ein 'Zehnt' abgegeben werden, in guten Jahren wurden bis zu 20 % (der 'Fünft') erhoben, aber in schlechten Jahren entfielen die Abgaben. Fürwahr, ein königlichgöttliches Sozialsystem.
Um das Jahr 700 vor Christi zerfiel das Ägyptische Reich mehr und mehr. Die Assyrer unter König Sanherib und Asarhaddon drängten vor, unterwarfen die Syrer und die Länder am persischen Golf und drangen in Ägypten ein. Um ihre Kriegszüge bezahlen zu können, forderten sie hohen Tribut, der durch eigens dafür eingesetzte Statthalter eingetrieben wurde. Das dauerte jedoch nicht lange. Der Bruderkrieg zwischen den Söhnen Asarhaddon zermürbte das Volk.
Danach wurde der größte Teil des Orients von den Persern beherrscht. Für die zahlreichen Kriege, aber auch für die prächtigen Monumentalbauten in Babylon ( der babylonischer Turm durch Nebukadnezar, Turmbau zu Babel) wurden Dienstleistungen und Abgaben gebraucht. Es gab ein perfektes System, die Steuerlast von dem Herrschervolk auf die unterworfenen Völker abzuwälzen. Ackerbauer und Viehzüchter mussten den 'Zehnt' bezahlen, Handwerker entrichteten Gewerbesteuer, Händler hatten Zoll zu entrichten.
Nach den Persern waren es die Griechen, die durch Kultur und Fleiß einen Großstaat aufbauten. Die Bevölkerung lehnte allerdings eine Steuer ab, sie sei das Zeichen der Unfreiheit. Dafür leistete man freiwillige Dienste zum Wohl der Allgemeinheit. Die Zunahme des Handels versprach den Griechen auch eine gute Einnahmequelle an den Grenzen. Es wurden Ein- und Ausfuhrzölle in Höhe von 2 % erhoben. Daneben waren Tor- und Marktzölle fällig und in Kriegszeiten 'freiwillige ' Abgaben der Reichen. Schließlich entstand ein System der gewerbsmäßigen Zoll- und Steuererhebung durch private Pächter.
Mit Alexander dem Großen wird dieses Pachtsystem über Kleinasien und Ägypten verbreitet. Alexander hinterließ zwar das größte Reich der 'Alten Welt', sein Ziel und Wunsch, die europäischen, morgenländischen und asiatischen Völker und Länder zu einem Staatsgebilde mit der Hauptstadt Babylon zu vereinen, wurden allerdings nicht erfüllt. Er starb an Fleckfieber und hatte keinen geeigneten Nachfolger.
Eine der ältesten Überlieferungen von der Erhebung einer Abgabe durch den Zoll ist uns in der Bibel gegeben. 'Zöllner und Sünder' werden dort fast als Einheit gesehen, denn „die Menschen, die am Zoll saßen, wurden reich“, wie es von Zachäus heißt. Matthäus sagt: „Zolleinnehmer und Prostituierte werden eher in die neue Welt Gottes kommen als die ungläubigen Priester und Ältesten“. Und Jesus sagte einmal auf die Frage, ob es rechtens sei, Steuern zu bezahlen: „Gebe dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott, was Gottes ist.“
Einer der bekanntesten Zöllner dieser Zeit ist Levi. Er stand in Diensten des Herodes Antipas, des Herrschers über Galiläa und Peräa und bereicherte sich auf Kosten seiner Landsleute. Jesus geht eines Tages in sein Zollhaus und beruft ihn zu seinem Jünger. Er erhielt jetzt den Namen Matthäus.
Matthäus wurde später der Schutzpatron der Zöllner.
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Es gibt einige Bilder von Matthäus.
links: von einem Rembrandt-Schüler
recht: von Caravaggio 1602
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Matthäus war einer der Apostel, er hieß ursprünglich Levi. Die ersten drei Evangelien erwähnen, dass er Zöllner in der antiken Hafenstadt Kapernaom war - also einer der von den Juden verachteten - weil im Dienst der römischen Besatzungsmacht stehenden - Steuereintreiber.
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Den Priestern und Schriftgelehrten war es ein Dorn im Auge, daß Jesus besonders die Zöllner an sich zog. Für sie waren Zolleinnehmer und ähnliches 'Gesindel' Sünder, die das Reinheitsgebot missachteten.
Zollabgaben und Steuern sind und waren nie und nirgends beliebt. Das war auch in Israel und Palästina in der Zeitenwende der Fall. Die Römer hielten das Land besetzt, die Kaiser von Rom forderten von den Königen ihren Tribut. In Judäa, das durch römische Prokuratoren verwaltet wurde, unterstanden hohe Zolleinnehmer direkt Rom. So auch Zachäus, von dem der Evangelist Lukas berichtet, daß er, weil er zu klein war, auf einen Baum steigen musste, um Jesus zu sehen. Juden, die Zolleinnehmer waren, galten als Kollaborateure und Helfershelfer der römischen Fremdherrschaft. Von ihren Landsleuten, die nach Unabhängigkeit trachteten, wurden sie verachtet. Man wusste auch, daß sie die eigenen Landsleute erpressten und einen Teil der Einnahmen unterschlugen. Eine exakte Kontrolle war wahrscheinlich auch gar nicht möglich. Wie so etwas aussah, spiegelt die Geschichte des Zachäus wider, der, nachdem er als Gastgeber Jesu auserwählt war, versprach: „Ich werde die Hälfte meines Besitzes den Armen geben. Und wenn ich jemanden betrogen habe, will ich ihm das Vierfache zurückgeben.“
Im späteren jüdischen Recht wurden Steuer- und Zolleinnehmer als Verräter und Räuber behandelt. Sie durften vor Gericht nicht aussagen, ihr Geld durfte als Spende nicht angenommen werden. Als Zöllner zu arbeiten war gleichbedeutend damit, Sünder zu sein, der das Gesetz mit Füßen trat. Ein ständiger Kontakt mit solchen Menschen wurde streng vermieden, weil sie rituell unrein machten.
Dagegen war das Zollwesen im römischen Reich gut organisiert. An Brücken und Wegen, an Furten und Übergängen, überall wo Menschen und Waren Engpässe passieren mussten, hatten sie Zolleinnehmer postiert, die den Zins für den Kaiser forderten. Dabei floss eben auch viel Geld in die eigenen Taschen. Die Belastung durch den Zoll muss sehr groß gewesen sein. Nicht umsonst murrten die Unterdrückten . Oft lehnten sie sich gegen allzu große Härten auf.
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Aus dieser Zeit stammt auch ein kleiner, vergilbter Zettel, der im Zollmuseum in Hamburg als Kleinod aufbewahrt wird. Es ist eine Torzoll - Quittung aus dem Jahre 41 nach Christi, die ein Händler für den bezahlten Torzoll erhalten hat. Er hatte mit zwei Eselsladungen Olivenöl die römische Zollwache passiert und musste dafür Abgaben entrichten.
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Die Römer brachten die Idee des Zolls auch nach Germanien. Tacitus berichtet von einem hohen Tribut, der jährlich an die Römer zu entrichten war. Zum Schutz der eroberten Gebiete zogen die Römer eine befestigte Grenze, den LIMES. Er sollte räuberische Übergriffe, zu denen das aufblühende südliche Grenzland lockte, verhindern und eine sichere Personen- und Warenkontrolle an den wenigen Übergangs- oder Durchgangsstellen ermöglichen. Es gab sogar Zollstationen nicht nur an der Grenze, sondern auch im Binnenland. Neben Ein- und Ausfuhrzöllen wurden Markt-, Transit- und Passierzölle erhoben. Zollpflichtig waren alle mitgeführten Waren außer Reisebedarf und Reisegerät. Verdiente Soldaten, sogenannte Benefiziarier, übernahmen die Kontrolle und Zollerhebung. Sie waren dem Statthalter unterstellt. Die Bediensteten der einzelnen Zollstationen waren dagegen meist Sklaven.
Limes ist eigentlich ein Weg als Feldgrenze in der römischen Landwirtschaft. Der Ausdruck kommt auch in der Mathematik als 'Grenzwert' vor. 'Limit' ist eine Grenze, wie z.B. eine Preisgrenze. So mag der LIMES quer durch das Land als Grenze zwischen dem großrömischen Reich und dem weiter nach Süden strebenden germanischen Völkern gegolten haben. Er war zunächst nur eine durch Wachtürme und Kastelle gesicherte Straße in einer Länge von 548 km. Er verlief von Rheinbrohl am Rhein bis nach Lorch und von dort bis an die Donau. Die Befestigung durch Palisaden und Flechtwerkzäune, Holztürmen und Erdschanzen und später steinernen Mauerabschnitten und Türmen kam mit der Zeit hinzu. Wie die Geschichte lehrt, hat das „Großtum“ keinen ewigen Boden. Die Germanen erstürmten in der Zeit von 260 bis 268 den LIMES und drangen weiter nach Süden vor.
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Das Handelswesen war bei den Germanen allerdings noch nicht so ausgeprägt als in der übrigen, damals bekannten Welt. Der Handel geschah hauptsächlich durch Tausch. Viehreichtum war der Germanen einziger und liebster Besitz. Gold- und Silbermünzen, wie z.B. die Dinare , die in Rom schon 100 bis 200 Jahre vor der Zeitrechnung geprägt wurden, waren zwar auch im hohen Norden bekannt, doch die Germanen, denen auch Silber- und Goldgeschenke mitgebracht wurden, erkannten den Wert des Edelmetalls nicht.
Das Recht einer Abgabenerhebung wird in den späteren Jahrhunderten immer wieder ausgeübt. So wissen wir z.B. von den Merowinger, dass sie im 5. Jahrhundert vom Personen- und Warenverkehr Abgaben forderten. Das römische Reich zerfiel im 4. Jahrhundert und wurde geteilt. Um 500 nach Christi trat König Chlodwig auf den Plan und gründete das Fränkische Reich. Er übernahm die römische Zollverwaltung, festigte damit seine Herrschaft und erhielt somit die Kontinuität des Zollwesens. Das Zollrecht war bis dato nur mündlich überliefert, wurde jedoch jetzt in schriftlicher Form als „REX SALICA“ niedergelegt. Erstmals wurden die Zölle als königliches Regal festgesetzt. Karl der Große (um 800 nach Christi) verabschiedete die Kapitularien (Königsgesetze) und begründete damit eine einheitliche Reichsgesetzgebung und Reichsverwaltung. In einem Kapitular von 805 heißt es: „Bezüglich der Zölle beschließen wir, daß die von altersher bestehenden und gerechten Zölle von den Kaufleuten eingehoben werden sollen, sowohl bei der Brücke wie auch bei den Schiffen und Märkten“.
Zollstätten gab es an den wichtigen Verkehrslinien zu Lande und zu Wasser. Es wurden Passierzölle für die Erhaltung von Wegen und Straßen sowie Geleitzölle zum Schutz der Warentransporte erhoben. Der Fiskuszoll war darüber hinaus eine begehrte Einnahmequelle. Der Kaiser überließ die Regalien wie Zoll-, Münz- und Marktregal als Lehen an die weltlichen und geistlichen Landesfürsten, die diese dann verpfändeten, verkauften, verpachteten oder weiter verschenkten. So verlieh Otto II. Im Jahre 975 das Zoll- und Münzregal an den Erzbischof von Köln, der das Regal bis 1794 behielt.
In einer Vertragsurkunde von 1111 nach Christi zwischen Heinrich V. und Papst Paschalis II. behielt der König sich das Verfügungsrecht über die Regularien vor. In Deutschland fielen die Regalien später in die Hände der Landesherren als besondere Privilegien. Dem Reich verblieben teilweise noch die Münz- und Zoll-Regale.
War für die Römer der Tribut, ob nun einfach als Steuer oder als Zoll an besonderen Übergängen erhoben, eine reine Einnahmequelle für den Kaiser in Rom, so war der Zweck der Zollerhebungen nach und nach mehr eine zweckgebundene Abgabe geworden. Die Belebung des Verkehrs durch den Handel zu Wasser und zu Lande brachte es mit sich, dass Wege, Brücken, Schleusen, Siele, Kanäle instandgehalten werden mussten. Nicht immer konnten der König oder die Landesherren, Fürsten oder Bischöfe diese Lasten aus dem Staatssäckel bezahlen, zumal die Handelsgüter nur im Transitverkehr durch das Land verbracht wurden. Abgaben an den einzelnen Durch- und Übergängen waren da schon eine gerechte Gebühr.
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Einige römische Münzen
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v.l.n.r.: Qzintillus 250 n.C., Vitelius 69 n.C., Augustus Nero 60 n.C.,
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Und doch! Auch die deutschen Herrscher litten seit eh und je unter Geldmangel. War da der Passierzoll nicht eine gute Gelegenheit, die Schatulle der Herrschaften aufzufüllen? Diese Art des Finanzzolles kennt auch das heutige Recht, wenngleich diese Steuer in den letzten Jahren mehr und mehr rückläufig ist. Der Unterschied zu früher aber ist, dass das Geld nicht dem Herrscher oder einem Königshaus zufließt, sondern dem Staat und damit wieder dem Bürger zugute kommt. Mit dem Aufblühen der Industrie ist ein Schutzzoll hinzugekommen. Er soll die Erzeugnisse der inländischen Hersteller, besonders auch der Landwirtschaft, gegen ausländische Konkurrenz schützen. Der Schutzzoll passt sich den wirtschaftlichen Verhältnissen weitgehenst an. So sind in der EG die Schutzzölle schon gänzlich abgeschafft. Harte Verhandlungen gibt es dagegen beim sogenannten GATT zwischen Europa und Amerika.
Im Mittelalter sank die kaiserliche Macht. Viele Kleinkriege waren Anlass und Ursache, daß Fürsten, Bischöfe, Städte, Klöster u.a. Rechte an sich zu reißen versuchten, die bislang alleine dem Kaiser zukamen. Der Kaiser musste sowohl die Soldaten als auch die Gelder, die ihm zur Verfügung gestellt wurden, oft mit seinem Hoheitsrecht, so auch mit den Zollrechten bezahlen. Da bald überall im Lande verschiedene Herren nach eigener Willkür die Zollhoheit ausübten, entstanden erhebliche Unterschiede in der Abwicklung, in der Einrichtung und Festsetzung von Zollstellen, in der Zollbehandlung und im Zolltarif. Es konnte einem Handelsmann durchaus passieren, wenn er eine Ware durch mehrere Fürstentümer befördern musste, dass er eine Unsumme an Belastungen hatte und der Zoll den Wert der Ware praktisch verdoppelte bzw. „auffraß“. Handel und Verkehr erlitten dadurch einschneidende Lähmungen.
Kaiser Karl IV. versuchte das Zollwesen neu zu ordnen. Auf dem Reichstag zu Frankfurt (1356) bestätigte er in der „Goldenen Bulle“ den Kurfürsten den Besitz der rechtmäßigen Zölle. Zu dieser Zeit entwickelte sich die Zunahme des Fern- und Seehandels. Es wurden neue Märkte in anderen Ländern entdeckt und es kamen Waren aus fremden Ländern ins Land. Es wurden Handelsbünde gegründet, um in ihren Städten ein einheitliches Zollsystem aufzubauen. Im Norden Deutschlands beherrschte die gutorganisierte HANSE den Handel auf Ost- und Nordsee. In ihrer Blütezeit waren dem Verbund fast 200 Städte angeschlossen, 77 davon durften sich Hansestadt nennen. Zoll- und Verbrauchssteuerbefreiungen und besondere Privilegien für die Fernhandelskaufleute stärkten die wirtschaftliche und politische Macht der HANSE.
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Die Hanseaten waren sehr reich. Sie wurden auch Pfeffersäcke genannt.
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Ihr Hochhäuser, Kirchen und Rathäuser zeugen noch heute von ihrer Wohlhabenheit
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Mit ihren Schiffen befuhren sie Ost- und Nordsee und trotzten sogar die gefürchteten Seeräuber
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Ein Gegenpol gab es in Süddeutschland. Zahlreiche Städte schlossen sich in regionalen Städtebünden zusammen und gewährten sich gegenseitig Zollbefreiungen. Der größte dieser Städtebünde bestand zwischen Nürnberg und Augsburg mit 70 angeschlossenen Städten und Gemeinden. Er reichte von den Niederlanden über Franken und Bayern bis nach Böhmen, Mähren, Ungarn, Polen und Italien.
Viele Städte erhielten in dieser Zeit das Markt- und Messerecht. Dadurch konnten Marktzölle erhoben werden. Eng verbunden war damit das Stapelrecht. Es verpflichtete den reisenden Kaufmann, seine Ware auszuladen und drei Tage in der Stadt feil zu bieten. Dafür musste er dann auch noch eine Gebühr, das Stapelgeld, bezahlen. Die Stadt Emden übte das Stapelrecht bis zur Abschaffung durch Napoleon aus und behinderte damit für die Städte Leer, Weener und Papenburg den freien Transport der Waren.
Im Mittelalter, in den Jahren der Kriege und der Religionsreform, wurden die Mittel im Staatssäckel knapp. Maximilian I. setzte auf dem Reichstag zu Worms 1495 den „Gemeinen Pfennig“ als Reichssteuer durch. Er wurde allerdings nur wenige Jahre erhoben. Kaiser Karl V. versuchte es 1532 auf dem Reichstag zu Regensburg noch einmal. Seine Idee, an den Grenzen des Reiches Ein- und Ausfuhrzölle zu erheben, lehnten die Delegierten ab - wohl im Bewusstsein, dass damit ihre Einnahmen an ihren Grenzen geschmälert würden.
Bis in das 18. Jahrhundert wurden immer wieder neue Versuche unternommen, durch Steuern und Zölle an Geld zu kommen. Die Territorialfürsten handelten oft nach eigenem Gutdünken. Ausgeklügelte Grenzzollsysteme, wodurch der Außenhandel gefördert, die Einfuhr aber durch die vielen Zollschranken gedrosselt wurde, scheiterten entweder an der fortschreitenden Modernisierung oder an dem Widerstand der Inhaber lokaler Zollprivilegien. Es wurde quasi alles versteuert bzw. verzollt. So gab es Wein-, Bier-, Salz-, Kaffee-, Fenster-, Mühlen-, Feuerstellen-, Spielkarten- oder Büchersteuer. Das Herrscherhaus in Ostfriesland dachte sogar an eine Steuer für den Walfang. Dagegen setzten sich die Borkumer Kommandeure erfolgreich zur Wehr. Für den Adel und der Geistlichkeit war grundsätzlich Zoll- und Steuerfreiheit angesagt. Die Vielzahl der Zollstellen - um 1800 waren es innerhalb der Grenzen Deutschlands fast 2.000 - gibt Aufschluss über die Einträglichkeit dieses „Geschäftes“, dem Kaufmann zum Schaden, dem Fürsten zum Guten.
Erst Anfang des 19. Jahrhunderts, nachdem schon Napoleon die Weltordnung auf den Kopf gestellt hatte, wurden nach und nach die Binnenzölle durch Gründung von Zoll- und Steuervereinen abgeschafft. Nur die Abgaben an den Staatsgrenzen und die damit verbundenen Kontrollen und Sicherheitsmaßnahmen blieben. Die Entwicklung des Zolls mit den verschiedenen Behörden wird in den nachfolgenden Abschnitten eingehend dargestellt.
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ENDLICH! Es ist geschafft.
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erschienen. Es hat die ISBN Nr. 9783 8370 9550 0, hat 424 Seiten, davon 45 farbig
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Ich habe gestern mein Buch Nr. 124605 zum Druck freigegeben. Nun erscheint auf meinem Desktop im Hintergrun d das Cover des Buches groß, aber fast unlasbar. Das muss da wieder weg. Wie mache ich das?
Mit freundliche n Grüßen
Johanna Beerens, Tergast
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