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Auf dem Weg nach EUROPA - Zoll und Grenze im Wandel der Zeit |
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Öffnet die Grenze - kommt dichter bi |
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Das war ein Fest!!! Der Hasselberg stand in Flammen. Die Deutschen und die Niederländer lagen sich in den Armen. Endlich war es so weit, endlich sollte die Grenze geöffnet werden, endlich sollten die Menschen von hüben und drüben ohne Zoll und Grenzen hin- und herüber dürfen. Das war am 23. und 24. Oktober 1964. |
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Wie peinlich mag das den Beamten der niederländischen Passbehörde gewesen sein, als sie am Eröffnungsabend des „Verbrüderungsfestes“ die Delegation aus dem Landkreis Aschendorf-Hümmling mit MdL August Löning aus Lathen, Oberkreisdirektor Dr. Hans Tiedeken und Landrat Buchholz vom Landkreis Aschendorf-Hümmling, den Bürgermeistern aus Walchum und Dersum und einigen Abgeordneten „aufs schärfste kontrollieren“ mussten. Sie taten es sichtbar mit Unbehagen und mussten so nebenbei noch Verhöhnungen des umstehenden Volkes, vor allem der Sellinger, hinnehmen. Erst als diese Prozedur beendet war, konnte das Festkomitee aus Sellingen und Vlagtwedde die deutschen „hohen“ Gäste auf niederländischem Boden begrüßen, nicht ohne sich für diese „Gastunfreundlichkeit“ zu entschuldigen. Ein historischer Schritt fürwahr - und ein Vorreiter für die Zusammenarbeit und Freundschaft in späteren Jahren. |
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Strenge Grenzkontrollen waren angeordnet. v.l.n.r.: ein niederländischer Marechaussee-Beamter, Landrat Buchholz, Bürgermeister Steinkamp, ein Gemeindevertreter, ein Grenzbeamter. Rechtes Bild: MdL August Löning mit Zigarre. |
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Weiter sollte es gehen zum großen Fest im Saale Kuhr in Walchum-Siedlung. Die Beamten des Marechausse ließen nur die Inhaber des kleinen Grenzausweises durch, das waren nur wenige. Viele nahmen den Weg über die „grüne Grenze“ gleich nebenan, wobei einige noch ein kühles Bad im Walchumer Schloot nahmen. Doch dann wurde das Verbrüderungsfest doch noch ein voller Erfolg, das am nächsten Tag mit spotlichen Spielen und vielen Extras in Sellingen fortgesetzt wurde. Und es war nicht ein Fest nur für zwei Tage! Freundschaften entwickelten sich, und es wurden sogar familiäre Bande geknüpft. |
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Der Walchumer Schloot |
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Im Hotel Homan in Sellingen wurde zunächst die neue Straße von Sellingen zum Hasselberg, die Voraussetzung für einen Grenzübergang, feierlich der Gemeindeverwaltung übergeben. Diese Straße stellt jetzt - erst nach der Grenzöffnung 1993 - eine feste Verbindung zwischen Vlagtwedde/Sellingen und Dersum/Walchum/Dörpen her. In seiner Begrüßung meinte Mynheer Brüning vom VVV= Fremdenverkehrsverein Sellingen, dass nun endlich die Möglichkeit zum schnellen Hin und Herr bestehe. In den weiteren Grußbotschaften von beiden Seiten kam immer wieder zum Ausdruck, dass man sich nun bald die Öffnung der Grenze wünsche. |
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Es sollten noch 2o Jahre vergehen, bis die Grenzsperren am Hasselberg beseitigt wurden. Anfang der achtziger Jahre konnten die Fußgänger und Fietsers = Radfahrer frei die „Hekken“ = bewegliche Zäune umfahren. Und am 01. April 1990 gab es noch einmal ein Fest am Hasselberg, das wieder mit einem Wettkampf begann: an niederländischer Seite stand das Auto des Vlagtweddes Bürgermeisters H.A. Euverink und an deutscher Seite des Auto des Niedersächsischen Justizministers Walter Remmers. Beide waren durch ein Tau verbunden, das an den Hekken befestigt war. Dieses Tauziehen über die Grenze ging zugunsten der Niederländer aus - und zugunsten der ganzen Bevölkerung an beiden Seiten - die Hekken waren weggezogen, der Grenzübergang auch für den Kraftfahrverkehr geöffnet. Die Bürgermeister Bernd Steinkamp aus Dörpen und H.A.Euverink aus Vlagtwedde tauschten Geschenke aus - tausende von Menschen feierten die offene Grenze - DE OPEN GRENS - am Hasselberg. |
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Leider musste die Partnerschaft 1989 wegen der Gebietsreform in den Niederlanden zwangsweise aufgegeben werden. „Wir stehen am Ende einer Ehe,“ sagte Bürgermeister Geerd Bracht, „sollten aber am Anfang einer neuen Beziehung stehen, denn was wir hier erarbeitet haben, kann und darf nicht durch einen Verwaltungsakt zu Ende gehen.“ |
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Der Weg zu dieser Gemeinsamkeit und dem sichtbaren Zeichen war landwirrig und dornenreich.Es war auf der ersten Grenzlandwoche 1979, als sich Verwaltungsausschüsse der Gemeinden Neuschanz, Rhede, Bellingwolde, Bunde und Wymeer zu einer gemeinschaftlichen Sitzung trafen. Dort wurde dann die Idee eines Wanderweges geboren. Ein Planungsentwurf wurde schon 1980 vorgelegt. Schwierigkeiten bereitete die Genehmigung zum Grenzübertritt außerhalb eines Zollamtes. Viele Politiker, darunter EUROPA-Parlamentarier, Bundestags- und Landtagsabgeordnete bemühten sich um eine Genehmigung. Doch erst nach einem persönlichen Gespräch von Bürgermeister Geerd Bracht und dem stellvertretenden Gemeindedirektor van Hoorn mit dem parlamentarischen Staatssekretär Karl Müser in Bonn, an dem auch ein Vertreter des Innenministeriums - er hatte vorher verlauten lassen, dass ein solcher Grenzübergang nicht vertretbar sei - wurden alle Bedenken ausgeräumt. |
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„DICHT-ERBIJ“ - dichter zusammen kamen sich auch die Gemeinden Rhede und Bellingwolde. Am 25. Juli 1979, genau um 14.58 Uhr, schlossen die beiden eine Ehe, eine Partnerschaft. Viele Gespräche und Diskussionen waren vorausgegangen. Es wra ja in Rhede nach dem Kriegsende viel Böses geschehen, die Niederländer wollten damals sogar Rhede „einnehmen“. Zum Glück gab es die Briten, die Blutvergießen verhinderten. - All das war vergessen, eine neue Verbindung wurde geschaffen, eine neue Freundschaft aufgebaut. Das drückt sich in der Bestätigungsurkunde wie folgt aus: „Aufgabe und Inhalt dieser Partnerschaft ist insbesondere die Förderung der Freundschaft und der Nachbarschaft über die nationalen Grenzen hinweg und die Pflege persönlicher Beziehungen zwischen den Bürgern unserer Gemeinden.“ |
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Fröhliches Tun und gemeinschaftliches Arbeiten können „grenzenlos“ sein und ohne Sprachverwirrung stattfinden. Inzwischen sind die ersten Deutsch- und Niederländisch-Schüler „erwachsen“ - das private Miteinander über die Grenze ist für sie kein Sprachproblem mehr. So haben diese beiden Schulen ihren Beitrag geleistet „auf dem Weg nach EUROPA“. |
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Siel Neustaatensiel geöffnet zum Dollart |
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Auf der Grenze zwischen Rhede und Bellingwolde wurde diese Eiche von den damaigen Bürgermeistern gepflanzt, ein Zeichen der Freundschaft und des Zusammenwerkens. |
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