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Auf dem Weg nach EUROPA - Zoll und Grenze im Wandel der Zeit |
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Das Zöllnerleben - hart, aber auch schön |
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Der Krieg gegen Frankreich war noch nicht zu Ende. Granaten ungeahnten Kalibers schlugen in Paris, der französischen Hauptstadt ein. Im Spiegelsaal von Versailles hatten sich am 18. Januar 1871 die Fürsten, Generale, Heerführer und uniformierte Minister versammelt. Mitten unter ihnen der preußische König Wilhelm und in weißer Paradeuniform der Gardekürassiere Fürst Otto von Bismarck. Plötzlich bringt der Großherzog von Baden das erste „hoch“ auf KAISER WILHELM aus. Sechsmal braust ein „Hurra“ durch die Galerie. Fahnen werden geschwenkt. Ergriffenheit bei den Anwesenden - das Deutsche Kaiserreich war wiedererstanden. Dabei war es bis zur letzten Stunde nicht sicher, ob der König von Preußen die Kaiserkrone annehmen würde oder lieber abdankte. In vielen Gesprächen hatte sein Sohn Prinz Friedrich ihn zu überreden versucht. Fürst Bismarck hatte alles vorbereitet, diplomatische Verhandlungen und Depeschen waren zwischen den Südstaaten und Berlin hin und her gegangen. Wilhelm wollte kein deutscher Kaiser, wohl aber Kaiser von Deutschland sein. Überredungskünste des Kanzlers des Norddeutschen Bundes und späteren Reichskanzlers hatten den König mehrfach zugesetzt. In einem dieser Versuche den König umzustimmen sagte Bismarck: „Dem Reich werden an Souveränitätsrechten zustehen: die ZOLL- und Handelsgesetzgebung, die Ordnung des Maß-, Münz- und Gewichtssystems, die Finanzgesetzgebung, die Schiffahrt, das Post- und Telegrafenwesen, das Rechtswesen, das Militärwesen und die Kriegsmarine.“ Ein Fuchs, dieser Bismarck. |
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Schon drei Jahre nach der Kaiserproklamation wurde von dem deutschen Reichstag die neue Reichsverfassung beschlossen und in Kraft gesetzt. In Artikel 33 heißt es, dass Deutschland fortan ein Zoll- und Handelsgebiet sein solle, das von einer gemeinschaftlichen Zollinie umgeben ist. Dazu gehörte jetzt auch Elsaß-Lothringen. Nur Hamburg und Bremen blieben bis 1888 außerhalb des Zollgebietes. 1890 tauschte das Reich die Insel Sansibar gegen Helgoland, die jedoch zum Zollfreigebiet erklärt wurde (und bis heute ist). Keine Zollschranken mehr innerhalb des Deutschen Reiches. Keine Doppelbesteuerung auf Grund unterschiedlicher Währungen oder Verbrauchssteuertarife. Keine Unterschiede der Zolltarife, ob in Bayern, Posen oder Aachen > 120 Jahre vor EUROPA <. Das deutsche Wirtschaftsleben konnte endlich aufblühen, das jedoch wegen der großzügigen Freihandelspolitik schon 1877 in eine Krise geriet. 1879 wurde der neue Zolltarif auf die Zollpflichtigkeit bei der Einfuhr ausgerichtet. Dadurch wurde der erforderliche Zollschutz gewährleistet. Der Zolltarif von 1902, der sogenannte Bülow-Tarif, war ebenfalls auf die Zollpflichtigkeit für Einfuhrgüter aufgebaut, gewährte darüberhinaus der Landwirtschaft einen stärkeren Zollschutz als bisher. Dieser Tarif blieb fast 50 Jahre - über zwei Weltkriegen und verschiedenen Regierungen hinaus - in Kraft. Die geschickte, den Interessen aller deutschen Wirtschaftskreise gerecht werdende ZOLL- und Handelspolitik garantierte der deutschen Wirtschaft eine lange Blütezeit (wie auch im vorigen Kapitel DIE GOLDENEN JAHRE ausgeführt), die erst durch den ersten Weltkrieg ein rasches und folgenschweres Ende nahm. Das deutsche Reich hatte das Vereins-Zollgesetz von 1869 übernommen. Die Verwaltung und Erhebung der Zölle und Verbrauchssteuern blieb zunächst in Landeshoheit, die Zöllner waren Landesbeamte mit Reichsaufsicht. Den Direktivbehörden einzelner Bundesländer wurden Reichsbevollmächtigte, den Hauptzollämtern Stationskontrolleure zugeteilt. Die Zölle und Verbrauchssteuern flossen in die Reichskasse und wurden dann mit den Ländern abgerechnet. Die Kosten für den Grenzaufsichtsdienst und die Erhebung der Zölle in Grenzbehörden trug das Reich. |
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Neben Frankreich, Spanien, Großbritanien und anderen Staaten versuchte auch Deutschland Kolonien in den „Unterentwickelten Ländern“ zu gründen. In Afrika und einigen Ländern am Pazifik war das dann auch gelungen. Prompt mussten in diesen Gebieten auch deutsche Zöllner eingesetzt werden. In einem Zöllnerbuch von 1910 ist zu lesen:„...mir die hohe Mission zugefallen ist, als Träger und Verbreiter deutscher Kultur mitzuwirken an dem großen Werke der Kolonialisierung unserer überseeischen Ländergebiete, eine Aufgabe, deren Bedeutung und deren Segnungen erst in späteren Generationen volle Würdigung finden werden ....“ Unter dem Deckmantel neuer Ideologien wurde hier eine großstaatliche Landraubkampagne durchgeführt und die betroffenen Söldner und Zöllner auf diese Ideologie eingeweiht. Dass diese „Missionare der deutschen Idee“ ihren Einsatz oft mit dem Leben bezahlen mussten, beweist eine Ehrentafel, die den Heldentod der Zollbeamten rühmt „...im besten Lebensalter und in voller Manneskraft durch Klimafieber dahingerafft ...“. Die Inschrift einer Zöllnermedaille von damals lautet: „Wer dient dem Kaiser wohl treuer als die Beamten von Zoll und Steuer. Wo sollten Wehr und Waffen her, wenn nicht der Zoll, die Steuer wär.“ |
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Zurück zu der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland. Der Grenzaufsichtsdienst war straff organisiert. Die Lokalbehörde, das Hauptzollamt = kurz HZA, wurde von einem Zolloberinspektor geleitet (nicht in allen Ländern einheitlich). Ihr unterstellt waren die Obergrenzkontrollbezirke. Die Grenzwachen waren uniformiert und bewaffnet. Entlang der Grenze gab es Aufsichtsposten mit „Fußaufsehern“, besetzt mit mindestens 2 Mann, oft auch mit 3 bis 4 Beamten. Diese wechselten sich in der Postenführung ab. Daneben gab es den „reitenden Aufseher“ als Ein-Mann-Posten, der vor allem die hinteren Grenzräume absichern sollte. Die Liste der Operationspunkte im Gelände war geheim und nicht einmal den nächsten Angehörigen bekannt. In einer Dekade (10 Tage) mussten 120 Stunden, und zwar 70 Tag- und 50 Nachtstunden, Dienst geschoben werden. Bei Nacht waren immer 2 Beamte erforderlich, ebenfalls bei Ermessensdienst. Rauchen war unterwegs nicht verboten, es durfte allerdings keine Zündflamme den Standpunkt der Wache verraten. Der Dienst in Uniform war die Regel, wenngleich auch manchmal Zivelstreifen eingesetzt wurden. Der Postenführer hatte einen Dienstkasten zu führen. Streifen mussten sich bei ihm ab- und wiederzurückmelden. Zum Einkaufen oder sonstigen privaten Angelegenheiten außerhalb des Dienstortes musste Urlaub beantragt werden. Über den Dienst an der niederländischen Grenze lassen wir doch einen ehemaligen Praktikanten berichten. Wilhelm Stolz war 25 Jahre, als er in die Grafschaft Bentheim beordert wurde. Später war er HZA-Vorsteher in Osterode/Ostpreußen und von 1932 bis 1949 HZA-Vorsteher und Oberzollrat in Schwerin. Hier seine Geschichte, bei deren Studium ich herzlich gelacht habe, weil manche Passagen an meine eigene Grenzdienstzeit - 50 bis 60 Jahre später - erinnerten. |
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Es war doch schön an der Grenze mit all’ den Aufregungen und ................. |
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Weitere Links: Tergast Insel Presse Briefmarken Kochbuch Meine Bücher Handys, DSL etc. Uwe |
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ENDLICH! Es ist geschafft. Diese Homepage ist nun auch als Buch mit dem Titel ZOLL UND GRENZE IM WANDEL DER ZEIT erschienen. Es hat die ISBN Nr. 9783 8370 9550 0, hat 424 Seiten, davon 45 farbig und kostet 32,80 €. Zeitungen/Redaktionen bestellen ein kostenloses Exemplar bei www.bod.de/rezensionsexemplar Sie können es in jeder deutschen Buchhandlung, auch im Internet, oder bei mir bestellen. 04924/9559800 FAX: 04924/95559801 E-Mail: jbtergast@t-online.de Sie erhalten das Buch dann innerhalb 2 - 3 Tagen vom Verlag und bezahlen die Rechnung bei mir. Buchhandlungen bestellen bei www.libri.de oder bei www.bod.de mit Remissionsrecht |
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