14 neue Siedlungen

Auf dem Weg nach EUROPA - Zoll und Grenze im Wandel der Zeit

Neue Siedlungen an der Grenze

Herm Eilers war verzweifelt. Hatte er nicht immer seine Pflicht und Schuldigkeit als Heuermann getan? War er nicht immer zuvorkommend und hilfsbereit gewesen, sowohl gegen seinem Bauer als auch gegenüber seinen Kameraden und Arbeitskollegen? Und nun? Dieses Weib, dieses Verfluchte. Sie hatte ihn mehrmals nachgestellt und aufgespürt - dann in der Scheune, dann auf dem Heuboden, dann hinter dem Strohdiemen. Ihre Augen waren die einer Schlange, er konnte sich nicht davon losreißen. Sie hob ihren langen Rock. Schöne, wohlgeformte Beine kamen zum Vorschein. Aus der offenen Bluse quollen ihre prallen Brüste und ihre Lippen sogen sich wollüstig zusammen.  Konnte er da widerstehen? Er hatte es versucht, war ihr ausgewichen, hatte sie weggestoßen - und war ihr doch verfallen. Er wusste von der Sünde, wollte fliehen, doch ihr Reiz war stärker. Hingebend, rasend, alles vergessend hatten sie sich ineinander verkrallt, als ein harter Schlag seinen Schädel traf.

Wie lange mochte er gelegen haben? Nicht in dem duftenden Heu, nein, er lag auf dem stinkenden Schafsmist vor dem Koven. Vierzehn oder achtzehn Augen waren auf ihn gerichtet, als er seine Lider öffnete. Dreschflegel sausten auf ihn nieder, der Bullenziemer hinterließ Blutmale auf seinem Rücken. Nackt und bloß - so wie er es selbst verschuldet - war er dem wütenden Pöbel, diesen Halbmenschen von ehemaligen Freunden, ausgesetzt. Als sie von ihm ließen, flossen Blutrinsale  aus der Nase, von den Armen, von Brust und Rücken. Alle Knochen schienen gebrochen. Der ganze Körper bebte und schlotterte vor Schmerzen.

In der Nacht schlich er in seine Kammer. Zum Glück fand er noch Hose, Hemd und Jacke, ein paar Klumpen. Er klemmte sich ein paar Würste aus der Rauchkammer unterm Arm, fand im Stall noch eine Pferdedecke und hinterm Haus einen Spaten. Damit humpelte er, vor Schmerzen stöhnend, aus dem Dorf nach Westen, wo ein weites, freies Land - die Wüste des öden Moores - ihm Schutz und Unterkunft geben sollte. Ein paar Tage gebrauchte Herm Eilers, um sich zu erholen. Dann begann der Ausgestoßene Torfplaggen abzugraben, aufzustapeln. Ein paar Birkenstämmchen genügten, um daraus die Dachkonstruktion zu bauen. Reisig, Binsen und Heidekraut bildeten das Dach.

Hatte er gedacht, hier in der Einsamkeit ruhig leben zu können? Nur wenige Tage nach Fertigstellung seiner notdürftigen Behausung hörte er plötzlich ein tumulthaftes Grölen. Wie ein gehetztes Reh huschte Herm durch das hochstehende Heidekraut, versank halbwegs in einen Moortümpel, rettete sich schließlich am Rande eines Pfeifengrasbüschels. Von hier aus beobachtete er, wie die Männer aus seinem Dorf seine Plaggenhütte stürmten, das Dach anzündeten und die Torfmauern niederrissen. Einige wollten den Ehebrecher suchen, doch eine Stimme hielt sie zurück: „Kommt, das wird ihm Lehre genug sein.“

Herm Eilers saß auf seinem Grasbüschel, den Kopf gesenkt, Arme und Beine schlaff daneben hängend. Tränen flossen über seine von Wind und Wetter gehärteten braunen Wangen. Hatte er das verdient?  Hatte er nicht genug Prügel bezogen für seinen Fehltritt? Dieses verfluchte, verführerische Weib! Sollte er deswegen sein Leben verfuscht haben?

Der Lebenswille kehrte zurück. Der junge Mann, er war nicht einmal dreißig, sammelte seinen Mut und seine Habseligkeiten: „Das Moor ist so weit. Dort hinten, dort werden mich die Schurken nicht mehr finden. - ich werde weiter leben, werde es denen zeigen!“

Herm Eilers hatte sich getäuscht. In der Nähe des streitigen Grenzbodens - Twist genannt - baute er eine neue Hütte. Vergebens! Seine Widersacher verfolgten und fanden ihn auch hier. In seiner Fantasie aber war der Boden, das weite Land, das wüste Moor, plötzlich wert, mit Leben erfüllt zu werden

Die Pflanze, aus der Moor wird - Torfmoos

Pfeifengras im Moor

Moortümpel können gefährlich sein

Zunächst suchte Eilers Schutz und Rat beim Gerichtsschreiber Mulert in Meppen. Dieser war ganz Ohr, als er von dem unberührten Land hörte. Er verfasste ein kurzes Schreiben, mit dem er Eilers zu dem Geheimrath Münstermann in Münster schickte. Münstermann hörte den um Schutz Flehenden freundlich zu. Aber erst, als Eilers von der Unendlichkeit der weiten Landschaft zwischen Meppen und Lingen berichtete, wurde der Geheimrath aufmerksam. Unbenutzte Flächen? Wo doch das Land für die zunehmende Masse Menschen immer knapper wurde? Eilers schilderte die Morastwüste in den buntesten Farben, wo tausend und abertausende von Menschen ein bequemes Fortkommen ermöglicht werden könne. Er dachte gar nicht mehr an seine persönliche Not, an seine Verfolgung. Er war nur angetan davon, dass ein so hoher Herr seine Schilderungen anhörte und sogar Notizen über Einzelheiten aufschrieb.

Als Herm Eilers das mit wuchtigen Eichenmöbeln, mit Brokatvorhängen, mit silbernen Ölleuchtern und weichen Orientteppichen ausgestattete Dienstzimmer des Geheimrathes verließ, war er glücklich.  Nun sollte sich alles zum Besten wenden. Die Halbmenschen in Rühle würden Augen und Ohren aufsperren, wenn er mit dem Bischof zurückkomme.

Geheimrath Münstermann griff nach dem Geläut. Herm Eilers war für ihn schon vergessen. Er beorderte den Artillerie-Leutnant G.C.Bartels, den Infanterie-Leutnant H. Flensberg und einige fachkundige Beamte zu sich und erzählte, was er soeben gehört hatte. Sicher, die beiden Vermessungsoffiziere kannten die Gegend, wussten auch von der Moorwüsteney und um deren Weiträumigkeit. Wie aber sollte man das unwegsame Gelände näher unter Augenschein nehmen oder gar für Menschen zum Wohnen und Leben herrichten?  Sie wurden eines Besseren belehrt. Da war doch zwischen Völlen und Aschendorf vor Jahren von dem Drosten des Emslandes ein großes Moorgebiet trockengelegt worden.  Was dort im Norden möglich gewesen war, müsste doch auch linksseits der Ems zu machen sein?

Die beiden Lieutenants erhielten den Auftrag, die Moorwüsten in dem Amt Meppen in Augenschein zu nehmen und darüber zu berichten. Was die beiden dann sahen und erlebten, hatten sie sich doch nicht träumen lassen. 'Man muss nur die Augen offen halten, dann sieht und entdeckt man immer wieder Wunder'.

Um nicht in den weichen Moorboden einzusacken, trugen die beiden Abgesandten kleine Bretter unter ihren Stiefeln. Es herrschte stilles Schweigen in der schaurigen Oede. Die Natur bot nur Heide und Himmel, dem Menschen schien hier der Aufenthalt versagt. In dem hochgewachsenen Gestrüpp lebten Birkhühner und Kampfhähne. Has' und Fuchs sagten sich 'Gute Nacht'. An den kleinen Tümpeln wuchsen seltene Pflanzen. Enten, Gänse, Kiebitze belebten das Feld. Hoch droben  zwitscherte eine Heidelerche ihr fröhliches Lied. An den Rändern des Moores grünten Wiesen und Weiden. Heidschnucken zogen des Weges, und sogar ein paar Rinder suchten Nahrung.

An manchen Stellen war das Moor abgegraben. Der Torf wurde hauptsächlich für den Eigenverbrauch getrocknet. Doch er wurde auch ausgeführt. Im Jahre 1679 verlangte die Stadt Lingen für ein Fuder Brenntorf vier Stüber als Abgabe. Auf den trockenen Mooräckern wurde die Oberschicht abgebrannt und in der Asche Buchweizen gesät. Nur drei Monate brauchte die Pflanze zum Reifen - aus der Frucht wurde Mehl und daraus die Kräfte spendenden und lecker schmeckenden Speckpfannekuchen „Bookweiten-Janhinnerk“ = Frühstück, Mittag- und Abendessen der Torfstecker und Moorarbeiter.

Als Bartels und Flensberg sich dem Twist näherten, staunten sie nicht schlecht. Dort drüben, auf dem Gebiet der Generalstaaten, grasten große Herden von Kühen, wogten reife Kornfelder, winkten holländische Meijsches herüber, die in ihren bunten Trachten das Heu wendeten.

Überschwenglich fiel der Bericht für den Bischof in Münster aus. Das Moor biete wirklich Platz für viele Menschen. Aber es gab auch eine Warnung: „Wenn wir das Moor nicht bald nutzen, werden die Niederländer immer weiter nach Osten dringen, immer neue Moore kultivieren, uns die Ausdehnungsmöglichkeit nehmen!“

Noch im selben Jahr wurde eine Kommission zusammengestellt aus dem Hofkammerrath Borggreve, dem Amtsrentemeister Lippers und den beiden Lieutenants Bartels und Flensberg. Ihre Aufgabe war zunächst, die Bodenbeschaffenheit und die Lage des Bodens zu untersuchen, für die beabsichtigten Kolonien Zahl und Größe der einzelnen Plätze zu bestimmen, Ansiedler anzuwerben, zwischen den Bewerbern und Eigentümern der betreffenden Mark über Erbpacht, Wege, Weide, Trifft, Torfstich und vieles mehr zu verhandeln.

Die neuen Siedler kamen aus aller Herren Länder, wie Münsterland, Preußen, Brabant, Holland, Hildesheim, Paderborn und Hannover. Alle waren arm und hatten außer zahlreicher Kinder nichts zu bieten. Es waren „Wilde“, die hier eine neue Heimat suchten. Mit ihren Sitten und Gebräuchen passten sie in diese Wildheit des neuen Grundgebietes. Mit Geschick und Fleiß packten sie ihre Aufgabe an, kultivierten und bewirtschafteten ihre durch Los zugeweisenen Äcker.

Insgesamt wurden im Jahre 1788 vierzehn neue Siedlungen angelegt. Die Preußen nannten das Land „Neu-England“ ohne zu ahnen, dass das Land später nach dem Wiener Kongress wirklich 'englisch' wurde. Es wurde dem Königshaus von Großbritanien zugesprochen. Die neuen Dörfer waren Neurhede, Neudersum, Neusustrum, Twist mit Heseper- und Rühlertwist, Schwarzenpohl mit Mühlengraben, Neuversen mit Tuntel, Hebelermeer, Rütenbrock mit Bahrenflehr, Harentange, Schwarzenberg und Lindlo. Rechts der Ems am Rande des Hümmlings entstanden gleichzeitig die Siedlungen Neudörpen, Neubörger, Breddenberg, Neuvrees und Neulehe. Im Jahre 1835 waren auf dem 12.589 Vierlop = 6294,5 Morgen großem Neuland 341 Plätze mit 4414 Menschen beheimatet.

NEUDERSUM ...

NEUBÖRGER

Im Pfarrarchiv zu Rhede findet sich folgende Eintragung:

„Memoranda 1788, den 13. Juni ist die ganze Gegend zwischen dem großen Meer, dem 'Dode Man', dem Backofen und dem VehnDick die bisher öde und ohne Kultur war, siebenunddreißig Neubauern zum Anbau angewiesen und diese Gegend    Neurhede genannt worden. In diesem Geschäft waren die Fürstlichen Commissarien Herr Hoff Cammerrath Borggreve, Herr Amts Rentemeister Lipper und die Beyde Lieutenants Bartel und Flensberg.  --  In fidem H.H.Nankemann, Pastor „

Pastor Nankemann war damals Pfarrer in Rhede. Klug und aufgeschlossen, wie er war, hatte er von Anfang an großes Interesse an den Plänen der münsterschen Regierung gezeigt. Die Ansiedlungskommission wohnte in seinem Hause. Von dort wurden die Vermessungen und Planungen im Moorgebiet südlich Rhede entlang der durch die Bourtange vorgegebenen Grenze durchgeführt. Im Pastorat wurden auch die Verhandlungen zur Gründung der Kolonie gelenkt und überwacht. Darüber sind Protokolle gefertigt, die das Werden der neuen Siedlung stellvertretend als Beispiel für die anderen neuen Dörfer widerspiegeln: Die erste Besprechung fand am 19. Mai 1788 statt. Neben der Kommission aus Münster kamen interessierte und beerbte Bauern, sechszehn aus Rhede und zehn aus Borssum. Den Gemeindevertretern wurde die Absicht des Kurfürstlichen Vorhabens eröffnet und an Hand von Karten erläutert. Das vorgesehene Moorgebiet sollte danach in 2o bis 30 Stellen aufgeteilt werden. Jeder Siedler sollte einen Hausplatz, einen Garten, Ländereien für Buchweizen und Grünland für zehn bis zwanzig, höchstens dreißig Schafe erhalten.

Außerdem sollte jeder einen Torfstich für den privaten Bedarf bekommen. Bedingung: Torf musste regelmäßig gestochen werden. Als Erbpacht sollte „bis zu ewigen Zeiten“ jährlich unverändert für einen halben Morgen 2/3 Reichsthaler entrichtet werden (wie kurzsichtig, im Nachhinein betrachtet - konnte doch Geldwert und Bodenwert  nicht für alle Zeiten gleich bleiben). Die Pacht sollte „zum Besten der Gemeinde“ benutzt werden, worüber der „Receptor“ Rechenschaft zu geben hatte.- Eine Besonderheit wurde den Siedlern zugestanden: weil ihre Wohnplätze „tief im Moor“ angelegt werden würden, sollten sie statt Landfolgedienst = 'Hand- und Spanndienste sowie Kriegsdienste' und des üblichen Rauchhuhns  nur jährlich einen kleinen Obulus zahlen. Auch sollte mit Rücksicht darauf, dass die Neubauern sich auf eigene Kosten anbauen, die öde Gegend urbar machen, Gräben und Wege selbst anlegen müssen, bis zum Jahre 1800 keine Abgaben mit Ausnahme für Hornvieh zu zahlen sein. Ländereien, die auf Grund des Bourtanger Grenzvergleiches jenseits der Grenze liegen, sollen „private und ohne Abzug Tertia Marcalis“ bleiben. Nur die Erbpacht müsse an die Gemeinde bezahlt werden.

Die Gemeindevertreter und Interessierte waren grundsätzlich mit diesen Regelungen einverstanden. Es meldeten sich in den nächsten Tagen 37 „Lusthabende“ für die neue Kolonie. Sie waren mit den Bedingungen ebenfalls einverstanden. Nur die Erbpacht von 2/3 Rthlr. schien ihnen zu hoch. Sie würden, so meinten die Sprecher, niemals eine solche Rendite aufbringen können.  Die Summe wurde daraufhin auf ein Gulden jährlich ab 1800 ermäßigt. Für die Einteilung, Vermessung und Abrechnung sagte die Kommission ihre Hilfe zu.

Es wurden noch andere Bedingungen ausgehandelt und bekanntgegeben: wenn mehrere Familien auf einem zugewiesenen Grundstück ansiedeln, sollte jede den Rauchhuhn zahlen und den Folgedienst leisten; schlechte Wirtschafter könnten nach Ablauf von zehn Jahren die Stelle verlieren; jeder Neubauer wurde verpflichtet, ein Haus auf seinem Platz zu bauen, jedoch durfte nur auf münsterschem Boden diesseits der Grenze gebaut werden. Letzteres galt vor allem vom „Dode Man“  bis „Abeltjes Hus“, wie es schon im Grenzvertrag von 1764 festgelegt war. Allen Siedlern wurde vermittelt, dass das neue Dorf „Neurhede“ wegen der vorzüglichen Verbindung zur Gemeinde Rhede heißen werde und der Ort dadurch als eine münstersche Kolonie zur Sicherung der Landesgrenze verstanden werden solle. Außerdem sollte die Namensgebung „unschickliche Benennungen, welche von Übergesinnten dergleichen Niederlassungen gewöhnlich gegeben zu werden pflegen“ vorgebeugt werden.

Die beiden Lieutenants gaben am 01. Juni noch zu Protokoll, dass die neue Landstraße zur Bourtange instand gesetzt und zu beiden Seiten Schlöte = Gräben ausgegraben werden müssten; dass die fehlende Brücke über Spaniers Deep gebaut werde; die Mündung des neuen Deep und einige zugefallenen Stellen ausgeräumt werden müssten; die Wassergräben gereinigt werden; weil die Grenze nicht ordentlich markiert sei, sollten zwischen den Bourtanger Cämpen und an Neurheder Seite eine Landstrecke für die gemeinsame Beweidung frei bleiben; jenseits der Grenze zwischen dem alten Deep und der Moorplaatze Nr. 5 bleibe ein Stück frei, evt.   für einen Schulmeister; für eine gute Entwässerung müsse nahe diesseits der Grenze ein Hauptschloot gegraben werden; mehrere Hauptwege und Schlöte müssten angelegt werden; einige Flächen, z.B. zwischen „Nöteberg“ und „Dode Man“ seien nicht gut für den Anbau und sollten billiger vergeben werden; Lehm zum Verputzen ihrer Häuser dürften die Neubauer aus den Marken der anliegenden Gemeinde holen; die nummerierten Plaatzen sollten durch Losentscheid vergeben werden.

Denkmal  DOTE MAN  in  Neurhede

Karte Neurhede und Bourtange

Am dritten Juni erschienen bei der hohen Brücke im Bourtanger Moor auf Vorladung des Obervogts Korte die „Lusthabenden zum Anbau“. Mit der Vergabe durch Los erklärten sie sich einverstanden. Zunächst handelten sie aber die Erbpacht noch einmal auf 12 bzw.  16 Stüber für ein Vierup, weil auch die Marschwiesen an der Ems billiger zu haben seien. Dann kam es zur Verlosung, wobei die Parzelle 23 dem bisherigen Besitzer Eilerd Sandmann zugesprochen wurde und die Parzellen 31 und 37 ebenfalls nicht verlost wurden, weil dort Dickebohm aus Rhede und Runde aus Steinbild an der Bourtanger Straße Gastwirtschaften errichten wollten.  Die anderen Grundstücke wurden wie folgt verlost und vergeben. Viele Nachkommen der damaligen Neubauern sind heute noch im Besitz der Plaatzen. 

Im September 1788 wurden für einige Flächen noch Zuwege geschaffen. Außerdem hatte sich ein Heinrich Nintemann mit gutem Zeugnis bei dem Pastor in Rhede gemeldet, der, vorausgesetzt, er bestehe die Prüfung und erhalte die Genehmigung, als Schulmeister eingesetzt werden sollte. Weil aber sein Grundstück jenseits der Grenze lag, durfte er ja kein Haus bauen. Gegen Entschädigung wurde ihm erlaubt, auf Plaatse Nr. 5 von Herbert Jürgens ein Gebäude zu errichten. So erhielten die 37 Bauern und ein Schulmeister im Durchschnitt je 25 Morgen unkultiviertes Land - teils Sand, teils Moor. Einige Parzellen lagen auf holländischem Gebiet - sie wurden später im Meppener Grenztraktat besonders berücksicht.

Die anderen Kolonien entstanden in ähnlicher Form und Abwicklung. Die Kommission arbeitete recht zügig, so dass die 14 neuen Siedlungen alle in einem Jahr, nämlich 1788, gegründet wurden. In einigen davon ging die Kultivierung des Bodens und die Ansiedlung der Erbpächter recht flott voran. In anderen wiederum stockte das Aufblühen, besonders wenn die „Lusthabenden“ nicht aus der Nähe kamen, nur auf sich selbst angewiesen waren, keine Familienangehörige hatten oder eben auch nicht fähig waren, ihren zugewiesenen Platz zu bewirtschaften. Vorteilhaft für die Siedler war die 10jährige Freistellung von allen Abgaben. Doch es galt auch hier das Sprichwort.“ .... dem ersten der Tod, dem zweiten die Not, dem dritten das Brot“. Die ersten Hütten wurden aus Stangen, Reisern und Plaggen gebaut.  Die Felder wurden zunächst nur abgebrannt. Erst nach dem ersten Verdienst konnten Steine für den Hausbau und  Stroh, Mist und gute Erde (Lehm, Schlick, Klei) für den kargen Boden besorgt werden. Einige Siedler verstanden es, ihren Anteil schnell zu vermehren oder mit Gewinn zu verkaufen. Andere, wie z.B. in Neudankern, konnten den Tribut des Grundherrn Martels nicht aufbringen und wollten 1801 auswandern. In mehreren Siedlungen, wie Rütenbrock und Twist, sorgten schon bald Pfarrer für ein Gemeindeleben. Sie waren gleichzeitig Vorbild im Bewirtschaften das Hauses und des Gartens. Die exakte Grenzziehung, die anlässlich des Meppener Grenztraktes erfolgte, traf vielen der neuen Ansiedler. Im Abschnitt „Blutende Grenze“ wird über diese schlimme Zeit berichtet.

Selbst der “ALTE FRITZ” kümmerte sich um die Moorkultivierung

Weitere Links: Tergast   Insel   Presse   Briefmarken  Kochbuch   Meine Bücher   Handys, DSL etc.   Uwe

ENDLICH!     Es ist geschafft.

Diese Homepage ist nun auch als Buch mit dem Titel

ZOLL UND GRENZE IM WANDEL DER ZEIT  

erschienen. Es hat die ISBN Nr. 9783 8370 9550 0, hat 424 Seiten, davon 45 farbig

und kostet 32,80 €.

Zeitungen/Redaktionen bestellen ein kostenloses Exemplar bei www.bod.de/rezensionsexemplar

Sie können es in jeder deutschen Buchhandlung, auch im Internet, oder bei mir bestellen. 04924/9559800 FAX: 04924/95559801           E-Mail: jbtergast@t-online.de Sie erhalten das Buch dann innerhalb 2 - 3 Tagen vom Verlag und bezahlen die Rechnung bei mir.

Buchhandlungen bestellen bei www.libri.de oder bei www.bod.de mit Remissionsrecht

[Europas Zoll und Grenze] [Zum Geleit] [Inhalt/Quellen] [Von der Antike bis Napoleon] [Unruhen zwischen Ostfriesland und Münsterland] [Die Grenze nach Westen] [Der 30jährige Krieg] [Kleine Grenzgeschichten] [Die friesischen Schanzen] [Zollstationen im Mittelalter] [Handel und Wandel im Mittelalter] [14 neue Siedlungen] [Aufschwung und Niedergang] [Commiesen und Douanen] [von Accise bis Zoll] [Zwischen den Zeiten] [Landgewinnung und Grenzziehung] ["teutsche Palen"] [Auf eisernen Wegen] [Schlagbäume rücken zur Seite] [Hier die Not - dort das Brot] [Die Goldenen Jahre] [Das zweite deutsche Reich] [Zollgesetze, Zollvereordnungen, Tarife] [Vom Reichszoll über Bundeszoll bis EU-Zoll] [Zollorganisation] [Vorgeschobene Posten] [500 Jahre Emsüberwachung] [Waren die Zöllner alle Nazis?] [Das Moor erwacht] [Blutende Grenzen] [Zonengrenze] [Kavaliersdelikt] [Die treuen vierbeinigen Zöllner] [Die Polizei des Bundes - BSG] [Zoll und Grenzaufsicht - heute] [OPEN DE GRENS .... grenzenlos] [EUROPA in greifbarer Nähe] [Nachträge]

Diese Homepage wird gestaltet und verwaltet von Johann Beerens,  am Ehrenmal 1   26802 TERGAST,       Tel.: 04924/9559800  FAX: 04924/9559801  und E-Mail:  jbtergast@t-online.de                                           die letzte Änderung war am 13. August  2010

Die Texte, Bilder und Grafiken dieser Website sind urheberrechtlich geschützt. Jede anderweitige Nutzung bedarf der vorherigen Genehmigung des Autors, in den meisten Fällen  Johann Beerens, am Ehrenmal 1,   26802 Tergast. Veröffentlichungen in Print- oder Funk-Medien nur gegen das entsprechende Honorar. Widerrechtliche Nutzung, auch auszugsweise, wird zivil- und strafrechtlich verfolgt. Hinweise darauf werden belohnt.

Sollte jemand urheberrechtliche Ansprüche auf Texte, Bilder oder Grafiken dieser Homepage haben, bitte ich um Anruf, damit die Angelegenheit geklärt wird: 04924/9559800, FAX: 04924/9559801  oder  jbtergast@t-online.de

Gewährleistungsausschluss! Die Informationen, die ich auf meinen Websites oder bei Ebay zur Verfügung stelle, unterliegen einer ständigen Kontrolle und werden laufend aktualisiert. Es ist jedoch  möglich, dass sich Daten trotz sorgfältigster Überprüfung inzwischen verändert haben. Aus diesem Grund übernehme ich keine Haftung oder Garantie hinsichtlich der Genauigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der auf diesen Seiten gegebenen Informationen. Dies gilt ebenfalls für alle Websites, auf die in diesem Auftritt per Hyperlink verwiesen wird. Ich hafte nicht für den Inhalt derartiger Seiten.